Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Thüringen

Ramelow: Reisende in Risikogebiete sollen Tests selbst zahlen

Wer aus privatem Interesse handelt, der muss auch privat bezahlen, sagt Ministerpräsident Bodo Ramelow. Wer in Risikogebiete reise, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit zahlt.



Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke)
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) besichtigt ein Pandemielager.   Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Erfurt - Wer in der Coronakrise in ein Risikogebiet reist, soll nach Ansicht von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) selbst für die Coronatests bezahlen, die nach seiner Rückkehr deshalb bei ihm gemacht werden müssen. "Da gilt das Verursacherprinzip", sagte Ramelow am Freitag in Erfurt. Auch in mehreren anderen Bundesländern gebe es inzwischen einige Zustimmung für diese Herangehensweise. Er plädiere in dieser Sache für eine bundeseinheitliche Regelung. Wer sich für ihn erkennbar in eine Region begebe, die als Corona-Risikogebiet eingestuft sei, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit für seine Tests bezahle.

In der Vergangenheit habe es zum Beispiel bei Impfungen auch keine Kostenübernahme der Allgemeinheit bei bestimmten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz gegeben. Wer nach Afrika habe reisen wollen und deshalb besondere Schutzimpfungen gebraucht habe, der habe diese auch selbst bezahlen müssen, sagte Ramelow. "An den Stellen, wo der Staat etwas will, muss der Staat bezahlen", sagte Ramelow. Dort, wo jemand aus privaten Interesse handele, müsse dagegen auch privat bezahlt werde. Das müsse inzwischen auch in der Coronakrise gelten. "Da bin ich hartnäckig", sagte er. Er habe auch keine Interesse daran, dass er als gesetzlich Krankenversicherter den Coronatest für einen Privatversicherten bezahle, der sich bewusst in ein Corona-Risikogebiet begeben habe.

Nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll es bald verpflichtende Tests für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten geben. Sie sollen für die zu Testenden kostenlos sein und von der Allgemeinheit bezahlt werden. Nach Angaben von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kostet ein Coronatest zwischen etwa 70 und 120 Euro.

Gleichzeitig erneuerte Ramelow seinen Vorschlag für eine Meldepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Wer aus einer solchen Region nach Deutschland einreise, solle verpflichtet werden, sich beim für ihn zuständigen Gesundheitsamt registrieren zu lassen und sich dann für etwa sechs Tage in Quarantäne begeben. Anschließend könne er einen Coronatest machen, wenn er das wolle - oder freiwillig weiter für insgesamt 14 Tage in Quarantäne bleiben. Wenn der Coronatest negativ ausfalle, entfalle die Pflicht zur weiteren Quarantäne. Tests nach etwa sechs Tagen seien zuverlässiger als ein einzelner Test sofort bei der Einreise nach Deutschland, erklärten Ramelow und Werner. Nach ihren Angaben kommt es im Frühstadium einer Infektion mit dem Coronavirus immer wieder zu falsch negativen Tests.

Welches Land als Corona-Risikogebiet definiert wird, legen die Bundesregierung und das Robert-Koch-Institut fest. Derzeit stehen weit mehr als 100 Staaten auf dieser Liste; die meisten europäischen Staaten sind derzeit dort nicht erfasst. sh

Lesen Sie dazu auch: Zusatzschichten im Landesamt für die Corona-Tests

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 08. 2020
08:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bodo Ramelow Bundesgesundheitsminister CDU Gesundheitsbehörden Gesundheitsminister Heike Werner Impfungen Jens Spahn Quarantäne Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Robert-Koch-Institut Thüringische Ministerpräsidenten
Erfurt
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Polizei und Ordnungsbehörden haben für die Ostertage landesweit Kontrollen der Kontaktbeschränkungen angekündigt. Thüringens Innenminister Georg Maier rief dazu auf, die Anordnungen einzuhalten. Unser Foto entstand im Erfurter Luisenpark. Foto: Martin Schutt/dpa

11.04.2020

Osterausflüge zu dritt möglich - Corona-Lockerung stößt auf Kritik

Die von Thüringens Landesregierung verfügte Lockerung der Kontaktsperre stößt in CDU, SPD und Kommunen auf Kritik. Ursprünglich sollten sogar Versammlungen mit bis zu 20 Teilnehmern erlaubt werden. » mehr

Beschäftigte in der Altenpflege sollen einen Bonus in Höhe von 1500 Euro erhalten. Foto: dpa

29.04.2020

Landesregierung bei Bonus für Pflegebeschäftigte uneins

In der Frage von Bonuszahlungen für die in der Coronavirus-Pandemie besonders stark belasteten Pflegebeschäftigten sind Thüringer Gesundheits- und Finanzministerium uneins. » mehr

Corona-Tests

Aktualisiert am 28.07.2020

Werner: Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer sind trügerisch

Die Bundesregierung will Menschen, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland einreisen, verpflichten, sich auf das Virus testen zu lassen. In der Thüringer Landesregierung hält man wenig von diesen Überlegungen. Sch... » mehr

Coronatest

Aktualisiert am 29.06.2020

Keine Corona-Tests für jedermann in Thüringen

Der Nutzen von Massentests auf das Corona-Virus ist umstritten. Bayern prescht vor - Thüringen will dem Nachbarland nicht folgen. » mehr

Geschützt?

25.03.2020

Nachschub an Corona-Schutzausrüstung - erste Lieferung für Thüringen

Thüringens Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Pflegeeinrichtungen erhalten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie Nachschub an Schutzausrüstungen. » mehr

Inzwischen ist das Lager gut gefüllt: Ministerpräsident Bodo Ramelow (2. von recht) und Gesundheitsministerin Heike Werner (3. von recht) besichtigen das Pandemielager in einer Lagerhalle des Landes in Erfurt. Die Halle ist das zentrale Lager des Gesundheitsministeriums für Materialien der persönlichen Schutzausrüstung wie Masken, Kittel, Handschuhe, Brillen, Overalls und Schutzschilde. Foto: Martin Schutt/dpa

03.08.2020

Erinnerungen an die wilden Zeiten

Als die erste Corona-Welle über Deutschland rollte, war Schutzausrüstung auf dem Markt kaum zu bekommen. Dafür waren dort viele dubiose Anbieter unterwegs. Inzwischen ist das Pandemielager des Landes gut gefüllt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Dachstuhl geht in Flammen auf

Dachstuhlbrand in Sonneberg |
» 28 Bilder ansehen

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 08. 2020
08:08 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.