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Thüringen

Weiterhin Durcheinander bei der Kinderbetreuung

Unterschiedliche Regelungen bei der Kinderbetreuung innerhalb Thüringens sorgen für Chaos. Eltern wissen nicht mehr, wie sie die Betreuung organisieren sollen.



Erfurt/Suhl - Thüringer Eltern und die Wirtschaft beklagen eine große Betreuungslücke: Während in vielen Unternehmen wieder gearbeitet wird, fahren Schulen und Kindergärten ihre Angebote nicht im gleichen Maße wieder hoch. Die Landeselternvertretung hat sich deshalb in einem Hilferuf an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gewandt. Jetzt seien Betreuungsangebote nötig, die mit der Möglichkeit zum Erwerbsleben vereinbar sind, schreibt darin der Landesvorsitzende Roul Rommeiß. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen fordert ein rasches Ende der Übergangsregelungen.

Die Landesregierung in Erfurt hatte die Zuständigkeit an die Kommunen weitergegeben, dieses sollten selbst über die Öffnung der Kinder-Einrichtungen entscheiden. Eine Reihe von Städten gehen am Montag einen weiteren Schritt und wechseln von der bisherigen Notbetreuung auf den sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb, andere warten bis nach Pfingsten oder sogar bis zum 15. Juni. "Eingeschränkt" ist die Betreuung deshalb, weil es in den kleineren Gruppen längst nicht Platz für alle Kinder gibt und auch die Betreuungszeiten verkürzt sind. Damit müssen sich die Eltern auch weiterhin nach Alternativen umsehen.

Der Wechsel von der Notbetreuung zum eingeschränkten Regelbetrieb trifft insbesondere auch Eltern in "systemrelevanten" Berufen, also zum Beispiel in Gesundheits- und Pflegeberufen. Konnten sie ihre Kinder bislang in die Notbetreuung geben, müssen sie nun mit eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten zurechtkommen.

Die Elternvertretung kritisiert auch, dass für Eltern und Arbeitgeber keinerlei Planungssicherheit gegeben sei: "Während manche Grundschule die Kinder für wenige Stunden pro Tag in die Schule holt, werden die Kinder anderswo tageweise beschult, gänzlich andere Betreuungszeiten sind in den Kitas geplant. Horte sind weiterhin geschlossen." Wieder arbeiten zu gehen, sei da nicht möglich. Ramelow wird daher gebeten, mit seinen Ministern ressortübergreifend eine Lösung zu finden.

IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas verwies darauf, dass die Hygienevorgaben in den Kindertagesstätten als nicht praxistauglich gelten. Zudem variierten die vorgesehenen Präsenz-Blöcke an den Schulen. Dies stelle Arbeitnehmer mit Kindern und die Unternehmen, in denen sie beschäftigt sind, vor unlösbare Probleme.

Staatliche Entschädigungen für Eltern, die wegen Quarantäne oder Kinderbetreuung nicht arbeiten können, fließen in Thüringen auch nur spärlich. Wie der MDR am Freitag berichtete, sind beim Landesverwaltungsamt seit Ende März 2700 entsprechende Anträge eingegangen, 71 Anträge seien bewilligt, 209 befänden sich derzeit in Bearbeitung und 151 seien zurückgenommen worden. Die Behörde habe zwar ihr Personal aufgestockt, dennoch könne es bis zu vier Wochen dauern, bis das Geld ausgezahlt werde. Den Angaben zufolge sind bislang etwa 60 000 Euro hierfür geflossen. Die Lohnersatzzahlung wurde bisher für einen Zeitraum von sechs Wochen gewährt. Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch entschieden, die Zahlung auf zehn Wochen, für Alleinerziehende auf 20 Wochen zu verlängern.

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Jens Wenzel

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Veröffentlicht am:
23. 05. 2020
08:14 Uhr

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23. 05. 2020
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