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Thüringen

Mindestzahl an Pflegekräften stellt Kliniken vor Probleme

Erfurt - Die Landeskrankenhausgesellschaft plädiert angesichts vorgeschriebener Mindestzahlen bei Pflegekräften in Kliniken für mehr Ausbildungskapazitäten.



Pflegerin
Ein Pflegerin jongliert ein einer Klinik ein Bett über den Flur. Über 2000 Männer und Frauen aus dem Ausland arbeiten im Thüringer Gesundheitswesen.   Foto: Patrick Seeger

Erfurt - Die Landeskrankenhausgesellschaft plädiert angesichts vorgeschriebener Mindestzahlen bei Pflegekräften in Kliniken für mehr Ausbildungskapazitäten. "Letztlich versucht man mit Personaluntergrenzen ein Problem zu regeln, was auf diesem Weg nicht geregelt werden kann", sagte die Vorsitzende Gundula Werner am Montag in Erfurt. Sie verwies auf den bestehenden Fachkräftemangel, der den Kliniken in unterschiedlicher Ausprägung zu schaffen mache. Bundesweit müssen Krankenhäuser von 2019 an verbindliche Pflegeuntergrenzen in zunächst vier Fachgebieten mit besonders hohem Pflegebedarf einhalten.

In Erfurt beschäftigte sich am Montag eine Fachtagung mit dem Thema. In Thüringen sind nach Einschätzung von Krankenkassen etwa 80 Prozent der rund 40 Akutkliniken von der zunächst übergangsweise bis Ende 2019 geltenden Neuregelung betroffen. Sie gelte allerdings nur für etwa 15 Prozent der rund 16 000 Klinikbetten, sagte der Landeschef des Ersatzkassenverbands Vdek, Arnim Findeklee.

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Weg gebrachte Verordnung gilt für Intensivstationen sowie die Bereiche Unfallchirurgie, Alterserkrankungen (Geriatrie) und Herzerkrankungen (Kardiologie). Auf der Intensivstation etwa darf eine Pflegekraft in der Tagschicht an einem Wochentag künftig höchstens zwei, in der Nachtschicht drei Patienten betreuen. In der Unfallchirurgie liegt die Obergrenze bei 10 beziehungsweise 20 Patienten pro Pflegekraft.

"Das Zustandekommen der Kriterien ist für mich nicht nachvollziehbar", sagte Klinikverbands-Chefin Werner. Die Quoten etwa für die Intensivstationen seien "schon mehr als nur eine Untergrenze". Die Krankenkassen wiederum befürchten, dass Kliniken zugunsten von Abteilungen mit einer verbindlichen Pflegequote Personal aus anderen Bereichen abziehen. Solche "Verschiebebahnhöfe" müssten vermieden werden, hieß es. In den Thüringer Krankenhäusern arbeiten rund 12 000 Krankenschwestern und -pfleger.

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Veröffentlicht am:
11. 09. 2018
09:56 Uhr

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