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Thüringen

Thüringens Süden soll sichtbar werden

Vor mehr als einem Jahr kündigte die IHK an, sich in der Regionalwerbung vom Begriff Wald verabschieden zu wollen. Danach blieb es lange still. Bis jetzt. Diverse Kreistage befassen sich aktuell mit dem Thema.



Thüringens Süden soll sichtbar werden
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Suhl - In diesen Tagen kann der geographische Überblick schon einmal verloren gehen. War den Südthüringern bisher nicht besonders wichtig, dass ihre Heimat im Herzen Deutschlands, also mittendrin liegt? Und nun ist dauernd von Süden die Rede. Von Thüringens Süden.

Bisherige Projekte des Regionalmarketings

Firmenlauf Thüringer Wald

Bereits zum zehnten Mal lud das Forum Thüringer Wald in diesem Jahr zum Firmenlauf nach Oberhof ein. Mit mehr als 6000 Läufern und Zuschauern ist er inzwischen die größte Sportveranstaltung nach dem Biathlon-Weltcup, die in der Oberhofer Biathlon-Arena ausgetragen wird. Ziel ist es, das Netzwerk unter Unternehmen und Beschäftigten zu stärken und ein Gemeinschaftsgefühl in der Wirtschaft im Thüringer Wald zu schaffen.

Industrie Intouch

Was einst als "Lange Nacht der Industrie" begann, ist inzwischen zu einem eigenen Veranstaltungsformat geworden. Einmal im Jahr laden Unternehmen der Region ein, um Industrie zum Anfassen zu erleben. Bewerber und Arbeitgeber sollen so zueinanderfinden, die Menschen in Südthüringen erleben, was für Arbeitsplätze es in ihrer Heimat überhaupt gibt.

 

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) und ihre Partner im Regionalmarketing, das bislang auf den Namen Thüringer Wald hörte, wollen sich auf den Weg machen, um den Landkreisen ihre neue Strategie vorzustellen. Die verabschiedet sich vom Begriff des Thüringer Waldes und will künftig den Begriff Thüringens Süden ins Zentrum der Vermarktung stellen. Und die Landkreise und die kreisfreie Stadt Suhl sollen mit ins Boot. Auch finanziell.

 

Das schien bislang auch kein Thema. In den meisten Kreistagen in der Region ging das Thema Regionalmarketing in den vergangenen Wochen vergleichsweise geräuschlos über die Bühne. Nicht so in der Stadt Suhl. Der Stadtrat ließ bei seiner Sitzung vergangene Woche offen, ob er seine Zustimmung zur Beteiligung an der neuen Kampagne erteilen wolle. Vor allem Ex-Oberbürgermeister Jens Triebel ließ kaum ein gutes Haar an der Kampagne, sprach von altem Wein in neuen Schläuchen.

Der plötzliche Aufschrei überrascht. Der Startschuss für die neue Strategie fiel vor mehr als einem Jahr. Beim Jahresempfang der IHK im Herbst 2018 sprach deren Präsident Peter Traut erstmals von Thüringens Süden. Und schon ein halbes Jahr vorher, im Februar 2018, hatte Traut im Interview mit dieser Zeitung eine Neuausrichtung des Regionalmarketing angekündigt. "Die Himmelsrichtung hat den Vorteil, dass sie im Bewusstsein der Menschen positiv besetzt ist, denn in Deutschlands Süden sind die erfolgreichen Unternehmen, die starken Wirtschaftszentren. Wir wollen zeigen, dass wir auch ein solches Zentrum sind", begründete Traut die Veränderung.

Landkreise werden Teil der neuen Strukturen

In der ersten Phase des Regionalmarketings, als es noch auf den Titel Wald hörte, habe die Region fokussiert für Arbeitsplätze geworben. "Doch die gibt es mittlerweile fast überall in Deutschland. Jetzt beginnt das nächste Level. Wir wollen herausarbeiten, dass Thüringens Süden die zentrale Region in Deutschland ist, in der man seinen Lebensmittelpunkt finden und diesen privat und beruflich gestalten kann", so Traut.

