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Thüringen

Weniger Vögel in Thüringen, weil nicht genug Nahrung da ist

Für heimische Feld- und Grünlandvögel wird nach Einschätzung von Vogelexperten die Nahrung knapp. Folge: Die Bestände gehen zurück. Eine Langzeitbetrachtung zeigt, dass es einige Arten besonders stark trifft.



Die Bestände heimischer Feld- und Grünlandvögel sind Experten zufolge seit 2005 deutlich zurückgegangen. Die Population der Goldammer hat beispielsweise in Thüringen stark abgenommen - um rund 30 Prozent binnen elf Jahren zwischen 2006 und 2016. Das geht aus Daten des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) hervor, die auf einer Auswertung von Stichprobenflächen beruhen. Im statistischen Mittel schwindet der Brutbestand dieses Vogels im Freistaat um jährlich etwa 3,5 Prozent.

«Der Bestandsrückgang ist bei Vögeln der offenen Landschaften deutlich stärker als bei Arten, die in den Wäldern leben oder in Siedlungen», sagte Stefan Frick, Biologe und Leiter des Vogel-Monitorings beim Verein Thüringer Ornithologen.

Grund sei vor allem das immer knapper werdende Nahrungsangebot auf Freiflächen wie Äckern. Zwar ernähre sich die Goldammer hauptsächlich von Samen. «Bei der Aufzucht werden die Jungvögel aber mit proteinreichen Insekten gefüttert», sagte Frick. Das Insektensterben führe daher zu Engpässen bei der Nahrungssuche der Vögel.

«Es fehlen Randstreifen mit Blumen an den Feldern und Feldwegen», sagte Frick. Trotz der traditionell großen Agrarflächen in den ostdeutschen Bundesländern habe es zu DDR-Zeiten solche Randstreifen noch öfter gegeben. Durch moderne Technik werde heute «jeder Quadratmeter beackert - bis an den Feldrand», sagte Frick. Diese Entwicklung habe in den westdeutschen Ländern eher begonnen und sei dort fortgeschrittener. Zudem fehle es in Thüringen an Hecken als Nist- und Brutplätze für bestimmte Vogelarten.

Einen erheblichen Rückgang gibt es den Daten zufolge auch beim heimischen Star. Zwischen 2006 und 2016 sei der Bestand des Stars um rund 20 Prozent zurückgegangen - bei einer Abnahme von rund 2 Prozent im Durchschnitt jedes Jahr.

Nach Angaben des Vereins Thüringer Ornithologen werden die Daten auch auf EU-Ebene mit den Vogelbeständen anderer Länder verglichen. Das Vogel-Monitoring gibt es nach standardisierten Methoden bundesweit seit den 90er-Jahren. dpa

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Veröffentlicht am:
11. 12. 2018
07:03 Uhr

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11. 12. 2018
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