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Thüringen

Wie sich Ramelow die nächste Wahl gesichert hat

Suhl - Politischer Aschermittwoch bei den Thüringer Franken funktioniert anders als in Bayern: Politiker von schwarz bis rot treten hier als Ganoven, Zwerge, Kellner oder Sprecher aus dem Off auf. Die einzigartige Veranstaltung im Suhler CCS bot am Dienstagabend nicht nur den aktuellen (und echten) Thüringer Ministerpräsidenten, sondern auch einen ehemaligen (aber nachgemachten) aus Bayern . Mehr als 2000 Zuschauer jubeln in der Halle.



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Als Egon Olsen steigt Bodo Ramelow beim Suhler politischen Aschermittwoch am 13. Februar 2018 in die Bütt.   Foto: ari » zu den Bildern

Sollte Bodo Ramelow (Linke) nach den Wahlen im kommenden Jahr nicht wieder Ministerpräsident werden, dann kann er unbesorgt als Büttenredner  seine Brötchen verdienen. Die Kunst der Selbstironie beherrschen die wenigsten Politiker -  Ramelow dagegen kann über sich und seine Fehler Witze machen.

>>> hier zu den Video-Clips

Am Dienstagabend steht er zum vierten Mal im CCS auf der Bühne, um seine Pläne und die Welt zu erklären.  „Wir haben einen Plan“,  ist sein Eingangsstatement, das er vom Kleinganoven Egon Olsen aus den Olsenbande-Filmen abgestaubt hat. Und als Egon Olsen samt Franz-Jäger-Tresor kommt er wie im Vorjahr auch auf die Bühne.

14.02.2018 - Politischer Aschermittwoch in Suhl - Foto: frankphoto.de

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Er ist aus der Justizvollzugsanstalt Arnstadt geflüchtet, wie er stolz verkündet – mit einem genialen Plan, der besser funktioniert hat als die Thüringer Gebietsreform. Vor einem Jahr ging es auch um die Gebietsreform – genauer gesagt um Ramelows „Groß Fränkischen Plan“ von Suhl bis Frank(en)furt. Daraus geworden ist nichts, so wie auch der echten Gebietsreform die Luft wie aus einem losgelassenen Luftballon ausging.  „Bayern hat die Furcht ergriffen“, erklärt Ramelow triumphierend. Und mit Söder wird nun schnell ein Franke zum Ministerpräsidenten gemacht und der will nun bei den Bayern mit der Frankenheimholung punkten.

Null-Obergrenze für Thüringer Franken in Bayern

Söder, so weiß Ramelow sicher,  plant eine Null-Prozent-Obergrenze für die Aufnahme von Thüringer Franken nach Bayern. Allerdings gibt es da noch einen kleinen Haken: Die Südthüringer müssen bei der Einwanderung das ehemalige Begrüßungsgeld von 1989 zurückzahlen. Der noch Finanzminister Söder wird das dann als neuen Finanzausgleich verkaufen.

Überrascht ist Ramelow doch, weil die Bayern die Straßenausbaubeiträge abschaffen wollen. „Von den Bayern lernen, heißt siegen lernen“, ruft er als Parole in den Saal. Die Zuschauer lachen, weil sie die Original-Parole noch zu gut kennen. „Von der Sowjetunion lernen…“, hieß es vor einer Generation. Nun haben die Weiß-Blauen von der Donau die Roten vom Dnepr als moralische Führungsmacht abgelöst.

Ganz so leicht ordnet sich Ramelow aber nicht unter. Mit dem von der rot-rot-grünen Koalition beschlossenen Doppelhaushalt für Thüringen schreibt man im Land „eine rote Doppelnull“. „Schwarze Nullen gibt es ja genug, nicht nur in Bayern“, feixt er. Tja, sogar Mike Mohring, der Christdemokrat, der Ramelow das Amt streitig macht, soll schon im thüringisch-fränkischen Grenzgebiet gesehen worden sein, um von Söder das Siegen zu lernen. „Aber die Bayern lassen ihn als Merkel-Freund links liegen.“

Martin Schulz als Dorf-Schulze am Rennsteig

Ramelow hat Egon Olsens Melonen-Hut gegen eine Zwergenmütze getauscht. „Riesen in Zwergenmützen fallen weniger auf“, erklärt er. Seine Ganovenkumpane Benny und Kjeld werden nun auch Zwerge und ein roter Gartenzwerg – „sieht aus wie Martin Schulz“ - wird auf die Bütt gestellt. Ramelows Zwergenarmee ist fertig und mit ihr die Überleitung zur Misere der Sozialdemokratie im Bund und im Land. Ramelow hat der SPD versprochen, etwas für den Mini-Jobber Schulz  zu tun. „Ist jemand von einer Rennsteig-Gemeine im Saal, die noch einen Dorf-Schulzen sucht?“, ruft er.  

