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Thüringen

Thüringer müssen relativ geringe Grundsteuern zahlen

Seit Monaten wird in Deutschland über eine Reform der Grundsteuer, die Haus- und Grundstückseigentümer zu zahlen haben, diskutiert. Eine Studie beleuchtet die aktuelle Situation.



Thüringen gehört nach einer Studie zu den Bundesländern, deren Einwohner vergleichsweise wenig Grundsteuer bezahlen müssen. Wie aus einer am Dienstag in Stuttgart veröffentlichen Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht, hat jeder Thüringer im vergangenen Jahr statistisch 109 Euro Grundsteuer an seine Kommune gezahlt. Nur in Sachsen-Anhalt (107 Euro) und Brandenburg (106 Euro) war die durchschnittliche Pro-Kopf-Belastung geringer. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen werden die Einwohner mit 206 Euro zur Kasse gebeten.

Betrachtet wurde die Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstück. Sie ist von den Haus- und Grundstückseigentümern zu entrichten. Besitzer von Mietshäusern legen sie in der Regel über die Betriebskosten auf die Mieter um. Für die Kommunen ist die Grundsteuer eine wichtige Einnahmequelle. Ihre Höhe ist abhängig vom Wohnort, der Grundstücksgröße und der Bebauung darauf. Die Kommunen legen sogenannte Hebesätze fest, die von Ort zu Ort variieren. In Thüringen haben zwischen 2013 und 2018 fast 40 Prozent der Kommunen diesen Satz erhöht. Bundesweit waren es mehr als die Hälfte.

Im Thüringer Durchschnitt beträgt der Hebesatz 395 Prozent, was im Bundesvergleich ein relativ hoher Wert ist (Bundesdurchschnitt: 378 Prozent). Der Studie zufolge liegt Thüringen damit an fünfter Stelle hinter Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen und dem Saarland. Umgekehrt ist es bei den Einnahmen, die die Thüringer Kommunen letztlich mit der Grundsteuer erzielten. Insgesamt 246 Millionen Euro im vergangenen Jahr bedeuten laut Studie einen Platz im Schlussfeld der Bundesländer, nur Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland verzeichneten weniger Einnahmen.

Innerhalb Thüringens sind die Hebesätze unterschiedlich hoch. Der Ort mit dem niedrigsten Satz in Thüringen ist laut Untersuchung Kirchgandern (Eichsfeldkreis), wo 200 Prozent gelten. Den höchsten Hebesatz weist die kreisfreie Stadt Gera mit 600 Prozent auf. Zwischen 2013 und 2018 haben fast 40 Prozent der Kommunen im Freistaat die Hebesätze erhöht, wie die Analyse ergab.

Bis Jahresende muss in Deutschland die Berechnung der Grundsteuer auf neue Füße gestellt werden. Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

Analysiert wurde auch die Entwicklung der Gewerbesteuern. Demnach haben in den vergangenen fünf Jahren fast 57 Prozent der Thüringer Kommunen die Hebesätze für diese von Unternehmen zu zahlende Steuer erhöht. Deutschlandweit waren es nur rund 50 Prozent. In Thüringen beträgt der Hebesatz durchschnittlich 382 Prozent, das bedeutet im Vergleich der Bundesländer Rang 4 hinter Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Sachsen. dpa

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Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
07:08 Uhr

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Veröffentlicht am:
20. 08. 2019
07:08 Uhr



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