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Thüringen

Prozessauftakt: Versuchter Mord an Polizisten, Drogen und Fahren ohne Führerschein

Mit dem Auto soll er bei einer Polizeikontrolle auf Beamte zugerast sein, dass er deren Tod und schwere Verletzung billigend in Kauf genommen habe. Das ist aber nur die Spitze dessen, was die Staatsanwaltschaft einem 31-Jährigen vorwirft.



Landgericht Erfurt
Ein Ermittlungsverfahren gegen den AfD-Abgeordneten Büttner wegen sexueller Nötigung ist eingestellt.   Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Im Prozess um den Vorwurf des versuchten Mordes an Polizisten hat sich der Angeklagte vor dem Landgericht Erfurt zunächst nicht eingelassen. Er wolle sich aber bei einem späteren Verfahrenstermin äußern, sagte der Angeklagte am Donnerstag beim Prozessauftakt.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 31-Jährigen mit Wohnsitz im Ilm-Kreis bei der Anklageverlesung unter anderem vor, bei einer Polizeikontrolle im April dieses Jahres absichtlich mit einem Auto auf insgesamt fünf Beamte so zugefahren zu sein, dass er billigend in Kauf genommen habe, dass diese dadurch hätten sterben können.

Der Mann war schon länger im Visier der Ermittler gewesen. Sie hatten im April absichtlich einen Stau auf der Strecke zwischen Suhl und Gera herbeigeführt, um den Angeklagten dort zu erwischen. Im Auto soll er laut Anklage knapp 50 Gramm der Droge Methamphetamin zum Weiterverkauf dabei gehabt haben. Auch habe der Deutsche keinen Führerschein besessen.

Um der Kontrolle zu entgehen und so weitere Straftaten zu verdecken, soll er der Staatsanwaltschaft nach mit Absicht auf einen Dienstwagen zugefahren sein, aus dem gerade ein Polizist stieg. Dieser habe sich nur mit einem Sprung in den Wagen retten können.

Später soll er mit etwa 60 Kilometern pro Stunde auf vier weitere Polizisten zugesteuert sein - sie mussten sich ebenfalls in Sicherheit bringen, indem sie zur Seite sprangen. Der Angeklagte sei sich bewusst gewesen, dass es für die Polizisten keine Ausweichmöglichkeiten gegeben habe, hieß es.

Zudem habe er beim Versuch, sich der Kontrolle zu entziehen, unter anderem erheblichen Schaden an Dienstautos angerichtet. Im Wagen des Angeklagten soll zu dem Zeitpunkt auch sein mutmaßlicher Komplize gesessen haben. Das Verfahren gegen ihn wurde von dem Fall abgetrennt.

In der Anklageschrift werden auch zwei Vorfälle im Februar und März genannt, bei denen der Mann mit größeren Mengen an Drogen gehandelt haben soll - unter anderem sei es dabei um ein Kilogramm Marihuana gegangen. Der Prozess gegen ihn soll am 18. November weitergehen. dpa

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
16:10 Uhr

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07. 11. 2019
16:10 Uhr



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