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Wirtschaft

Netzentgelte sollen um sieben Prozent steigen

Milliarden werden aktuell in den Ausbau der Stromnetze investiert. Das soll langfristig helfen, die Stromkosten für Verbraucher zu senken. Das funktioniert, sagen Netzbetreiber. Trotzdem sollen die Netzentgelte 2020 steigen.



Berlin - Die Netzentgelte des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz sollen im kommenden Jahr um voraussichtlich sieben Prozent im Vergleich zu 2019 steigen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Als Gründe nannte Firmensprecher Volker Kamm unter anderem die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Vorhaltung von Reserveleistung. So würden die Kapazitätsreserven und Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken aktuell Millionen verschlingen. Ein weiterer Grund seien hohe Investitionen in den Netzausbau.

Doch genau diese Investition en sollten eigentlich helfen, um die Netzentgelte senken zu können, hatten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber in der Vergangenheit stets versprochen. Im Prinzip funktioniere das auch, erklärt 50 Hertz-Sprecher Kamm. So hätten neue Stromleitungen wie die Thüringer Strombrücke von Vieselbach bei Erfurt bis zur bayerischen Landesgrenze bei Schalkau im Landkreis Sonneberg bei 50 Hertz zu signifikanten Einsparungen bei den Kosten für das Engpassmanagement geführt. So erwarte 50 Hertz bei den Eingriffen in die konventionelle Erzeugung, also dem Abregeln von Kohlekraftwerken und dem Einsenken von erneuerbaren Erzeugungsanlagen, dem Einspeisemanagement, sinkende Kosten von geschätzt rund 100 Millionen Euro. Dies sei in der Kalkulation für 2020 berücksichtigt, werde aber von den anderen Kostenblöcken aufgefressen. Die endgültige Höhe der Netzentgelte muss durch die Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Die Steigerung der Netzentgelte wirkt sich nach Berechnungen von 50 Hertz bei einem privaten Haushaltskunden mit etwa drei Euro pro Jahr aus. Für einen ans Höchstspannungsnetz angeschlossenen Industriekunden, von denen es in Ostdeutschland nur wenige gibt, mit jährlich rund 4000 Benutzungsstunden und einer Leistung von 100 Megawatt läge die Mehrbelastung bei etwa 600 000 Euro.

Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50 Hertz, erklärte, "dass wir bei 50 Hertz nach jetzigem Stand erneut sinkende Kosten für das Engpassmanagement verzeichnen können, zeigt eindrücklich, dass Netzausbau nicht nur notwendig ist für die sichere Integration von immer mehr erneuerbaren Energien ins Netz, sondern zudem kostendämpfend auf die Netzentgelte wirkt". Das Unternehmen werde auch in Zukunft alles tun, um die Kosten für das Engpassmanagement weiter zu verringern. So plant 50 Hertz aktuell eine der vier großen Gleichstrom-Trassen, den Südostlink, der entlang der A 9 durch Thüringen verlaufen soll.

50 Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands und baut es für die Energiewende bedarfsgerecht aus. Das Netz des Unternehmens hat nach eigenen Angaben eine Länge von etwa 10 200 Kilometern. Im Netzgebiet des Berliner Unternehmens stammt aktuell über die Hälfte des verbrauchten Stroms aus regenerativer Erzeugung. Anteilseigner sind der belgische Netzbetreiber Elia (80 Prozent) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 20 Prozent, die vergangenes Jahr einen Einstieg chinesischer Investoren verhinderte. jol

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Veröffentlicht am:
03. 10. 2019
11:22 Uhr

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Veröffentlicht am:
03. 10. 2019
11:22 Uhr



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