Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Thüringen

Werner kann sich Maskenpflicht noch für längere Zeit vorstellen

Ende August läuft in Thüringen die Grundverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie aus. Gesundheitsministerin Heike Werner kann sich kleinere Lockerungen vorstellen. Eine Maßnahme, an der sie einst selbst zweifelte, hält sie aber inzwischen für besonders wichtig.



Einst sah Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) eine Maskenpflicht skeptisch, inzwischen hält die 51-Jährige sie aber auch auf längere Sicht für ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. «Ich persönlich finde die AHA-Regel, also Abstand halten, Hygienekonzepte und die Alltagsmaske - und das alles verbunden mit Kontaktnachverfolgung, für einen guten Weg, das Geschehen im Zaum zu halten», sagte Werner der Deutschen Presse-Agentur. Man wisse derzeit noch nicht, wie lange es noch dauere, bis es einen Impfstoff gebe.

 

In Thüringen sind Mund-Nasen-Bedeckungen zum Beispiel in Bussen, Zügen und Straßenbahnen Pflicht. Auch in Geschäften müssen die Menschen eine Alltagsmaske tragen, oder Mund und Nase mit einem Schal bedecken.

Werner schließt nicht aus, dass die Thüringer auch noch in der Vorweihnachtszeit mit Maske in den Geschäften ihre Geschenke einkaufen werden. «Zumindest sagen uns die Wissenschaftler, dass ab Herbst das Infektionsrisiko steigt», sagte Werner. Im Herbst und im Winter hielten sich die Menschen öfter in geschlossenen Räumen auf und lüfteten weniger. «Deswegen wird das Risiko eher steigen. Und dann ist die Alltagsmaske ein sehr einfache Mittel, das auch viel helfen kann», sagte Werner.

Werner hatte sich zu Beginn der Pandemie gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen, ihre Meinung inzwischen aber revidiert. Sie erinnerte daran, dass auch das Robert-Koch-Institut einer Maskenpflicht anfangs skeptisch gegenüberstand. Es habe die Befürchtung gegeben, dass das Tragen einer Alltagsmaske den Menschen ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermittle. «Man hatte den Eindruck, dass da mehr schiefgehen kann, als das Risiko tatsächlich zu senken», sagte Werner. Zudem habe man erst mit der Zeit gelernt, dass nicht nur Husten und Niesen zur Infektion führen können, sondern vor allem auch die Aerosole in der Luft - etwa in geschlossenen Räumen. «Ich glaube, man muss lernfähig sein», sagte Werner.

Inzwischen glaube sie, dass das Tragen einer Alltagsmaske im öffentlichen Nahverkehr und in den Geschäften auch in Zukunft eine geeignete Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus sein kann. In diesen Bereichen sei die Pflicht für Kunden, eine Maske zu tragen, auch ein guter Schutz für die Beschäftigten, betonte sie.

In Thüringen läuft die aktuelle Grundverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie Ende August aus. Werner deutete an, dass sie sich kleinere Lockerungen vorstellen könne. Tiefgreifende Änderungen seien nach jetzigem Stand der Dinge aber nicht zu erwarten.

Man müsse das Infektionsgeschehen weiter beobachten. Es sei geplant, mit der nächsten Verordnung «an der einen oder anderen Stelle Stufenkonzepte einzubauen», sagte Werner. «Wir arbeiten gemeinsam auch mit anderen Bundesländern an einem Stufenkonzept, wo es um das Gewerbe der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter geht», sagte Werner. Denkbar sei etwa, in einem ersten Schritt unter bestimmten Voraussetzungen erotische Massagen wieder zu erlauben.

Ähnliche Konzepte seien auch für Veranstaltungen und für bestimmte Märkte denkbar - jedoch immer mit Auflagen. Lockerungen für Diskotheken, Clubs und bestimmte Großveranstaltungen seien aber immer noch ein schwieriges Thema, betonte die Ministerin. dpa

 

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 08. 2020
08:41 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Covid-19-Pandemie Deutsche Presseagentur Gesundheitsminister Heike Werner Infektionsgefahr Infektionskrankheiten Minister Nahverkehr Pandemien Prostituierte Prostituierter Robert-Koch-Institut Straßenbahnen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Eine Virologin untersucht Proben auf das Coronavirus

02.09.2020

Wie Corona Thüringen in sechs Monaten verändert hat

Vor einem halben Jahr erfasste das Corona-Virus Thüringen, das damals noch in einer Regierungskrise steckte. Binnen kurzer Zeit schaltete die neue Landesregierung in den Krisenmodus. Doch politisch lief das nicht immer o... » mehr

Coronavirus: Alltagsmasken

03.09.2020

Sechs Monate Ausnahmezustand: Wie Corona Thüringen verändert hat

Vor einem halben Jahr erfasste das Corona-Virus Thüringen, das damals noch in einer Regierungskrise steckte. In der neuen Landesregierung lief der Krisenmodus auch nicht immer ohne Konflikte ab. » mehr

Sperrungen gibt es derzeit allerorten wie hier in Suhl. Ob das alles rechtlich so erlaubt ist, werden Juristen klären, wenn die Krise vorbei ist. Foto: ari

31.03.2020

Keine Lockerung der Corona-Maßnahmen in Sicht

Thüringen will an den strengen Vorschriften zur Bekämpfung des Coronavirus festhalten - zumindest erstmal bis zum 19. April. Auch eine Regelung für Treffen im öffentlichen Raum soll verlängert werden. » mehr

Fahrgäste in einer Straßenbahn in Leipzig

Aktualisiert am 21.04.2020

Werner will Maskenpflicht für Geschäfte und Nahverkehr einführen

Nun also doch: Auch in Thüringen sollen sich die Bürger demnächst Mund und Nase im Kampf gegen das Coronavirus bedecken. Ab Freitag soll sie nun landesweit in Geschäften und im Nahverkehr gelten. Gesundheitsministerin He... » mehr

Das Leben nach Covid-19

16.09.2020

Leben nach Covid-19: Viele Patienten kämpfen mit Langzeitfolgen

Das Virus haben sie besiegt, doch viele ehemals Covid-19-Erkrankte kämpfen noch Wochen und Monate später mit Gesundheitsbeschwerden. Die können längst nicht nur die Lunge betreffen. » mehr

Inzwischen ist das Lager gut gefüllt: Ministerpräsident Bodo Ramelow (2. von recht) und Gesundheitsministerin Heike Werner (3. von recht) besichtigen das Pandemielager in einer Lagerhalle des Landes in Erfurt. Die Halle ist das zentrale Lager des Gesundheitsministeriums für Materialien der persönlichen Schutzausrüstung wie Masken, Kittel, Handschuhe, Brillen, Overalls und Schutzschilde. Foto: Martin Schutt/dpa

03.08.2020

Erinnerungen an die wilden Zeiten

Als die erste Corona-Welle über Deutschland rollte, war Schutzausrüstung auf dem Markt kaum zu bekommen. Dafür waren dort viele dubiose Anbieter unterwegs. Inzwischen ist das Pandemielager des Landes gut gefüllt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall ICE Schafe Schalkau Tunnel Müß

ICE rammt Schafherde | 23.09.2020 Schalkau Tunnel Müß
» 14 Bilder ansehen

2020-09-22

Feuerwehr-Übung Ilmenau | 22.09.2020
» 17 Bilder ansehen

Großbrand Themar Themar

Großbrand Themar | 22.09.2020 Themar
» 57 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 08. 2020
08:41 Uhr



^