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Thüringen

Zum Schulstart eskaliert Streit um Bildungspolitik

Der Start ins Schuljahr beschert Jahr für Jahr einen Schlagabtausch der Bildungspolitiker im Land. Doch in diesem Jahr wird auch noch gewählt. Daher fällt der Streit um Lehrermangel und Unterrichtsausfall besonders heftig aus.



Erfurt - Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahrs in Thüringen am kommenden Montag hat die Diskussion über die Bildungspolitik an Schärfe zugenommen. Angesichts von Lehrermangel und Unterrichtsausfällen werfen die Oppositionsparteien im Landtag der Regierungskoalition Versagen vor. Befeuert wird die Kritik zusätzlich durch den aktuellen Bildungsmonitor der Initiative für neue soziale Marktwirtschaft. Dieser hatte ergeben, dass Thüringen in der Rangliste aktuell von Platz zwei auf Platz drei abgerutscht ist.

Das Ergebnis sei "eine niederschmetternde Schlussbilanz für fünf Jahre rot-rot-grüner Bildungspolitik in Thüringen", erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christian Tischner, am Freitag in Erfurt. Er bedauerte, dass die Ramelow-Regierung konstruktive Vorschläge der CDU, wie Vorschaltklassen für Kinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen, nicht aufgegriffen hat. Tischner befürchtet, dass das jüngst verabschiedete Schulgesetz "die rasante Talfahrt eher beschleunigen wird, weil es die falschen Schwerpunkte setzt".

Der Bildungsmonitor hatte Thüringen zwar einen hohen Mitteleinsatz bescheinigt, doch laut Tischner komme immer weniger dabei heraus. Während zehn Länder sich verbessert haben, trägt unter den sechs Absteigern "Thüringen die rote Laterne", so Tischner. Leidtragende der rot-rot-grünen Bildungspolitik seien besonders ausländische Schüler, die fast zur Hälfte (46,8 Prozent) keinen Schulabschluss erzielen würden.

"Seit die rot-rot-grüne Landesregierung im Amt ist, ist die Qualität der Bildung in Thüringen dramatisch gesunken", erklärte auch FDP-Landeschef Thomas L. Kemmerich. Das dringendste Problem sei und bleibe der Lehrermangel. Zum Schulstart fehlten immer noch fast 350 Lehrer. "Wie die Untersuchungen zeigen, besteht das Problem seit vielen Jahren - die Landesregierung hat hier also offensichtlich versagt", so Kemmerich weiter. Anfang der Woche habe deshalb auch der Thüringer Lehrerverband Alarm geschlagen und der Landesregierung vorgeworfen, man habe de facto den "Unterrichtsnotstand" ausgerufen.

Die Studie zeige außerdem, dass unser Bildungssystem immer noch zu wenig durchlässig ist: Überdurchschnittlich viele ausländische Jugendliche in Thüringen verlassen die Schule ohne Abschluss, kritisierte Kemmerich.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte nach Erscheinen des Bildungsmonitors erklärt, ein dritter Platz sei grundsätzlich zufriedenstellend, "insbesondere da wir an den im Bildungsmonitor kritisierten Punkten bereits intensiv arbeiten". Er wies zum Beispiel darauf hin, dass die Landesregierung das Problem der fehlenden Schulabschlüsse bei vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereits erkannt habe. Genau aus diesem Grund sei im neuen Schulgesetz die Schulpflicht ausgedehnt worden. Nach den neuen Regeln gilt nun für Jugendliche mit Migrationshintergrund ohne Schulabschluss eine Schulpflicht auch im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Laut Holter sei dies wichtig, "damit mehr junge Menschen den Schulabschluss schaffen." jol

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Veröffentlicht am:
17. 08. 2019
09:22 Uhr

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Veröffentlicht am:
17. 08. 2019
09:22 Uhr



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