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Thüringen

Nach Abschuss von drei Wolf-Hund-Hybriden geht Jagd weiter

Drei der umstrittenen Wolf-Hund-Mischlinge auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf sind erschossen worden. Einem weiteren Mischling könnte ein Zug zum Verhängnis geworden sein. Das die restlichen Tiere noch lebend gefangen werden, scheint unwahrscheinlich.



Erfurt - Drei der sechs Ohrdrufer Wolf-Hund-Hybriden sind erschossen worden. Das teilte das Thüringer Umweltministerium am Dienstag in Erfurt mit. Ein weiteres Tier sei höchstwahrscheinlich von einem Zug erfasst worden und verendet. Ein Ergebnis eines Gentest wird in knapp einer Woche erwartet. Die toten Tiere kommen zur Untersuchung in das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.

Details zu den Abschüssen nannte das Ministerium nicht. Es gehe darum, die weiteren Maßnahmen und auch die Menschen, die damit beauftragt sind, zu schützen, erklärte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Die Hybriden hätten das Ministerium vor «exorbitante neue Herausforderungen» gestellt.

Thüringens einzige Wölfin hatte in ihrem Revier auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf im vergangenen Jahr mit einem Haushund sechs Wolf-Hund-Hybriden gezeugt. Die Mischlinge sollen aus Artenschutzgründen aus der freien Natur entfernt werden.

Genpool soll sauber bleiben

Der Genpool der Art Wolf soll nicht durchmischt werden. «Der Wolf ist national und international streng geschützt», sagte Siegesmund. Dabei gehe es sowohl um den Tier- als auch um den Artenschutz.

Noch bis Ende des Monats werden die seit Dezember laufenden Lebendfangversuche mit Fallen auf dem Truppenübungsplatz fortgeführt. Dann müsse die Aktion zum Schutz von Muttertieren anderer Tierarten, die in die Fallen tappen könnten, abgebrochen werden, sagte Siegesmund.

Möglicherweise sollen die Fallen im Herbst wieder aufgebaut werden. Bei den Fangversuchen geht es auch darum, die Wolfsmutter mit einem Ortungssender auszustatten, um ihre Bewegungen zu beobachten.

Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Wölfin wieder mit einem Haushund verpaare, sagte Siegesmund. Mindestens zwei frei laufende Hunde waren in die Hybrid-Fallen auf dem Truppenübungsplatz geraten.

Das Ministerium geht davon aus, dass mindestens zwei der Hybriden noch bei ihrer Mutter auf dem Truppenübungsplatz sind. Sie stehen weiter auf der Abschussliste. Auf der aktuellsten Aufnahme aus einer der dortigen Fotofallen vom 11. März sind die Wölfin und ein Mischling zu sehen.

Experte aus den USA hilft

Der Experte Jacob Fischer gab Einblicke in die schwierigen Fangversuche. Das Ministerium hatte den US-Amerikaner eigens für die Fangaktionen hinzugezogen, weil Fachleute des sächsischen Wolf-Instituts Lupus zu ausgelastet waren. Fischer erklärte, dass es mit den in Deutschland erlaubten Fallen schwierig sei, so intelligente und scheue Tiere in einem so großen Gebiet wie dem Truppenübungsplatz zu fangen.

Auch in den USA kenne man das Problem der Hybridisierung, sagte Fischer. Nicht nur Hunde, auch Kojoten paarten sich dort mit Wölfen. Präventivmaßnahmen treffe man nicht. «Man lebt mit dem Problem», so Fischer. «Zur Vermischung von Genpools kommt es überall, besonders dort, wo es zu Spannungen zwischen Menschen und Natur kommt.»  dpa

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Veröffentlicht am:
27. 03. 2018
17:13 Uhr

Aktualisiert am:
27. 03. 2018
18:49 Uhr

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