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Thüringen

Ministerium: Schockbilder schrecken Raucher kaum ab

In Thüringen wird laut Statistik so viel geraucht wie in kaum einem anderen Bundesland. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es: Schockbilder auf Zigarettenschachteln nützen offenbar wenig.



Die möglichen Folgen des Rauchens sind bekannt - da hilft es in der Prävention auch nicht, sie bildlich auf der Schachtel vor sich zu sehen, so die Einschätzung des Thüringer Gesundheitsministeriums. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Die möglichen Folgen des Rauchens sind bekannt - da hilft es in der Prävention auch nicht, sie bildlich auf der Schachtel vor sich zu sehen, so die Einschätzung des Thüringer Gesundheitsministeriums. Foto: Monika Skolimowska/dpa  

Erfurt - Schockbilder auf Zigarettenschachteln sind aus Sicht des Thüringer Gesundheitsministeriums nur wenig geeignet, um vom Rauchen abzuschrecken. Wie ein Sprecher sagte, sei wissenschaftlich belegt, dass die Bilder nicht langfristig abschreckten - und sogar gegensätzliche Ergebnisse verursachten. Die Schockbilder zeigen zum Beispiel Fotos von Menschen, die wegen ihres Tabakkonsums im Sterben liegen oder Fotos von Kindern, die durch das Rauchen ihrer Eltern krank geworden sind.

Anders verhalte es sich mit dem vor mehr als zehn Jahren in Thüringen eingeführten Nichtraucherschutzgesetz. Diese Regelung trägt nach Einschätzung des Ministeriums dazu bei, dass Rauchen im öffentlichen Raum nicht mehr als normal und selbstverständlich angesehen wird.

Werbeverbot für Tabak

Damit sei auch die Belastung von Nichtrauchern durch den Tabakkonsum von Rauchern - das sogenannte Passivrauchen - deutlich zurückgegangen. Thüringens ehemalige Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hatte sich in der Vergangenheit unter anderem für ein generelles Werbeverbot für Tabakprodukte ausgesprochen. Dies sei längst überfällig, sagte sie.

In Thüringen rauchen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes so viele Menschen wie in kaum einem anderen Bundesland. Nach dessen jüngsten verfügbaren Daten zählten sich 26,2 Prozent der Menschen im Freistaat zu den Rauchern. Im Bundesdurchschnitt waren es 22,4 Prozent.

Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen rauchten demnach mit jeweils fast 28 Prozent der Menschen noch mehr Männer und Frauen als in Thüringen. Bei der Statistik geht es nicht nur um den Konsum von Zigaretten, Zigarillos oder Pfeifen-, sondern etwa auch um Wasserpfeifentabak.

Die Angaben fußen auf dem sogenannten Mikrozensus-Daten, die zuletzt 2017 erhoben wurden. "Der Mikrozensus ist die größte Repräsentativstatistik über Bevölkerung, Haushalte und Arbeitsmarkt in Europa", sagte eine Sprecherin des Bundesamtes. Im Abstand von vier Jahren würden den Menschen dabei Fragen zur Gesundheit gestellt. Die nächste derartige Erhebung sei für das Jahr 2021 geplant.

Die wenigsten Raucher in Deutschland gibt es der Statistik nach in Bayern und im Saarland, wo sich 20,5 beziehungsweise 20,6 Prozent der Menschen zu dieser Personengruppe zählten. Auch in den Daten zum Rauchverhalten der Deutschen aus dem Jahr 2013 hatten die Menschen in Thüringen in der Spitzengruppe derer gelegen, die zu allen Arten von Tabak greifen. Durchschnittlich beginnen Männer und Frauen nach den Daten aus dem Jahr 2017 im Alter von etwa 18 Jahren mit dem Rauchen.

Deutlicher Rückgang

Der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums erklärte, dass man mit Blick auf diese Zahlen nicht vergessen dürfe, dass der Tabakkonsum in Deutschland insgesamt in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sei.

So zeigten Beobachtungen etwa des Institutes für Therapieforschung München, dass unter anderem die Zahl der stark rauchenden Männer im Freistaat seit den 1990er Jahren deutlich zurückgegangen sei. "Bei den Frauen zeigt sich dieser signifikante Rückgang des Konsums seit 2006", sagte er.

Autor
Sebastian Haak

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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
00:00 Uhr

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Sebastian Haak

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12. 02. 2020
00:00 Uhr



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