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Wirtschaft

Immobilienverband rechnet mit Ende des Preisanstiegs

Nach den kräftigen Preissteigerungen der vergangenen Jahre beruhigt sich der Thüringer Immobilien- und Wohnungsmarkt nach Einschätzung des Immobilienverbandes Deutschland (IVD).



Die Preise in den gefragten Städten und Wohnlagen seien am Höhepunkt angelangt, sagte Thüringens IVD-Landessprecher Jörg Wanke am Donnerstag am Rande eines Immobilientags in Erfurt. Das gelte für die Städte Erfurt, Jena und Weimar. Eisenach und Gera würden zwar bei den Preisen noch etwas nachziehen, insgesamt sei die Zeit der großen Preissteigerungen jedoch vorbei.

Das gelte auch für die Mieten in sehr guten und gesuchten Wohnlagen. «Wir sind hier bei Preisen angelangt, die die Kaufkraft in Thüringen nicht hergibt. Zehn Euro und mehr pro Quadratmeter sind in der Regel nicht erzielbar», sagte Wanke. Zudem sei in den Städten in letzter Zeit viel gebaut worden. Der IVD legte am Rande seines Jahrestreffens einen Preisspiegel vor, der erneut ein deutliches Stadt-Land-Gefälle zeigt.

«Es gibt Regionen, die von der bisherigen Preisentwicklung abgekoppelt sind. Inflationsbereinigt sinken dort die Preise sogar», sagte Wanke. Das gelte für einige Orte im Thüringer Wald, in Richtung Südharz, aber für das Altenburger Land. Grund sei der demografische Wandel, der zu einem größer werdenden Angebot bei sinken Preisen führe.

Der Preisspiegel weist für frei stehende Eigenheime mit Garage, Grundstück, 125 Quadratmetern Wohnfläche und mittlerem Wohnwert eine Spanne von 40 000 Euro in Schlotheim bis 320 000 Euro in Jena und 300 000 Euro in Erfurt aus. In Bad Frankenhausen, Altenburg, Bad Langensalza Heiligenstadt oder Sondershausen kosten diese Häuser danach im Schnitt 90 000 Euro. Häuser mit 150 Quadratmetern und gutem Wohnwert kosten nach den Zahlen des Maklerverbandes im Schnitt in Jena und Erfurt 400 000 Euro, in Weimar 300 000 Euro, in der Hochschulstadt Ilmenau 280 000 Euro und in Meiningen und Gera 250 000 Euro.

Die durchschnittlichen Mieten pro Quadratmeter bei Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Fläche von 70 Quadratmetern schwanken danach bei guter Wohnqualität zwischen 2,20 in Schlotheim und 9,00 Euro in Jena und 8,00 Euro in Erfurt. Dabei handele es sich um Wohnungen, die nach 1990 gebaut oder komplett saniert wurden. Die Spitzenwerte bei Mieten, die in Erfurt, Jena und Weimar gezahlt würden, lägen zwischen 11,50 und 11,00 Euro. Mietpreise um 5,00 Euro pro Quadratmeter würden beispielsweise in Bad Berka, Gotha, Greiz, Schmalkalden, Pößneck oder Waltershausen fällig.

Als einen Grund für den Preisanstieg der vergangenen Jahre nennen Makler, dass die Angebote in gefragten Städten und Wohnlagen knapp seien. Das gelte nicht mehr nur für die Städte Jena, Erfurt und Weimar, sondern auch für Dörfer oder Kleinstädte in deren Umland. Ein Gebiet etwa zehn bis zwölf Kilometer im Umkreis der Städte profitiere von dem wachsenden Bedarf. dpa

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2018
17:39 Uhr

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08. 11. 2018
17:39 Uhr



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