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Wirtschaft

Gemeinsam fürs Berufsschulnetz

Erstmals bündeln die Südthüringer Wirtschaftskammern sowie die Landkreise und kreisfreien Städte ihre Kräfte bei der Planung für das Berufsschulnetz. Um sich besser gegen Erfurt zu behaupten. Das Ziel ist klar: Möglichst alle Standorte und Klassen erhalten.



Suhl/Erfurt - Es gibt Themen, die kehren so sicher wieder, wie das Murmeltier im Film. Die Planung des Berufsschulnetzes ist eines dieser Themen. Doch statt Routine ist dabei oft Streit und Gezerre angesagt. Nun soll alles besser werden.

Alle sechs Jahre wird das Thüringer Berufsschulnetz überarbeitet. Die nächste Novelle steht zum Schuljahresbeginn 2022/2023 an. Erstmals haben die Südthüringer Wirtschaftskammern dafür einen Diskussionsprozess zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten in Südwestthüringen gestartet, wie die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Südthüringen am Freitag in Suhl mitteilten.

Es ist ein Novum, dass die beiden Kammern, die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, Sonneberg, den Ilm-Kreis, den Wartburgkreis sowie die kreisfreien Städte Eisenach und Suhl an einen Tisch setzen, um die Planung des Schulnetzes gemeinsam zu gestalten. Eckpfeiler des gemeinsamen Ansatzes sind nach Angaben der Kammern die Ausrichtung des Berufsschulnetzes nach den wirtschaftlichen Bedarfen, die Anpassung der Mindestzahl für Klassenstärken an aktuelle Erfordernisse und die Einrichtung von Schwerpunktschulen in Verbindung mit zukunftsorientierten digitalen Kooperationen der Berufsschulen der Region.

Ebenso schlagen die Kammern und Landkreise vor, Konzepte zur Qualifizierung von Quereinsteigern in die Lehrerschaft der Berufsschulen zu erarbeiten.

In Südwestthüringen gibt es derzeit die Berufsschulstandorte in Suhl/Zella-Mehlis, Arnstadt, Ilmenau, Sonneberg, Hildburghausen, Schmalkalden, Meiningen sowie Eisenach und Bad Salzungen. "Die erarbeitete Position zielt darauf ab, alle Standorte zu erhalten und fachlich weiterzuentwickeln. Ebenso sollen strukturbestimmende Berufe, wie beispielsweise Informatiker, die in Erfurt die Berufsschule besuchen müssen, wieder zurück nach Südthüringen geholt werden", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas.

Aus Sicht der IHK sei es deshalb bedauerlich, dass sich der Ilm-Kreis und die Stadt Suhl bislang nicht zu den Vorschlägen einer Schulnetzstruktur ab 2022 bekannt haben. "Wir sind optimistisch, dass sich Suhl und der Ilm-Kreis dem weithin gefassten Konsens noch anschließen. Schließlich geht es um eine strategisch wichtige Entscheidung, die unsere gesamte Region voranbringt und von der nicht nur Unternehmen, sondern auch Schulträger, Eltern und Berufsschüler profitieren. Dafür werden wir uns in den kommenden Wochen in weiteren Beratungen einsetzen", so Pieterwas.

Die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Südthüringen, Manuela Glühmann, konstatiert im Verfahren ein hohes Vertrauenspotential zwischen den Wirtschaftskammern und freut sich, dass es bis auf zwei Ausnahmen gelungen ist, ein Südthüringer Positionspapier als Stellungnahme an das Ministerium abzugeben. Sie betont, dass sich das künftige Berufsschulnetz vor allem und in erster Linie an den regionalen Strukturen und wirtschaftlichen Erfordernissen orientieren muss.

In der Vergangenheit hatte das Berufsschulnetz schon häufiger zum Streit zwischen einzelnen Landkreisen oder der Region Südthüringen und der Politik in Erfurt geführt. Teilweise entstand sogar der Eindruck, dass Landkreise und Kammern von der Landespolitik gezielt gegeneinander ausgespielt wurden. Genau das wollen die Kammern, Landkreise und kreisfreien Städte mit ihrem neuen, gemeinsamen Vorgehen verhindern. jol

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Jolf Schneider
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Veröffentlicht am:
13. 06. 2020
00:00 Uhr

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Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
13. 06. 2020
00:00 Uhr



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