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Wirtschaft

Netzagentur plant weitere Anhörungen zum Südlink

Eigentlich sollte die Entscheidung über den endgültigen Planungskorridor für die Gleichstromtrasse im ersten Quartal fallen. Doch für vier Bauabschnitte sieht die Aufsichtsbehörde in Bonn weiteren Gesprächsbedarf.



Suhl/Bonn - Die Entscheidung, ob die Gleichstromtrasse Südlink durch Südthüringen verlaufen wird, wird sich erneut verzögern. Grund sind sogenannte Nachbeteiligungen in den vier Bauabschnitten B, C, D und E, wie Ulrike Platz, Sprecherin der Bundesnetzagentur in Bonn, am Donnerstag auf Nachfrage bestätigte.

Von den Abschnitten C und D wäre auch Thüringen betroffen, wenn die Bundesnetzagentur tatsächlich den von den Netzbetreibern Tennet und TransnetBW eingereichten 1000 Meter breiten Planungskorridor genehmigen sollte. Abschnitt C ist von Seesen in Niedersachsen bis nach Gerstungen im Wartburgkreis geplant. Abschnitt D soll nach dem Willen der Netzbetreiber von Gerstungen nach Arnstein in Bayern verlaufen. Dieser Abschnitt würde Südthüringen östlich von Bad Salzungen durch das Werratal vorbei an Schwallungen und durch den Landkreis Schmalkalden-Meiningen queren.

Die Nachbeteiligungen in den vier Abschnitten seien nötig, weil sich im Rahmen der bisherigen Anhörungen kleinere Alternativen ergeben hätten, erklärte Platz. Die Alternativen würden nun aber andere Gemeinden tangieren als bisher. Daher müssten auch die betroffenen Bürger und Verwaltungen dort eine Möglichkeit bekommen, sich zu den Plänen zu äußern.

In der Nachbeteiligung sollen Bürger und Verwaltungen Stellungnahmen oder Einwendungen zu dem Projekt abgeben können. Auch erneute Erörterungstermine seien geplant. Erst nach Auswertung dieser zusätzlichen Verfahren werde die Netzagentur dann ihre Entscheidung auf einen 1000 Meter breiten Planungskorridor treffen. Jürgen Herrmann, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Thüringer gegen Südlink", geht davon aus, dass mit einer Entscheidung nicht vor dem Sommer zu rechnen ist. Der Planungskorridor ist dann Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, in dem der endgültige Trassenverlauf festgelegt werden soll.

Berichte, wonach bei der Nachbeteiligung auch der vom Freistaat Thüringen eingereichte Trassenverlauf durch Hessen geprüft würde, bestätigte die Netzagentur jedoch nicht. Den Thüringer Vorschlag hatte sie bereits vor Monaten aussortiert.

Für die Gegner des Südlinks ist die Ankündigung der Nachbeteiligung allerdings kein Grund zur Entwarnung. Sie bleiben bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung des Leitungsneubaus. Unterstützt von einem Gutachten des Wirtschaftswissenschaftlers Lorenz Jarass argumentieren sie, dass der übermäßige Netzausbau allein dem internationalen Stromhandel diene. Die erheblichen Kosten dafür zu tragen, sei nicht Aufgabe der Stromkunden. Zudem behindere der Leitungsbau eine dezentrale Energiewende, denn mit Blick auf die Stromtrassen seien vor Ort zum Beispiel zusätzliche Windräder oft nicht durchzusetzen.

Die Netzbetreiber veranschlagen für die großen Stromtrassen in den kommenden Jahren mittlerweile Baukosten von 95 Milliarden Euro. So steht es im jüngsten Netzentwicklungsplan. Im Vergleich zum vorherigen Netzentwicklungsplan entspricht das fast einer Verdoppelung der Baukosten.

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Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
09:32 Uhr

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Jolf Schneider

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14. 02. 2020
09:32 Uhr



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