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Thüringen

Sonneberger haben besonders viele Krankheitstage

In Regionen mit eine besonders hohen Dichte von Unternehmen des produzierenden Gewerbes ist auch der Krankenstand besonders hoch. Die Daten der Techniker Krankenkasse decken sich mit denen anderer Kassen.



Suhl/Erfurt - Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) aus dem Landkreis Sonneberg waren 2018 im Vergleich zu den anderen Thüringer Kreisen am längsten krankgeschrieben. Das meldete die TK am Dienstag unter Berufung auf die Vorabdaten des Gesundheitsreports 2019. Mit jährlich 23,2 Fehltagen je Erwerbsperson liegen die Sonneberger fünf Tage über dem Thüringer Mittelwert von 18,2 Tagen und fast acht Tage über dem Bundesdurchschnitt von 15,5 Tagen.

Ähnlich viele krankheitsbedingte Ausfallzeiten wie in Sonneberg gab es im Landkreis Sömmerda (21,5 Tage) und im Wartburgkreis (21,2 Tage). In der Stadt Jena hingegen waren Erwerbstätige vergleichsweise selten krankgeschrieben: Mit 15,1 Fehltagen liegen sie leicht unter dem bundesweiten Schnitt. Knapp über dem deutschen Mittelwert, aber immer noch deutlich unter dem Thüringer Durchschnitt (18,2) liegen die Fehlzeiten in Weimar (16,5) und Erfurt (17,1).

Damit wird deutlich, dass die Fehlzeiten dort besonders hoch sind, wo auch die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe besonders hoch ist. Zudem warnen Gewerkschaften schon länger, dass die Industrie in der aktuellen Hochkonjunktur ihre Belegschaften auf Verschleiß fahren würden. Die Unternehmen stehen andererseits vor dem Problem, dass sie kaum zusätzliches personal finden.

"Statistisch ist die durchschnittliche Erwerbsperson in Thüringen 1,5 Mal im Jahr krankgeschrieben. Häufigste Ursache sind Atemwegserkrankungen, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sowie psychischen Erkrankungen", erklärte Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen.

Während diese drei Diagnosen auch bundesweit am häufigsten gestellt werden, gibt es andere Diagnosen, die in Thüringen zu überproportional vielen Fehltagen führen. Bei den Krankheiten des Kreislaufsystems liegt Thüringen - mit 77 Krankschreibungstagen je 100 Versicherungsjahre - 45,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 53 Tagen. Größer ist die Differenz nur bei den Fehltagen wegen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett: Im Bundesdurschnitt gibt es hier je 100 Versicherungsjahre 12 Fehltage, in Thüringen hingegen sind es 18 Tage in dieser Kategorie.

Für den Gesundheitsreport 2019 wertet die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen ihrer rund fünf Millionen versicherten Erwerbspersonen aus, davon etwa 56 000 aus Thüringen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

In der Vergangenheit hatte die TK die bundesweiten Unterschiede bei den Fehltagen aber auch mit einer unterschiedlichen Anwendung von Tarifverträgen erklärt. So müssen zum Beispiel Beschäftigte in vielen südwestdeutschen Industriezentren bei Erkrankungen von bis zu drei Tagen oft keine Krankschreibung vorlegen, in Thüringen in den meisten Fällen aber ab dem ersten Tag. jol

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Veröffentlicht am:
09. 04. 2019
18:24 Uhr

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09. 04. 2019
18:24 Uhr



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