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Wirtschaft

Edgewell bläst Übernahme von Harry's ab

Paukenschlag auf dem Rasierer-Markt: Edgewell, der Mutterkonzern der Marke Wilkinson, hat die geplante Übernahme des Start-ups Harry's und dessen Werks in Eisfeld im Landkreis Hildburghausen abgeblasen. Edgewell hatte mehr als 1,2 Milliarden Euro geboten, doch die US-Kartellbehörde hatte zuletzt rechtliche Schritte angekündigt.



Andy Katz-Mayfield ist einer der beiden Gründer von Harry’s. Die Feintechnik nannte er einst im Interview "einmalig".
Andy Katz-Mayfield ist einer der beiden Gründer von Harry’s. Die Feintechnik nannte er einst im Interview "einmalig".  

Eisfeld/Shelton - Herber Dämpfer für die Erfolgsgeschichte der jungen Rasierer-Marke Harry's aus den USA und ihr deutsches Werk Feintechnik in Eisfeld im Landkreis Hildburghausen: Die im vergangenen Jahr angekündigte Milliarden-Übernahme durch den Wilkinson-Mutterkonzern Edgewell aus den USA ist geplatzt. Wie Edgewell am Firmensitz Shelton in den USA mitteilte, habe das Unternehmen seine Pläne für die Übernahme von Harry's auf Eis gelegt.

Grund für diesen Schritt sei eine Entscheidung der US-Kartellbehörde gewesen. Diese hatte vor wenigen Tagen rechtliche Schritte gegen die geplante Fusion auf dem Markt für Nassrasierer angekündigt. Edgewell erklärte, diese Entscheidung hätte einen langen Rechtsstreit nach sich gezogen, wenn das Unternehmen seine Pläne zur Übernahme von Harry's doch hätte verwirklich wollen. Diesen Schritt wolle das Unternehmen nicht gehen.

In einer ersten Stellungnahme hatten die beiden Harry's-Gründer Andy Katz-Mayfield und Jeff Raider noch erklärt, dass sie sehr enttäuscht von der Entscheidung der US-Kartellbehörde seien. Sie würden allerdings weiterhin daran glauben, dass beide Unternehmen gemeinsam tolle Produkte für den Markt kreieren könnten. Inzwischen scheint Harry's jedoch rechtliche Schritte gegen die Pläne von Edgewell zu prüfen, die Übernahme abzusagen. Das berichtet zumindest die Financial Times. Edgewell hatte umgerechnet mehr als 1,2 Milliarden Euro für das junge Rasierer-Unternehmen mit seinem Thüringer Traditionswerk in Eisfeld geboten. Katz-Mayfield und Raider sollten führende Posten in der Edgewell-Rasierersparte Schick bekommen, zu der auch die Marke Wilkinson gehört. 

Die Übernahme-Pläne waren im vergangenen Mai wie eine Bombe in den Rasierer-Markt geplatzt. Die Nummer Zwei auf dem Markt für Nassrasierer wollte das so junge Unternehmen Harry's und sein Werk in Eisfeld kaufen. Gerade für Eisfeld war das eine weitere Überraschung innerhalb weniger Jahre. Denn dort, bei Feintechnik, hatte schon vor gut sechs Jahren Aufbruchstimmung geherrscht. Anfang 2014 waren zwei junge Amerikaner in den Thüringer Wald gekommen und hatten mit ihrem noch jüngeren Start-up und potenten Geldgebern im Rücken den traditionsreichen Hersteller von Rasierklingen gekauft. Wer damals dabei war, erinnert sich noch heute, wie Andy Katz-Mayfield und Jeff Raider, die beiden Gründer des Start-ups Harry’s, bei der Betriebsversammlung auf Paletten stiegen, um sich der Belegschaft vorzustellen. Danach verfiel das Werk in Euphorie. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs rasant. Und im vergangenen Jahr war Baustart für eine weitere Erweiterung des Werks.

Vergangenen Mai soll wieder eine ähnlich euphorische Stimmung durch die Hallen in Eisfeld geschwappt sein. Da wurden die inzwischen fast 600 Mitarbeiter darüber informiert, dass ihr Unternehmen neue Eigentümer bekommen wird. Die Eigentümer von Harry’s und damit auch der Feintechnik wollen ihr Unternehmen bis Ende März 2020 verkaufen, hieß es damals. Nicht an irgendwen, sondern an die Nummer Zwei auf dem weltweiten Markt für Nassrasierer: Edgewell, der Konzern hinter der Marke Wilkinson. Doch dieser Traum scheint nun geplatzt zu sein.

 

 

 

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Jolf Schneider
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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
08:52 Uhr

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Jolf Schneider

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12. 02. 2020
08:52 Uhr



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