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Thüringen

Minister: Kein Samstags-Unterricht in Thüringen

Die ersten Abiturienten gehen nun wieder in Thüringens Schulen. Dass Schüler im Freistaat in diesem Schuljahr auch am Samstag in die Schulen müssen, schließt der Bildungsminister Helmut Holter aus – während die Debatte um Mundschutz im Unterricht weiter geht.



Erfurt/Ohrdruf – Trotz Corona-Krise werden die Schüler in Thüringen jedenfalls im laufenden Schuljahr sehr wahrscheinlich nicht samstags in die Schulen gehen müssen. Einerseits sei das „aus heutiger Sicht nicht notwendig“, sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Montag in Ohrdruf am Rande des Besuchs von Abiturienten. Diese sind nun als erste Thüringer Schüler wieder in die Klassenräume zurückgekehrt.

Andererseits fehle es an der rechtlichen Voraussetzung, um Schüler an Samstagen zu unterrichten. Dazu müsste der Thüringer Landtags das Schulgesetz des Freistaates ändern. Holter selbst wisse nicht, ob es unter den Abgeordneten Sympathien für eine solche Änderung gebe. Er und sein Ministerium jedenfalls hätten eine Änderung „derzeit nicht auf dem Schirm“, sagte Holter.

Dazu kommt das zeitliche Problem: Eine Änderung des Thüringer Schulgesetzes mit dem Ziel, Samstagsunterricht zu erlauben, braucht Zeit, weil im parlamentarischen Verfahren zahlreiche Formalien einzuhalten sind. Derzeit scheint es zweifelhaft, ob dieses Verfahren bis zum Ende des laufenden Schuljahres am 19. Juli abgeschlossen werden kann. Am 20. Juli beginnen in Thüringen die Sommerferien. Im Thüringer Schulgesetz heißt es im Paragrafen 45: „Der Unterricht wird an fünf Wochentagen, in der Regel am Vormittag, erteilt. An Spezialgymnasien kann der Unterricht auf sechs Wochentage verteilt werden.“

Zuletzt waren bundesweit vermehrt Stimmen laut geworden, die fordern, Schüler auch wieder am Samstag zu unterrichten. Unter anderem Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel offen für diese Idee gezeigt. Die Befürworter argumentieren vor allem, so könne die Belegung von Schulen mit Kindern und Jugendlichen besser verteilt werden, wodurch das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zwischen den Schülern verringert werde.

Der Landrat des Landkreises Gotha, Onno Eckert (SPD), verwies während des Besuchs von Holter in der Schule in Ohrdruf zudem darauf, dass es für die Landkreise leichter sei, den Schülerverkehr unter Corona-Bedingungen an sechs Tagen je einmal zu organisieren, als die Busse an fünf Tagen gegebenenfalls mehrfach fahren zu lassen.

Gleichzeitig kritisierte Holter eine Anordnung der Stadt Jena, nach der ab 4. Mai auch im Unterricht an den Schulen in der Kommune ein Mundschutz zu tragen ist. „Ich bedauere, dass Jena diesen Schritt gegangen ist“, sagte Holter. Die Stadtverwaltung erzeuge so große Unsicherheit weit über die Stadtgrenzen hinaus. Schüler, aber auch Eltern in ganz Thüringen würden sich nun fragen, warum Mundschutz im Unterricht in Jena als wichtig erachtet werde und im Rest des Landes nicht. In den sozialen Netzwerken hatten bereits Eltern und Lehrer ihren Unmut darüber kund getan. Ein Sprecher der Stadt hatte daraufhin für diese Woche Gespräche zwischen dem Jenaer Gesundheitsamt, der Schulverwaltung und den Schulen angekündigt, da noch Anpassungsbedarf bestehe.

Auch die Anordnung im Landkreis Altenburger Land, nach der bei den Schülern vor dem Betreten der Schulen Fieber gemessen werde, hält Holter für nicht notwendig. Es sei „unglücklich“, wenn einzelne Kommunen beim Kampf gegen Corona mit Maßnahmen vorpreschten und damit die Menschen verunsicherten, sagte der Bildungsminister.

In Jenas Schulen gilt ab 4. Mai eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Die Vorgaben der Landesregierung sehen dagegen keine Maskenpflicht im Unterricht vor. Auch Holter hatte bei dem Besuch in Ohrdruf seinen Mundschutz im Klassenzimmer abgenommen.

 

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Von Sebastian Haak
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Veröffentlicht am:
27. 04. 2020
14:51 Uhr

Aktualisiert am:
27. 04. 2020
17:17 Uhr

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Von Sebastian Haak

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Veröffentlicht am:
27. 04. 2020
14:51 Uhr

Aktualisiert am:
27. 04. 2020
17:17 Uhr



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