Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

"Das Niveau des Vorjahrs ist nicht zu halten"

Die Zahl der Arbeitslosen ist im November in Südthüringen leicht gesunken. Doch das kann nicht länger über die Probleme der Wirtschaft hinwegtäuschen. So melden Firmen deutlich weniger freie Stellen.



"Das Niveau des Vorjahrs ist nicht zu halten"
"Das Niveau des Vorjahrs ist nicht zu halten"  

Suhl/Erfurt - Nein, die Region südlich des Rennsteigs ist mit dem Problem nicht allein. Im gesamten Freistaat, ja in ganz Deutschland schwächelt die Wirtschaft zum Jahresende. Und nun wird das auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar. Noch nicht so sehr in der Zahl der Arbeitslosen. Die ist im November in Südthüringen sogar noch einmal gesunken, wie Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Suhler Agentur für Arbeit, am Freitag berichtet. 9654 Frauen und Männer waren in der Region zuletzt von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich somit innerhalb eines Monats um 115 verringert. Die Arbeitslosenquote beträgt 4 Prozent. Das ist eine leichte Verbesserung zum Oktober um 0,1 Prozentpunkte.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist jedoch eine Erhöhung des Bestandes an Arbeitslosen um 494 Personen zu verzeichnen. "Mit Beginn der Wintersaison steht der Südwestthüringer Arbeitsmarkt noch relativ gut da. Die sich abschwächenden Konjunktur macht sich aber immer deutlicher auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Während wir uns auf annähernd gleichem Niveau der letzten drei Monate bewegen, ist das Vorjahresniveau jedoch nicht zu halten", erklärte Gold.

In ganz Thüringen sank die Arbeitslosenquote sogar erstmals in einem November auf 4,9 Prozent. "Das ist nach wie vor erfreulich, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Konjunkturdelle längst in der Thüringer Wirtschaft angekommen ist. Es fehlt an Dynamik, die Konjunktur lässt nach und damit auch die Nachfrage nach Personal", sagte Stephan Fauth, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens, am Freitag in Erfurt.

All das spiegele die aktuelle Konjunkturumfrage des Instituts der Wirtschaft Thüringens wider. Die Auftragslage habe sich zwischen dem dritten und vierten Quartal deutlich verschlechtert. Während im dritten Quartal 2019 noch mehr als die Hälfte der Firmen (57,4 Prozent) eine gute Auftragslage verzeichneten, erwarten dies im vierten Quartal deutlich weniger (42,6 Prozent). Das wirke sich auch auf die Lage der Beschäftigten aus. Vorerst seien die Zeiten des Personalaufbaus vorbei. Wobei hier auch die demografische Entwicklung mit hineinspiele. "63 Prozent der befragten Firmen gehen im vierten Quartal nicht von einem Personalaufbau - wie in den vergangenen Jahren aus -, sondern wollen den Beschäftigtenbestand stabil halten", so Fauth. Während im dritten Quartal noch 14,8 Prozent von Personalabbau ausgingen, sind es zum Jahresende schon 20,4 Prozent der befragten Firmen. Insbesondere in der Thüringer Automobilindustrie ist die nachlassende Konjunktur mit Umsatzrückgängen von bis zu 20 Prozent besonders spürbar. "Angesichts dieser Entwicklungen ist es umso klarer, dass die Thüringer Wirtschaft eine handlungsfähige Regierung und Klarheit über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs des Landes braucht", sagte Fauth.

Auch die Südthüringer Zahlen belegen, dass auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr viel geht. "Die positive Tendenz in der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen wird ausschließlich durch den Rechtskreis SGB II", stellte Gold fest. Das bedeutet, dass vor allem Menschen, die schon länger als ein Jahr ohne Arbeit sind, wieder eine Beschäftigung finden. Im Rechtskreis des SGB III sei dagegen sogar ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen.

