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Wirtschaft

K+S will Salzabwässer in Grube Springen lagern

Ab 2021/21 soll die Grube geflutet werden. Das Vorhaben soll bis zu 700 Millionen Euro kosten. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow fordert finanzielle Unterstützung vom Bund - und äußert sich zu Halden-Abwässern.



Heringen - Der Düngemittelhersteller K+S will die stillgelegte Kaligrube in Springen im Wartburgkreis mit Salzabwässern fluten. Durch die Einstapelung - so der Fachbegriff für dieses Vorhaben - müssten in absehbarer Zeit keine flüssigen Produktionsrückstände mehr in die Werra eingeleitet werden, erklärte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am Freitag bei einer Pressekonferenz im hessischen Heringen. Ramelow hatte sich dort zu einem Gespräch mit Vertretern des Aktionsbündnisses K+S getroffen, zu dem sich die Bürgermeister der Standortkommunen des Unternehmens sowie Betriebsräte des Düngemittelherstellers zusammengeschlossen haben. Neben K+S sowie dem Land Hessen und dem Freistaat Thüringen sieht Ramelow den Angaben zufolge auch den Bund in der Pflicht, sich an den Kosten des Vorhabens zu beteiligen. Die Rede ist von 500 bis 700 Millionen Euro. Dabei geht es um einen Anteil für die Sicherung des stillgelegten Springener Bergwerks als Altlast aus der DDR-Zeit: Durch das Auffüllen mit hochgesättigter Salzlösung sollen zugleich die bislang unkontrolliert auftretenden Wassereinbrüche vor Ort gestoppt werden.

Die Einstapelung sei ein technisch anspruchsvolles Verfahren: Die flüssigen Rückstände müssen vorher aufbereitet werden, sodass eine hochgesättigte Lösung entsteht, damit das als Sicherheitspfeiler verbliebene Salzgebirge nicht aufgelöst wird. Dazu sei der Bau einer zweiten Kainitkristallisations- und Flotationsanlage (KKF) notwendig. Die erste, Anfang 2018 in Betrieb genommene Aufbereitungsanlage dieser Art war mit Kosten von rund 185 Millionen Euro die bislang größte Einzelinvestition des Unternehmens in den Gewässerschutz.

Die Grube in Springen soll den weiteren Angaben zufolge die Produktionsabwässer der nächsten 40 Jahre fassen - dann endet voraussichtlich der Kalibergbau, weil das Rohstoffvorkommen erschöpft ist. Der angepeilte Start für die Einstapelung im Wartburgkreis ist offenbar zwischen 2021 und 2022 - dann nämlich fällt die Versenkung salzhaltiger Abwässer in die Gesteinsschicht Plattendolomit als möglicher Entsorgungsweg weg.

Den Mitarbeitern biete sich durch die vorgeschlagene Vorgehensweise eine sichere Perspektive, betonte der Betriebsratsvorsitzende des Werks Werra von K+S, André Bahn. Bei den Halden-Abwässern, die weiterhin in die Werra entsorgt werden, setzt der Thüringer Ministerpräsident jedoch auf eine weitere Reduzierung - etwa durch die geplante Abdeckung.

Springen mit seinen 130 Einwohnern liegt nur knapp zehn Kilometer östlich von Heringen entfernt. Ab 1909 wurden dort drei Schächte geteuft - also erschlossen - und ein Kaliwerk errichtet. Mit der politischen Wende 1989/90 endete der Bergbau vor Ort. Im Oktober 2007 wurde für einen befristeten Zeitraum die vorübergehende Einlagerung von 500 000 Kubikmetern Kalilauge genehmigt. 2016 erhielt K+S erneut die Genehmigung, dort 200 000 Kubikmetern Prozessabwässer zwischenzuspeichern.

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Jan-Christoph Eisenberg
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Veröffentlicht am:
05. 10. 2019
08:26 Uhr

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Jan-Christoph Eisenberg

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Veröffentlicht am:
05. 10. 2019
08:26 Uhr



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