Danach blieb es jedoch lange ruhig um die neue Marke. Auch ein neues Logo fehlt bislang. Noch finden sich die stilisierten Bergzüge des Thüringer Waldes auf den Briefköpfen von Kammern und Institutionen. "Wir bezeichnen den Übergang vom Regionalmarketing Thüringer Wald zur Marke Thüringens Süden als Next-Level-Strategie, was bedeutet, dass der zu erwartende Entwicklungssprung im Standortmarketing unserer Region weit über ein neues Logo und eine Kampagne hinausgehen wird", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas kürzlich auf Anfrage. Zwischenzeitlich sei eine neue Partnerstruktur etabliert worden. Künftig sollen die Landkreise der Region mit an Bord sein und damit das ursprünglich ausschließlich durch die Wirtschaft getriebene Regionalmarketing nunmehr auf eine neue Basis umgestellt werden. "Wenn es künftig darum geht, unsere Region als gestaltbarsten Lebensmittelpunkt Deutschlands für Macher zu platzieren, müssen Wirtschaft und Gebietskörperschaften an einem Strang ziehen und gemeinsam Verantwortung übernehmen", so Pieterwas.

Genau dieser Prozess beginnt nun, wenn die Kammer in den Kreistagen der Region die Kampagne vorstellt. Und auf ein positives Votum der Kreistagsmitglieder hoffen. Denn es geht auch um Geld für die Umsetzung der Strategie.

In der neuen Partnerstruktur seien in den vergangenen Monaten ein Entwicklungskonzept erarbeitet und abgestimmt worden. Es stelle die inhaltliche Basis für ein Regionalmanagement unter der Marke Thüringens Süden für die nächsten neun Jahre dar. Wenn alles in trockenen Tüchern ist, dann der Verein forum Thüringer Wald e.V. unverzüglich personell verstärkt und parallel die Corporate Design und Produktentwicklung vorangetrieben werden, so Pieterwas. Der Verein ist die Institution, die einst von IHK und Handwerkskammer initiiert worden war, um das Regionalmarketing für die Region zu bündeln. Mit ersten Ergebnissen und auch einem neuen Logo ist laut Pieterwas im Spätherbst dieses Jahres zu rechnen.

Als einen Schritt für die Erarbeitung des regionalen Entwicklungskonzepts hatte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) einen Förderbescheid über 39.000 Euro an den Verein Forum Thüringer Wald übergeben. Das Konzept insgesamt soll 52.000 Euro kosten.

Schon viele Regionen werben mit dem Süden

Dabei ist Südthüringen längst nicht die einzige Region in Deutschland, die mit dem Begriff Süden wirbt - oder werben will. Die Baden-Württemberger haben es wieder einmal vorgemacht. "Wir sind Süden", ist schon der Werbespruch der Tourismusorganisation von Baden-Württemberg. "Der Deutsche träumt von jeher vom Süden, wir haben ihn im Land", schwärmt deren Geschäftsführer. Doch nicht nur im Süden ist Süden: Die Tourismusförderung von Monsheim wirbt ebenfalls: "Der Süden Rheinhessens" und Bozen schreit schon lange auf seinen Prospekten und im Internet: "Südtirols Süden".

Auch der, bei dem die Südthüringer den Slogan eingekauft haben, ist in Sachen Süden schon viel in der Welt herumgekommen. Christoph Engl leitete jahrelang das Tourismusmarketing Südtirol, wechselte dann zur Werbeagentur Brand Trust, die er inzwischen aber schon wieder verlasen hat. In Sachen Tourismus-Marken ist er bereits im Landtag in Rheinland-Pfalz aufgetreten, hat am Tourismuskonzept 2025 des Regionalverbunds Thüringer Wald mitgearbeitet und tauchte bei der Internationalen Tourismusbörse (ITB)in Berlin als Redner auf. In seinem Profil wurde damals mitgeteilt, dass auch die IHK Südthüringen zu seinen Kunden zähle.

Autor
Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
11:22 Uhr

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Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
11:22 Uhr



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