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Wirtschaft

Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent - Debatte um Dürrehilfen

Ungewöhnlich früh zogen in diesem Jahr die Mähdrescher ihre Runden auf den Feldern. Eine Notaktion, um überhaupt etwas ernten zu können. Die Agrarbetriebe hoffen nun auf die Politik.



Mit Einbußen bei der Ernte wegen der Trockenheit rechnen auch die hiesigen Landwirte.
Mit Einbußen bei der Ernte wegen der Trockenheit rechnen auch die hiesigen Landwirte.   Foto: dpa

Oldisleben/Neuhaus - Trockenheit und Hitze haben in Thüringen für erhebliche Ernteausfälle bei Wintergetreide und Raps gesorgt. Agrarministerin Birgit Keller (Linke) kündigte am Donnerstag beim Besuch eines Agrarbetriebs in Neuhaus an, dass das Land Dürre- und Liquiditätsbeihilfen für die Landwirte prüft, die durch geringe Erträge sowie Futtermangel für ihr Vieh hohe wirtschaftliche Einbußen haben. «Wir nehmen die Situation sehr ernst», sagte Keller.

Mit Blick auf den für kommenden Dienstag in Berlin geplanten Dürregipfel von Bund und Ländern verlangte Keller, der Bund solle sich an einer finanziellen Entschädigung der Landwirte beteiligen. Thüringens Bauernverband bekräftigte während einer vorläufigen Erntebilanz in Oldisleben (Kyffhäuserkreis) seine Forderung nach staatlicher Unterstützung für die betroffenen Agrarbetriebe. Bauernpräsident Klaus Wagner sprach von massiven Trockenschäden und einer vielerorts dramatischen Situation.

Das Einbringen von Getreide hatte in diesem Jahr nach Verbandsangaben bis zu drei Wochen früher als sonst begonnen. Das sei notwendig gewesen, «um überhaupt etwas ernten zu können». Viele Betriebe würden die Ernte deshalb bereits in dieser Woche abschließen. In den kommenden Wochen könnte das Futter für Nutztiere knapp werden.

Unter der Dürre leiden dem Agrarministerium zufolge in Thüringen vor allem Agrarbetriebe in den Kreisen Altenburger Land, Nordhausen, Kyffhäuser, Sömmerda, Weimarer Land und Wartburgkreis. Bei Wintergetreide beliefen sich die Ausfälle nach bisherigen Schätzungen auf 10 bis 25 Prozent, bei Raps auf bis zu 50 Prozent. Für Sommergetreide gebe es noch keine Angaben. Der Bauernverband erklärte, es geben bei Winterweizen in Thüringen Ertragsdefizite 15 Prozent und 25 Prozent bei Wintergerste. In Regionen mit extremen Niederschlagsmangel liege das Defizit bei bis zu 50 Prozent.

Nach Angaben von Keller wurden bereits ökologisch genutzte Flächen zur Gewinnung von Viehfutter freigegeben, «um einen möglichen Viehbestandsabbau wegen Futtermangels vorzubeugen».

Dürrehilfen können laut Agrarministerium gewährt werden, wenn mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserntemenge im Vergleich zum Mittelwert der vergangenen drei Jahre zerstört wurden. Die Entschädigung liege bei maximal der Hälfte des Einkommensverlusts der Agrarbetriebe. dpa

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2018
17:56 Uhr

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26. 07. 2018
17:56 Uhr



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