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Thüringen

Tagung sieht Demokratie im Formtief

Statistiken, Thesen und Erklärungsversuche: Der Thüringer Ministerpräsident diskutierte gestern zur Eröffnung der 12. Geschichtsmesse der Bundesstiftung Aufarbeitung in Suhl.



Bodo Ramelow auf dem Podium: "Demokratieerfahrung ist auch eine Erfahrung von Niederlagen."	Foto: ari
Bodo Ramelow auf dem Podium: "Demokratieerfahrung ist auch eine Erfahrung von Niederlagen." Foto: ari  

Suhl - Seit 2007 treffen sich Zeithistoriker, Politiker, Bürgerrechtler, Museumsleute und Lehrer regelmäßig im Januar zur Geschichtsmesse auf dem Ringberg. Diese Form der diskursiven, vortragenden und präsentierenden Beschäftigung mit DDR-Geschichte ist einzigartig. Wurde in den letzten Jahren vor allem um und über die Aufarbeitung von SED-Diktatur gerungen und gestritten, thematisiert die Bundesstiftung Aufarbeitung nun das aktuelle Demokratieverständnis - in Ost wie West. Seit den Wahlerfolgen der Rechten scheint klar: Die Demokratie ist im Formtief. Auch wenn dabei gerne zuerst auf den Osten gezeigt wird - so groß sind die Unterschiede im Vergleich mit Westdeutschland offenbar nicht. Und: "Es gibt keinen geraden Weg aus der DDR in die AfD", sagte der Potsdamer Zeithistoriker Frank Bösch. Rund 340 Teilnehmer sind aus ganz Deutschland nach Suhl gereist.

Zur Eröffnung diskutierten u. a. Ministerpräsident Bodo Ramelow, die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping und der sächsische Bürgerrechtler Frank Richter - einst Mitglied der "Gruppe der 20", die bei der Demonstration am 8. Oktober 1989 in Dresden das Einlenken der SED mit bewirkten. Ramelow plädierte dafür, die Befunde u. a. des Thüringenmonitors über die Einstellungen der Menschen zur Demokratie und zu rechten Positionen ernst zu nehmen. "Dunkeldeutschland ist mir zu einfach. Wir müssen lernen, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind", sagte Ramelow. Sowohl Köpping als auch Richter erinnerten an die immensen Umbrüche in den Biografien der DDR-Bürger und an dramatische Verlust-Erfahrungen. Das seien mögliche Ursachen für Zweifel an der Demokratie. Der sachsen-anhaltinische Ministerpräsident a.D. Christoph Bergner kritisierte, zu lange habe man geglaubt, das DDR-Leben müsse "auf dem Mist" landen, nur weil nun ein neues System gelte. lau

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Veröffentlicht am:
24. 01. 2019
23:00 Uhr

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