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Thüringen

Suche nach den Ursachen der tödlichen Geisterfahrt

Ein Falschfahrer auf der Autobahn – der Alptraum wurde am Donnerstag auf der A 73 bei Schleusingen Wirklichkeit. Eine Frau starb beim Unfall mit dem Falschfahrer. Doch warum es zu der Geisterfahrt kam, ist völlig offen.



Unfall Geisterfahrer A73 Schleusingen
Am Donnerstag endete die Geisterfahrt eines Autofahrers für eine unbeteiligte Frau tödlich. Nach dem Zusammenstoß mit dem Falschfahrer starb sie kurze Zeit später im Krankenhaus,   Foto: Steffen Ittig

Schleusingen - Auch am Tag nach dem tödlichen Geisterfahrer-Unfall auf der A 73 bei Schleusingen hat die Polizei noch keine Erkenntnisse, warum es zu dem tragischen Unglück kam. Der 67-jährige Unfallverursacher schwebe in Lebensgefahr und habe noch nicht befragt werden können, sagte der Sprecher der Autobahnpolizei, Christian Cohn, am Freitag auf Anfrage. Die Ermittlungen liefen in alle möglichen Richtungen. Eine denkbare Erklärung wären gesundheitliche Probleme des Fahrers, hierzu versuche man im persönlichen Umfeld des Mannes etwas herauszufinden.

Bislang steht nach Polizeiangaben fest, dass der 67-Jährige mit seinem Wagen an der Anschlussstelle Eisfeld-Süd zunächst korrekt in Richtung Coburg auf die Autobahn aufgefahren war. Dann habe er aber mitten auf der Autobahn gewendet.

Dabei soll es zu einem ersten Unfall gekommen sein. Laut Cohn fuhr ein anderes Auto beim Ausweichen gegen die Leitplanke. In ersten Meldungen war sogar von drei Autos die Rede. Ob das Auto des Falschfahrers bei diesem Unfall ebenfalls beschädigt wurde, ist gegenwärtig noch offen. Damit kann allerdings auch nicht sicher gesagt werden, dass der 67-Jährige hier schon etwas von seinem fatalen Fehler mitbekommen haben muss.

Nach dem Wenden war der Mann dann weder an der Anschlussstelle Eisfeld-Süd, noch in Eisfeld-Nord von der Autobahn abgefahren, sondern setzte seine Fahrt in Richtung Schleusingen fort. An der Talbrücke Schleusetal prallte sein Wagen schließlich mit dem Auto einer 36-jährigen Frau zusammen. Beide Fahrer waren zunächst in ihren Autos eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr herausgeholt werden. Die Frau starbt trotz mehrfacher Wiederbelebung schließlich auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Polizei warnt vor Spekulationen über eine mögliche Selbstmord-Absicht des Falschfahrers. Es gebe keinen Abschiedsbrief oder ähnliche Hinweise in dieser Richtung. Zudem seien ihm vor der jungen Frau bereits mehrere andere Fahrzeuge entgegen gekommen.

Da die Schleusetalbrücke in einer langgezogenen Rechtskurve verläuft, hatte die Frau offenbar keine Chance, das entgegenkommende Auto rechtzeitig zu sehen und auszuweichen, sagte Cohn. Die Wracks beider Fahrzeuge standen nach dem Zusammenstoß etwa 200 Meter voneinander entfernt – ein Indiz für hohe Geschwindigkeiten, mit denen die Autos unterwegs waren.

- Todesopfer nach A73-Geisterfahrt - Foto:

Unfall Geisterfahrer A73 Schleusingen 28.03.19 3/3
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Unfall Geisterfahrer A73 Schleusingen

Geister- oder Falschfahrer sorgen auch auf Thüringer Autobahnen immer wieder für Gefahren. Nach Angaben des Polizeisprechers gab es im vergangenen Jahr in Thüringen insgesamt 30 Notrufe, in denen der Polizei Autos gemeldet wurden, die auf der Autobahn in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren. Meist konnte die Polizei dann vor Ort aber keinen Falschfahrer mehr finden. In diesem Jahr gab es bereits sieben Notrufe aus diesem Grund.

Erst vor einigen Tagen war ein Falschfahrer von der A 4 bei Erfurt gemeldet worden. Wie Cohn berichtet, war hier ein Rentner ebenfalls zunächst völlig korrekt auf die Autobahn gefahren. Als er bemerkte, dass dies aber nicht zu seinem Fahrziel passt, drehte er auf der Autobahn um und fuhr zur Auffahrt zurück, wo er die Autobahn wieder verließ. Dank der guten Beschreibung durch andere Autofahrer habe der Falschfahrer kurz darauf gestellt werden können.

Im Rennsteigtunnel arbeitet seit 2013 eine Anlage, mit der Falschfahrer automatisch erkannt und Fahrspuren gesperrt werden können. Laut Thüringer Verkehrsministerium arbeitet die Anlage fehlerfrei und soll deshalb sukzessive auf alle Autobahntunnel in Thüringen ausgeweitet werden. Die Technik nutzt vorhandene Induktionsschleifen in der Fahrbahn, Kameras und Wechsel-Schilder – diese fehlen jedoch auf offener Strecke wie bei Schleusingen. jwe

Lesen Sie dazu auch: Tragödie auf A 73: Falschfahrt nimmt tödlichen Ausgang

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Veröffentlicht am:
29. 03. 2019
14:47 Uhr

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29. 03. 2019
14:47 Uhr



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