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Thüringen

Wolf: Serie von Übergriffen kein Einzelfall

Erfurt - Dass ein Wolf wie derzeit in Thüringen gehäuft Schafe und Ziegen tötet, ist offenbar kein Einzelfall.




Das "Kontaktbüro Wölfe in Sachsen" teilte auf Nachfrage mit, "dass auch ein einzelner Wolf für zahlreiche Übergriffe auf Nutztiere verantwortlich sein kann". So sei es 2015 und 2016 in Niedersachsen wiederholt zu Übergriffen auf Nutztiere gekommen. Laut Kontaktbüro-Projektleiterin Vanessa Ludwig war dafür eine einzelne Wölfin verantwortlich. Die Einzelwolf-These ist in Thüringen nicht unumstritten. Seit Juli wurden 50 Schafe und 10 Ziegen in der Gegend des stillgelegten Truppenübungsplatzes Ohrdruf gerissen.

Anja Siegesmund (Grüne) hatte zuletzt gemutmaßt, angesichts der vielen Opfer könne das Ohrdrufer Tier verhaltensgestört sein ("Problemwolf"). Das sieht das sächsische Büro anders: Es sei kein auffälliges Verhalten, wenn ein Wolf viele Nutztiere töte. "Er verhält sich normal, indem er günstige Gelegenheiten nutzt, um an Nahrung zu gelangen." Wölfe, die gehäuft nicht geschützte Tiere vorfinden, würden lernen, dass Nutztiere deutlich einfacher zu haben sind. "Im Ergebnis kann es dazu kommen, dass Wölfe gezielt versuchen, Nutztiere zu reißen und dabei auch empfohlene Schutzmaßnahmen überwinden", so Ludwig.

Elektrozäune mit 100 bis 120 Zentimeter Höhe böten wirksamen Schutz, da ein schmerzhafter Stromschlag den Wolf in der Regel abschrecke. Dann steige die Opferzahl auch nicht mit der Zahl der Wölfe. ek

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11. 09. 2017
08:23 Uhr

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11. 09. 2017
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