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Wirtschaft

Personalmangel sorgt für mehr Ruhetage im Gastgewerbe

Thüringens Gastronomen und Hoteliers haben eine gute Sommersaison erlebt. Es hätte noch besser laufen können, wenn nicht so viele Köche und Servicefachleute fehlten.



Das Bauhausjahr und ein warmer Sommer haben Thüringens Gastgewerbe eine gute Saison beschert. Mehr als 90 Prozent der Gastronomen und Hoteliers im Freistaat bewerteten die Sommersaison als gut oder zumindest befriedigend, sagte der Geschäftsführer des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Dirk Ellinger, am Freitag in Erfurt. Die Bewertung bei einer Dehoga-Konjunkturumfrage sei deutlich besser ausgefallen als 2018. Allein im August habe die Zahl der gebuchten Übernachtungen in Thüringen 8,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat gelegen.

Etwas vorsichtiger sehe die Branche die Wintersaison - aber auch da seien Gaststätten vor allem in den Städten bereits gut mit Weihnachtsfeiern gebucht. Im Wintersportland Thüringen erhoffe sich etwa die Hälfte der Betriebe im Gastgewerbe eine gute Saison, 39 tippen auf ein befriedigendes Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau und etwa 12 Prozent haben Befürchtungen, dass die Kasse nicht stimmt.

Hauptprobleme der Branche seien fehlende Köche sowie Service- und Hotelfachleute. Nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt sorgen sich 72 Prozent der Betriebe, ob sie noch ausreichend Fachkräfte bekommen können. «Das ist das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung im Gastgewerbe», sagte IHK-Abteilungsleiter Steffen Schulze.

Die Konsequenz daraus seien kürzere Öffnungszeiten, mehr Ruhetage bis zur Ablehnung von Aufträgen beispielsweise für größere Feiern. Bei 71 Prozent der Befragten gebe es wegen fehlendem Personal bereits Einschränkungen im Angebot.

Seit einigen Jahren werde auch im Ausland, vor allem in Vietnam, um Azubis geworben. Sie würden an der Berufsschule des Dehoga in Erfurt ausgebildet, aber auch betreut, sagte Ellinger. Nicht wenige der jungen Leute wollten sich eine Existenz in Deutschland aufbauen.

Thüringens Gastgewerbe mit rund 5000 mehrheitlich vom Inhaber geführten Betrieben erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Es hat schwierige Jahre hinter sich. Nach Angaben des Verbandsgeschäftsführers schloss seit 2008 etwa jeder vierte Betrieb - weil Umsatz und Ertrag zu gering waren, keine Mitarbeiter zu finden waren, oder sich kein Nachfolger fand. Ellinger: «Wir haben massenhaft Betriebsstilllegungen erlebt.» Auch in den kommenden Jahren würden für viele Betriebe Käufer oder Nachfolger gesucht. Das Durchschnittsalter von Hoteliers und Gastronomen liege bei 50plus. dpa

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
13:50 Uhr

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15. 11. 2019
13:50 Uhr



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