Für die kommenden Wochen rechnet Gold mit noch mehr Bewegung. Allerdings wenig positiver. Der Winter steht vor der Tür. Das ist traditionell die Zeit, in der viele Baufirmen ihre Mitarbeiter für mehrere Wochen nach Hause schicken. "In der Schlechtwetter-Saison sind die Unternehmen witterungsabhängiger Branchen gut beraten, ihre Fachkräfte nicht zu entlassen, sondern durch Arbeitszeitflexibilisierungen oder tarifliche Modelle eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Bei Auftragsausfällen kann Saison-Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen werden. Das erspart die erneute Personalsuche im Frühjahr", so Gold.

Im Monat November wurden 721 zu besetzende Stellen aus der Südthüringer Wirtschaft bei der Agentur gemeldet. Dieser Wert liegt um 308 Stellen (29,9 Prozent) unter dem des Vorjahresmonats. Der Bestand an Stellen hat sich um 301 (minus 5,1 Prozent) auf 5561 innerhalb eines Monats verringert. jol

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 12. 2019
20:06 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitnehmer Arbeitslose Arbeitslosenquote Arbeitslosigkeit Arbeitsmarkt Bauunternehmen Fachkräfte Mitarbeiter und Personal Offene Stellen Personalabbau
Suhl Erfurt
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Wird Südthüringen zum Problemfall ?

31.10.2019

Wird Südthüringen zum Problemfall?

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober leicht gestiegen. Doch während sich leichte Krisen-Zeichen ausbreiten, zeigt sich der Ausbildungsmarkt wenig beeindruckt. Noch immer suchen Firmen händeringend Nachwuchs. » mehr

Konjunktur-Delle erreicht den Arbeitsmarkt

30.08.2019

Konjunktur-Delle erreicht den Arbeitsmarkt

Schon in den vergangenen Monaten hatte die Agentur für Arbeit Suhl von Anzeichen für konjunkturelle Eintrübung gesprochen. Nun scheint sie da zu sein. » mehr

Die Wirtschaft brummt - noch. Aus Sicht der Helaba hat sich dadurch die Position von Arbeitnehmern deutlich verbessert. Sie können heute mehr fordern als noch vor 20 Jahren. Archivfoto: dpa

13.06.2019

Helaba sieht Vollbeschäftigung im Freistaat

Dank Boom auf dem Arbeitsmarkt sitzen jetzt die Beschäftigten am längeren Hebel, meint Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud. » mehr

Beschäftigter in der Bundesagentur für Arbeit

30.09.2019

Sommerflaute auf dem Thüringer Arbeitsmarkt vorbei

Thüringen bleibt der Primus unter den ostdeutschen Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Doch das Angebot an neuen Stellen wächst nicht mehr so kräftig wie in der Vergangenheit. » mehr

Wachsender Informationsbedarf beim Thema Kurzarbeit

01.10.2019

Wachsender Informationsbedarf beim Thema Kurzarbeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September in Südthüringen noch einmal leicht zurückgegangen. Allerdings fragen immer mehr Unternehmen bei der Arbeitsagentur wegen Kurzarbeit an. » mehr

Leichte Dämpfer aus dem Raum Eisenach

01.05.2019

Arbeitsmarkt: Leichte Dämpfer aus dem Raum Eisenach

Der Arbeitsmarkt in Südthüringen hat sich auch im April gut entwickelt. Lediglich im Raum Eisenach läuft es nicht mehr so rund, ohne dass die Agentur für Arbeit die genaue Ursache ausmachen kann. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Neues Löschfahrzeug in Crock Crock

Neues Löschfahrzeug Crock | 11.12.2019 Crock
» 5 Bilder ansehen

Unfall Schnee Laster Bedheim Bedheim

Laster-Unfall Bedheim | 11.12.2019 Bedheim
» 31 Bilder ansehen

Hubschrauber-Säge Baumbeschneidung Sonneberg Sonneberg

Baumfällarbeiten Sonneberg | 09.12.2019 Sonneberg
» 37 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 12. 2019
20:06 Uhr



^