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Wirtschaft

Nachwuchsmangel im Freistaat besonders groß

Der Bedarf an Fachkräften ist hoch in Thüringer. Doch laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern im Freistaat findet jedes zweite Unternehmen keine Auszubildenden. Auch der Maschinenbau beklagt Nachwuchssorgen.



Roland Kaiser live in Coburg Kaum noch zu finden: Ein Auszubildender im Kfz-Gewerbe misst die Stärke einer Bremsscheibe. Archivfoto: Felix Kästle/dpa
Kaum noch zu finden: Ein Auszubildender im Kfz-Gewerbe misst die Stärke einer Bremsscheibe. Archivfoto: Felix Kästle/dpa   Foto: Henning Rosenbusch

Erfurt - Auszubildende sind für die Thüringer Wirtschaft inzwischen so wertvoll wie Rohdiamanten. So fassen die drei Thüringer Industrie- und Handelskammern die Ergebnisse einer gemeinsamen Ausbildungsumfrage. Das Ergebnis: Fast jeder zweite Betrieb findet keine Bewerber mehr. Die niedrigen Schulabgängerzahlen und der anhaltende Trend zum Studium wirkten sich verschärfend auf die Bewerbersituation in der dualen Ausbildung aus, erklärten die Kammern am Donnerstag in einer Mitteilung. Die Unternehmen würden darauf mit unterschiedlichen Strategien reagieren.

Stärker als im Bundesdurchschnitt (32 Prozent) sei die Thüringer Wirtschaft von der sinkenden Nachfrage betroffen. In jedem zweiten Betrieb (43 Prozent) blieben Ausbildungsplätze unbesetzt. Damit werde es für die Unternehmen eine immer größere Herausforderung, ihre Fachkräfte über die Ausbildung von eigenem Nachwuchs zu sichern. Im Durchschnitt blieben in den Firmen 2,1 angebotene Ausbildungsplätze unbesetzt. Im Vorjahr waren es 1,7 Plätze.

36 Prozent der Unternehmen gaben an, im vergangenen Jahr gar keine Bewerbungen erhalten zu haben. Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Betriebe, die ihre Plätze nicht besetzen konnten, erhielten keine geeigneten Bewerbungen. Ausländische Mitbürger würden dadurch verstärkt in den Fokus der Betriebe rücken. In Zukunft wollen mehr Betriebe geflüchtete Menschen ausbilden.

Insgesamt 28 Prozent gaben an, sich dafür bereits zu engagieren oder dies zu planen, bundesweit sind es 29 Prozent. Für 94 Prozent der Unternehmen sind dabei ausreichende Deutschkenntnisse das wichtigste Kriterium bei der Einstellung - gefolgt von ausreichenden schulischen und beruflichen Kenntnissen (57 Prozent) und der Notwendigkeit eines vorherigen Betriebspraktikums (47 Prozent).

Auch lernschwächere Jugendliche hätten inzwischen bessere Chancen. Für diese böten Unternehmen verschiedene Unterstützungsangebote in Form von berufsorientierenden Praktika, Einstiegsqualifizierungen und ausbildungsbegleitenden Hilfen. Für mehr als jeden zweiten Betrieb (58 Prozent) sind die unklaren Vorstellungen vieler Jugendlichen vom künftigen Beruf die größte Herausforderung. Die berufliche Orientierung müsse daher weiter ausgebaut und praxisorientierter umgesetzt werden, fordern die Kammern.

Auch die Betriebe im Maschinenbau sind besorgt über den zunehmenden Mangel an Berufsnachwuchs. Zum einen gibt es immer weniger Bewerber, zum anderen große Wissenslücken bei den Schulabgängern, wie aus einer am Donnerstag in Leipzig veröffentlichten Umfrage des VDMA Ost (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) hervorgeht. jol/dpa

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
08:05 Uhr

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16. 08. 2019
08:05 Uhr



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