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Thüringen

Superschnelles Internet: Land plant eigene Infrastrukturgesellschaft

Derzeit hält sich die Nachfrage nach superschnellem Internet in Thüringen noch in Grenzen. Wirtschaftsminister Tiefensee will den Ausbau der Technik trotzdem massiv vorantreiben. Andere Bundesländer haben hier einen Vorsprung.



Schnelles Internet in Thüringen
Leerrohre für Glasfaserleitungen für schnelles Internet liegen an einer Landstraße.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

In einigen Regionen Thüringens ist es schon möglich, mit hohen Geschwindigkeiten im Internet zu surfen. Rund 14 Prozent aller Haushalte hätten Ende 2018 mit Bandbreiten von mehr als 1000 Megabit pro Sekunde online gehen können, sagte ein Sprecher des Erfurter Wirtschaftsministeriums. In den nächsten Jahren solle die Verfügbarkeit solcher Anschlüsse mit dem Ausbau von Glasfaserleitungen deutlich zunehmen. Dabei soll eine landeseigene Infrastrukturgesellschaft helfen.

Zwar bildet das bestehende Glasfasernetz dem Sprecher zufolge schon jetzt das Rückgrat des Breitbandausbaus, die Kabel enden aber noch häufig in einem Verteilerkasten auf einem Gehweg. Das letzte Stück bis zu den Häusern werde häufig weiterhin von Kupferkabel überbrückt. Dabei seien die Übertragungsraten umso schlechter, je weiter der Verteilerkasten von den Haushalten entfernt steht.

Aus dem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur geht hervor, dass in Thüringen weniger Menschen Zugang zum Hochgeschwindigkeits-Internet haben als in anderen Bundesländern. In Schleswig-Holstein konnten Ende 2018 fast 50 Prozent der Nutzer mit Bandbreiten von 1000 Megabit pro Sekunde oder mehr ins Netz gehen. In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg waren es etwa 93 und 87 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern waren es damals den Angaben nach ähnlich wie in Thüringen etwa 15 Prozent der Nutzer, in Sachsen fast 32 und in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg rund 6 Prozent. Aktuellere Daten sind nicht verfügbar. In Thüringen existieren solche Anschlüsse vor allem in den großen Städten wie Erfurt.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wies darauf hin, dass der tatsächliche Bedarf an so hohen Bandbreiten derzeit «bislang noch überschaubar» sei. Trotzdem gelte es, bereits jetzt die notwendigen Infrastruktur für das kommende Gigabit-Zeitalter zu schaffen. «Die Anforderungen an das Breitbandnetz werden aufgrund neuer digitaler Anwendungen, veränderter Nutzungsgewohnheiten und technologischer Innovationen in Zukunft weiter massiv ansteigen.»

Vor allem in der Industrie würden sehr hohe Bandbreiten etwa für die Echtzeitsteuerung von Maschinen und Prozessen gebraucht. Ein flächendeckendes Glasfasernetz sei zudem Voraussetzung für die Einführung des 5G genannten Mobilfunkstandards in den kommenden Jahren. «Für all diese Anforderungen wollen wir uns mit unserer "Glasfaserstrategie" frühzeitig rüsten», sagte Tiefensee.

Laut Ministerium ist der Ausbau des Glasfasernetzes zwar zunächst kostenintensiver als eine nochmalige technische Optimierung des vorhandenen Breitbandnetzes. Doch eine bloße Optimierung würde den notwendigen Umbau des Netzes kurzfristig nur aufschieben. «Glasfaser ist als Technologie dagegen zukunftsfest», sagte der Ministeriumsprecher.

Um den Glasfaserausbau voranzutreiben, plant das Wirtschaftsministerium die Gründung einer landeseigenen Infrastrukturgesellschaft. Sie soll die Kommunen unter anderem dabei unterstützen, Förderungen zum Netzausbau zu beantragen, und für ihre Abstimmung untereinander bei den notwendigen Bauarbeiten sorgen. Damit will das Land zum Beispiel erreichen, dass die Anschlüsse in den Gewerbegebieten bis zum Jahr 2022 flächendeckend vorhanden sind. Schulen sollen bis 2023 entsprechend angeschlossen sein. Bis 2025 soll es den Nutzern in allen Gemeinden Thüringens möglich sein, mit Bandbreiten von mehr als 1000 Megabit pro Sekunde online zu gehen. dpa

 

 

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Veröffentlicht am:
21. 11. 2019
07:57 Uhr

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21. 11. 2019
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