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Thüringen

Mit dem «Wünschewagen» Todkranken Freude bereiten

Müssen todkranke Menschen auf alles verzichten, was sie glücklich machen kann? Nein, sagt der Arbeiter-Samariter-Bund in Jena und nimmt einen «Wünschewagen» für Thüringen in Betrieb.



Wünschewagen
Ein sogenannter Wünschewagen.   Foto: R. Weihrauch/Archiv

Noch einmal ans Meer, die Enkelin sehen oder Freunde besuchen: Es sind vielfach sehr bescheidene Wünsche, die todkranke Menschen in ihren letzten Lebenstagen haben. Sie in Thüringen zu erfüllen, hat sich der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Jena mit seinem «Wünschewagen» auf die Fahnen geschrieben, der am Freitag offiziell übergeben wurde. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein umgebauter und speziell ausgerüsteter Krankentransporter, mit dem die Patienten an ihr Wunschziel gebracht werden. «Das Projekt ermöglicht damit den Betroffenen, noch einmal Zufriedenheit und Glück zu erleben», erklärte Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke).

Schon vor der offiziellen Übergabe war der Thüringer «Wünschewagen» bereits drei Mal im Einsatz, wie Jenas ASB-Geschäftsführer René Zettlitzer berichtete. Da gab es etwa eine an Brustkrebs erkrankte Frau, deren Tochter bereits an den Folgen der Krankheit gestorben war, an deren Beerdigung sie aber nicht hatte teilnehmen können. «Sie wollte zum Grab ihrer Tochter, um sich von ihr zu verabschieden», erzählte Zettlitzer - ein Wunsch, den das ASB-Team erfüllen konnte. Eine 62 Jahre alte Großmutter reiste von der Palliativstation in Jena nach Mellingen und konnte dort ihre Enkeltochter in der Weihnachtsaufführung der Kita erleben.

Mit speziellen Stoßdämpfern, einer Musikanlage und einer verspiegelten Rundum-Verglasung mit Panorama-Blick in die Umgebung bieten die «Wünschewagen», von denen es deutschlandweit inzwischen 15 Exemplare gibt, viel Komfort. Zugleich verfügen sie über eine moderne notfallmedizinische Ausstattung, so dass das aus Freiwilligen zusammengesetzte ASB-Team im Notfall medizinische Hilfe leisten kann. Mindestens ein Rettungssanitäter sitzt den Angaben zufolge immer im Wagen.

Auch in Gotha gibt es - wenngleich unter wesentlich bescheideneren Bedingungen - ein ähnlich gelagertes Projekt. «Helping Angels» («Helfende Engel») nennt sich ein Verein, der ebenfalls Wünsche schwerkranker Menschen erfüllen will. Einer an einer chronischen Lungenkrankheit leidenden Frau konnten sie schon zu einem Wochenende in Luisenthal verhelfen. Weitere Wünsche wollen sie noch erfüllen. dpa

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Veröffentlicht am:
02. 02. 2018
16:07 Uhr

Aktualisiert am:
03. 02. 2018
14:08 Uhr

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