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Thüringen

Vier-Länder-Protest gegen Südlink-Stromtrasse

Den Gegnern der geplanten Stromtrasse "Südlink" geht es nicht einfach nur um die Trassenführung. Sie wollen das im Zuge der Energiewende geplante Vorhaben grundsätzlich verhindern.



Lauchröden - Viele hundert Gegner der Südlink-Stromtrasse aus vier Bundesländern haben am Ostermontag in Lauchröden (Wartburgkreis) an der Grenze zu Hessen für ein Aus der umstrittenen Planungen demonstriert. Während die Polizei von etwa 2200 Demonstranten aus Thüringen, Hessen, Bayern und Niedersachsen sprach, die in den Ort nahe der früheren innerdeutschen Grenze gekommen waren, gingen die Initiatoren vom Verein "Thüringer gegen Südlink" von bis zu 4000 Teilnehmern aus. Die Pläne für die sogenannte Stromautobahn, die über 700 Kilometer von Nord- nach Süddeutschland führen soll, sorgen seit vielen Monaten für Proteste bei Anwohnern der betroffenen Regionen, Landes- und Kommunalpolitikern.

Mit dem gemeinsamen Protest wollten die Gegner deutlich machen, dass es längst nicht nur darum geht, ob die Leitung östlich oder westlich der thüringisch-hessischen Grenze verläuft. Hierfür zogen die Demonstranten aus den vier betroffenen Bundesländern mit den jeweiligen Landesfahnen gemeinsam zur einstigen Grenzbrücke über die Werra bei Herleshausen.

Das Projekt des Südlink habe mit der Energiewende, die immer wieder zur Begründung herhalten muss, gar nichts zu tun, kritisierte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jürgen Herrmann. Die Trassengegner fürchten vielmehr, dass über die Leitung auch ausländischer Atom- und Kohlestrom fließen könnte. Dies hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sogar bei Terminen in der Region eingeräumt. Ursprünglich waren die Leitungspläne damit begründet worden, dass Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden solle.

Der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU), sprach nach der Demonstration von einem "Signal" in Richtung Berlin. "Der Druck der Gegner ist bundesweit vorhanden." Auch das Ende der Atomkraft sei letztlich nur durch den Druck vieler Menschen eingeleitet worden.

78 Kilometer der Erdkabeltrasse betreffen Thüringen, vor allem den Südwesten mit dem Wartburgkreis. Im Landratsamt in Bad Salzungen werden die Routenpläne für einen Teilabschnitt der Trasse von diesem Donnerstag (25. April) an bis zum 24. Mai zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt. Die Landrätin von Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (parteilos), deren Kreis der Initiative inzwischen auch beigetreten ist, hat im Vorfeld zu möglichst vielen Einwänden aufgerufen. Dies sei die einzige Chance, "dieses Wahnsinnsprojekt noch aufzuhalten".

Die Route des Südlink soll von Schleswig-Holstein aus westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg führen. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW hatten einen leicht veränderten Trassenverlauf vorgeschlagen, der Nordthüringen verschont und dafür durch Nordhessen verläuft.

Die Landesregierung in Erfurt, die auf einen möglichst geradlinigen Verlauf pocht, sieht ihren eigenen Trassenvorschlag nicht ausreichend berücksichtigt und landesplanerische Rechte verletzt und hat Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. dpa/bik

Lesen Sie dazu auch: Südlink-Gegner wollen keine Märchen mehr

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Veröffentlicht am:
22. 04. 2019
21:05 Uhr

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22. 04. 2019
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