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Thüringen

Positive Reaktionen auf Carsharing-Pläne der Landesregierung

Warum ein Auto unterhalten, wenn man kaum damit fährt - und sich ein Fahrzeug mit anderen teilen kann? Das ist die Idee hinter Carsharing. In Thüringen soll es attraktiver werden.



Erfurt - Die Pläne der rot-rot-grünen Landesregierung, Carsharing per Gesetzesänderung attraktiver zu machen, stoßen bei Anbietern, Wirtschaft und Umweltverbänden auf Zustimmung. Die Idee, Kommunen bei der Ausweisung von Standplätzen größere Handlungsspielräume gegenüber Fahrzeugvermietern einzuräumen, sei richtig, erklärten Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, des Carsharing-Anbieters teilAuto und des Umweltverbandes BUND auf Anfrage.

Die Landesregierung plant, das Thüringer Straßengesetz zu ändern, um mehr Carsharing-Plätze zu ermöglichen. Beim Carsharing mieten Autofahrer regelmäßig Fahrzeuge und verzichten im Gegenzug häufig auf ein eigenes Auto.

Carsharing spiele vor allem für jüngere Menschen inzwischen ein große Rolle, wenn es darum gehe von einem Ort zum anderen zu gelangen, sagte ein Sprecher der IHK. Der innerstädtische Verkehr könne tatsächlich nachhaltig entlastet werden, wenn sich Menschen Autos teilten.

«Ein geteiltes und stationsgebundenes Auto ersetzt sechs bis zehn Privat-Pkw und spart dem Nutzer gleichzeitig Geld», sagte der Landesgeschäftsführer des Umweltverbandes BUND, Burkhard Vogel. Damit sei Carsharing ein echter Gewinn für die Umwelt - allerdings nur dann, wenn die Autos tatsächlich an bestimmte Abstellflächen gebunden seien und nicht an beliebigen Orten innerhalb der Städte abgestellt werden könnten. Solche Fahrzeuge stünden als «Selbstfahrtaxis» oft in einer direkten Konkurrenz zu Bus und Bahn. Ohnehin müsse beim Ausbau von Carsharing-Angeboten darauf geachtet werden, dass diese den öffentlichen Personennahverkehr nicht ersetzten, sondern ergänzten, sagte Vogel.

Die Unternehmen rechnen nach Angaben des Bundesverbandes Carsharing damit, dass vor allem Menschen, die weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr mit einem Auto zurücklegen, durch dieses Mietmodell Geld sparen. Auch der Umwelt nutze das Konzept.

Die Landesregierung will es Kommunen per Gesetzesnovelle leichter machen, innerhalb geschlossener Ortschaften Flächen an Landes- und Kommunalstraßen als Parkplätze für stationsbasierte Carsharing-Autos auszuweisen. Damit sollen mehr solcher Autos verfügbar werden.

Für teilAuto ist es nach Angaben einer Sprecherin wichtig, dass in Zukunft anstehende Vergabeverfahren für die Parkflächen fair und transparent seien. Zentrales Kriterium bei der Vergabe der Flächen solle nicht die Frage sein, welcher Anbieter für die Parkplätze am meisten zu bezahlen bereit sei - sondern bei welchem Anbieter die höchste Verkehrsentlastung zu erwarten sei.

In Thüringen verfügt teilAuto nach eigenen Angaben über 150 Fahrzeuge an 110 Stationen in Erfurt, Gera, Gotha, Jena und Weimar. Diese Autos nutzen den Angaben nach etwa 5300 Menschen, sodass teilAuto als der größte Carsharing-Anbieter in Thüringen gilt. dpa
 

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Veröffentlicht am:
20. 01. 2019
09:12 Uhr

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20. 01. 2019
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