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Thüringen

Stiftung für Psychiatrie-Opfer - Erst 100 Anträge auf Entschädigung in Thüringen

Erfurt - Neun Monate nach dem Start eines bundesweiten Hilfsfonds für Menschen, die in Behindertenheimen oder in der Psychiatrie Leid erlitten haben, sind in Thüringen erst rund 100 Anträge von Betroffenen eingegangen.




Das sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) in Erfurt. Dabei gingen die Experten des Freistaats von rund 2000 Menschen aus, die in Thüringen betroffen seien. «Es gibt viele Leute, die sich nicht trauen, diese Anträge zu stellen», sagte Werner.

Die Stiftung «Anerkennung und Hilfe» nahm zum 1. Januar ihre Arbeit auf. Hilfen soll es für Menschen geben, die als Minderjährige in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie untergebracht waren und die noch heute unter Folgewirkungen leiden. Viele Betroffene waren Opfer körperlicher, oft auch sexueller Gewalt. Oft mussten sie in den Heimen ohne Bezahlung arbeiten. Es geht um die Zeit von 1949 bis 1975 in Westdeutschland und von 1949 bis 1990 in der DDR.

Für die Geschädigten ist eine einmalige Leistung von 9000 Euro vorgesehen. Wer während der Unterbringung ohne ausreichende Sozialbeiträge arbeiten musste, soll zudem einmalig bis zu 5000 Euro Rentenersatzleistung erhalten. Die Stiftung verfügt über rund 288 Millionen Euro. Das Geld kommt von Bund, Ländern und Kirchen. dpa

 
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Veröffentlicht am:
13. 09. 2017
09:41 Uhr

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