Die Thüringer Sozialdemokraten sind ähnlich gebeutelt. Innenminister Holger Poppenhäger (Ramelow sagt „Poppi“) musste wegen der Gebietsreform zurücktreten und wurde als Präsident des statistischen Landesamtes abgefunden und standesgemäß versorgt. Ein Geniestreich, findet der Ministerpräsident: „Damit habe ich die nächste Landtagswahl statistisch schon gewonnen.“

Mike Mohring als Wirt im "Weißen Rossel"

Wenn er damit mal nicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat. Der Wirt ist in dem Fall Oppositionsführer Mike Mohring (CDU), der im Auftritt der Suhler CDU den Wirt im „Weißen Rossel“ am Triebelsee spielt. (Woher kommen die Namen? Richard Rossel ist Bürgermeister von Zella-Mehlis, der Suhler Nachbarstadt, die eine innige karnevalistische Feindschaft mit der einstigen Bezirkshaupstadt und ihrem Oberbürgermeister Jens Triebel pflegt.)

Im „Weißen Rossel“ spielen der Suhler Sepp, die Zellaer Härtefraa und der Schleusinger Märthätscher um die kleinen Gemeinden im Umland, nachdem Tief Bodo über das Land gefahren ist. „Sepp hat die besten Karten auf der Hand, aber keinen Heller auf der Bank“, berichtet der Erzähler. Nach dem Spiel bleibt Sepp bis auf das „Groschengrab Oberhof“ nicht viel. „Aber im nächsten Jahr wird vieles Besser, dann kommt die Regierung unters Messer“, kündigt Wirt Mohring an. Schleusingen hat Geld zuhauf  und kauft den ganzen Süden auf. Ins rote Suhler Rathaus zieht ein Schwarzer ein, der wird ein guter Nachbar sein. Etwas später singen der Suhler Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) und sein Meininger Landtagskollege Michael Heym (CDU): „Oh rot-rot-grün ihr werdet sehn, auch ihr müsst einmal gehen.“

Bleibt bei den Politikern noch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der nach einiger fremd-sprachlicher Verwirrung von Moderator Daniel Ebert nur noch „Wolle“ genannt wird. Er darf ein eingespieltes Video von Angela Merkel synchronisieren. In schwerem Uckermärkisch werden so die Sühler direkt begrüßt, sich über den Aschermittwoch an einem Dienstag  gewundert und ein harmloser Witz gerissen (Warum fahren sie mit 75 durch die Stadt? Das ist mein Hut, der mich so alt macht!).

Edmund Stoiber im Machu Picchu des Thüringer Waldes

Ganz zum Schluss kommt aber doch noch einer, dem keiner der Anwesenden das Wasser reichen kann: ein frischer Edmund Stoiber aus München, gespielt von Jonas Greiner aus Lauscha. Er wähnt sich in Leipzig, lobt dann aber doch Suhl als das „Machu Picchu des Thüringer Waldes“. Das echte Machu Picchu ist eine verlassene Ruinenstadt in den peruanischen Anden. Er stottert sich vom Transrapid zum ICE-Bahnhof in Erfurt, lobt Ramelow, dass es nach drei Jahren linker Ministerpräsidentschaft noch immer Westfernsehen in Thüringen gibt und meldet, dass es wieder Zuwanderung nach Thüringen gibt. „Schauen Sie nicht so verdutzt, Herr Mohring, es sind nur Wölfe“, beruhigt er nach unten.

Stoiber empfiehlt sich als künftiger Bundespräsident und rümpft die Nase über die Berliner, die es einfach nicht schaffen,  eine Regierung zu bilden. „Lassen Sie uns aber froh sein! Wir müssen uns doch nur anschauen, was aus Ländern wird, die regiert werden…“, stöhnt er. Unfassbar, dass ein Seehofer mit seinem Pippi-Langstrumpf-Gesicht der bayerische Ministerpräsident werden konnte. Und dass die Pippi-Langstrumpf dann auch noch ihr Äffchen zum Nachfolger macht… „Und ich bin die Astrid Lindgren und habe diese ganzen Figuren geschaffen“, wundert sich der Ersatz-Stoiber.

Politiker am echten Aschermittwoch jeder für sich allein

Den Hauptteil des Abends bestreiten neben echten Karnevalisten die Suhler Stadtratsfraktionen in satirischen Szenen, in denen auch das Umland und die Bundespolitik ihr Fett abbekommen. Eine Stunde vor Beginn des tatsächlichen Aschermittwoch endet die größte politische Aschermittwochsveranstaltung Thüringens. Am Aschermittwoch kochen die Parteien wieder ihr eigenes Süppchen mit weniger Spaß und weniger Schalck im Nacken: Die CDU in Apolda, die SPD in Arnstadt und die FDP in Erfurt, Bodo Ramelow tritt bei den Linken in Aschaffenburg auf, Björn Höcke soll für die AfD in Sachsen reden. oa

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14. 02. 2018
01:50 Uhr

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