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Thüringen

Oberhofer Golf-Wiese als unbekannter Schatz

Das Ringen um die Schuderbachswiese in Oberhof geht weiter. Der Widerstand gegen einen hier geplanten Golfplatz wächst.



Orchideen-Zählung auf der Schuderbachswiese. Foto: Michael Bauroth
Orchideen-Zählung auf der Schuderbachswiese. Foto: Michael Bauroth   Foto: Michael Bauroth

Oberhof - Inzwischen ist der Streit in der Landespolitik angekommen: Auch der Landtag wird sich mit der Schuderbachswiese in Oberhof befassen. Eine Petition zum Erhalt der Wiese sei mehr als erfolgreich gewesen, sagte die Grünen-Abgeordnete im Petitionsausschuss, Babette Pfefferlein, am Montag bei einem Vor-Ort-Termin der Fraktion in Oberhof. Mindestens 1500 Unterschriften wären nötig gewesen, um eine öffentliche Anhörung durchzusetzen - mehr als 6000 kamen innerhalb von sechs Wochen zusammen.

Die Schuderbachswiese war zum Streitfall geworden, weil hier der vor über 100 Jahren existierende herzogliche Golfplatz wieder entstehen soll. Das einstige Golf-Hotel war zu DDR-Zeit Teil des "Hauses der Pioniere". In gemeinsamen Aktionen setzen sich der Naturschutzbund (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Arbeitskreis Heimische Orchideen für das Biotop ein.

Die Wiese hat sich unterdessen als ein bedeutender Naturschatz erwiesen. So wächst hier einer der größten und repräsentativsten Arnika-Bestände in Thüringen. Auch das Vorkommen der Grünen Hohlzunge und anderer ebenso streng geschützten Orchideen-Arten gilt als einzigartig.

Trotz derartiger Naturschätze ist die Wiese, die Einheimische und Gäste im Winter vor allem als Übungswiese für Skifahrer kennen, nicht sonderlich streng geschützt. Sie gilt als geschütztes Biotop, auf Teilflächen auch als Flächennaturdenkmal, das der Rat des Kreises Suhl noch 1990 beschlossen hatte.

Um so unverständlicher sei es, weshalb die Wiese nicht zum Beispiel als eines der geschützten FFH-Gebiete (Flora, Fauna, Habitat) nach den EU-Regeln gemeldet wurde, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund. Ihre Tochter hatte am Montag zum Beispiel im Umkreis von fünf Metern gleich drei Exemplare der Grünen Hohlzunge entdeckt.

Auch Grünen-Fraktionschef Dirk Adams plädierte dafür, dass sich die Landes-Umweltbehörden in die Diskussion um den Golfplatz-Bau einschalten. Das Stückchen Natur sei zu wertvoll, um es den Bau-Planungen auf der kommunalen Ebene zu überlassen.

Dass es gerade auch bei den Entscheidungsträgern vor Ort kaum Kenntnisse über den Naturschatz vor der eigenen Haustür gibt, machte Stadtrat Holger Holland (Aktiv für Oberhof) deutlich. Nun soll es erstmals Gespräche zwischen den Naturschutzverbänden und dem neu gewählten Stadtrat geben.

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Jens Wenzel

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Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
00:00 Uhr

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Jens Wenzel

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Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
00:00 Uhr



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