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Thüringen

Thüringer gedenken der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror

So wie in Bad Salzungen am Denkmal im Rathenaupark gedachten Bürger, Vertreter von Parteien, Vereinen und Verbänden in ganz Thüringen am Volkstrauertag der Opfer von Krieg, Gewalt, Vertreibung und Terror und legten Kränze nieder.



Volkstrauertag
Am Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Bad Salzungen legten zum Volkstrauertag Vertreter von Parteien, Vereinen und Verbänden Kränze nieder.   Foto: Heiko Matz

Bad Salzungen - So wie in Bad Salzungen am Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Rathenaupark gedachten Bürger, Vertreter von Parteien, Vereinen und Verbänden in ganz Thüringen am Volkstrauertag der Opfer von Krieg, Gewalt, Vertreibung und Terror und legten Kränze nieder.

Bei der zentralen Veranstaltung im Landtag in Erfurt sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), es gehe um ein tiefes Mitgefühl mit dem Leid anderer Menschen und das Tragen von Verantwortung. «Wir erinnern an das Schicksal der Soldaten vieler Nationen und Nationalitäten, der Bombenopfer, der Kriegsflüchtlinge, wir erinnern an die Leiden der KZ-Häftlinge und der Zwangsarbeiter.»

Es gehe nicht nur um das Gedenken der deutschen Toten, sondern aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Ein zentrierter Blick auf das eigene Leid würde Versöhnung erschweren, sagte Ramelow.

Er und Landtagspräsidentin Birgit Diezel würdigten die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der 100 Jahre besteht. Er kümmere sich nicht nur um die Gräber von Opfern, sondern schaffe auch Lernorte der Geschichte, sagte Diezel. Damit leiste der Volksbund einen wichtigen Beitrag zur europäischen Aussöhnung. Der Volkstrauertag mahne, «den unschätzbaren Wert von Frieden, Freiheit und Demokratie im Bewusstsein zu halten». Die Gedenkrede im Landtag hielt die Bürgerrechtlerin und Autorin Freya Klier.

Gedenkveranstaltungen gab es unter anderem auch in Suhl, Zella-Mehlis, Hildburghausen, Ilmenau, Schmalkalden, Altenburg, Heiligenstadt, Schmiedebach und Nordhausen. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag - zwei Sonntage vor dem ersten Advent. Er wurde in Deutschland ursprünglich eingeführt, um der Toten des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Mittlerweile wurde der ursprüngliche Gedanke aber längst erweitert: Es heißt, dass nicht nur an Kriegstote, sondern auch an Opfer von Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft erinnert werden soll. Dazu zählen unter anderem auch Opfer rassistischer Übergriffe.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, der allein zwei Millionen deutsche Soldaten das Leben kostete, wurde der Volkstrauertag erstmals 1919 vorgeschlagen. Drei Jahre später fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. 1926 entschied die Regierung, den Volkstrauertag am fünften Sonntag nach Ostern zu begehen. Nach mehreren Änderungen hinsichtlich des Datums und des Namens - unter anderem durch die Nationalsozialisten ("Heldengedenktag") - wurde der Volkstrauertag in der Bundesrepublik 1952 wieder eingeführt. Seither genießt er hierzulande den Status eines gesetzlichen Gedenktags.

Auch in anderen Ländern wird der Opfer der Weltkriege gedacht. In den Niederlanden wird dies beispielsweise am 4. Mai ab 20 Uhr in Form von zwei Schweigeminuten getan. In Großbritanien, Kanada, und weiteren Ländern wird der Toten am 11. November gedacht. In Belgien und Frankreich ist der 11. November jeweils ein arbeitsfreier Gedenktag. Die USA begehen den letzten Montag im Mai als Memorial Day. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Veterans Day. An diesem Tag werden die überlebenden Soldaten der Weltkriege geehrt. dpa/red

 

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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
14:36 Uhr

Aktualisiert am:
17. 11. 2019
16:56 Uhr

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17. 11. 2019
14:36 Uhr

Aktualisiert am:
17. 11. 2019
16:56 Uhr



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