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Thüringen

Mai krisenbedingt mit mehr Arbeitslosen - Entspannung bei Kurzarbeit

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor deutlich auf dem Arbeitsmarkt zu spüren - und werden es auch noch länger sein, schätzen Experten. Ihrer Ansicht nach gibt es aber auch etwas Licht am Horizont.



Mehr Arbeitslose, aber ein geringerer Anstieg bei der Kurzarbeit als im Vormonat: Die Corona-Krise hat auch im vergangenen Monat auf dem Thüringer Arbeitsmarkt zu saisonuntypischen Entwicklungen geführt. Im Mai waren nach am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Landesarbeitsagentur 70 500 Frauen und Männer im Freistaat arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 6,3 Prozent. Insgesamt seien 12 500 mehr Menschen ohne Arbeit gewesen als noch im Vorjahresmonat.

Vor allem Zeitarbeiter und sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe meldeten sich im Mai arbeitslos. Gerade im Bereich der Zeitarbeit seien so junge und ausländische Arbeitnehmer besonders betroffen, sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens. Längerfristige Auswirkungen der Krise hält er in Thüringen gerade bei der Zulieferindustrie für die Autobranche für möglich.

Die Kurzarbeit habe sich stabilisiert. 1500 neue Anzeigen auf Kurzarbeit gab es demnach im Mai, von denen 22 900 Beschäftigte betroffen waren. Im März und April standen dagegen hinter 24 400 bei der Arbeitsagentur eingegangenen Anzeigen 273 800 Frauen und Männer. «Mit dem Instrument der Kurzarbeit ist es gelungen, den Markt vergleichsweise stabil zu halten und eine größere Zahl von
Entlassungen zu vermeiden», sagte Behrens. Er geht davon aus, dass die Höchstwerte bei der Kurzarbeit bereits überschritten sind.

«Entscheidend ist jetzt, dass mit dem geplanten Konjunkturpaket die Wirtschaft angekurbelt wird und insbesondere die Nachfrage in Produktion und beim Konsum steigt», teilte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Wirtschaft Thüringens (vwt), Stephan Fauth, mit. «Das führt zu steigenden Aufträgen in Thüringer Betrieben und sorgt für Vertrauen bei Beschäftigten, dass die Kurzarbeit in Vollbeschäftigung führen kann und nicht in Arbeitslosigkeit enden muss.»

Mit Blick auf bisherige Lockerungen der Corona-Auflagen sagte Behrens, dass sich die Wirtschaft zwar seit Mitte Mai Zug um Zug belebe, dies sich aber noch nicht nachhaltig niederschlage. «Ein bisschen Licht gibt es in der Entwicklung aber», sagte Behrens und verwies auf die Zahl neu gemeldeter Stellen. Demnach meldeten Arbeitgeber im Mai 3100 neue Stellen. Das waren 1000 mehr als im Vormonat - aber knapp 1200 weniger als im Mai vor einem Jahr.

Behrens schätzt, dass sich an der Grundstimmung in den kommenden Monaten zunächst wenig ändern und auch die Arbeitslosenzahlen leicht weiter steigen werden. Das sei aber nicht nur Corona geschuldet, sondern auch den saisontypischen Entwicklungen im Sommer. So finde etwa nicht jeder Jugendliche nach dem Schulabschluss gleich eine Stelle oder einen Ausbildungsplatz.

Dabei bestünden trotz der Krise weiter gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt: Den rund 7400 jungen Menschen, die sich seit Oktober bei der Arbeitsagentur für die Suche nach einer Lehrstelle gemeldet haben, standen 10 500 Ausbildungsplätze gegenüber. Das seien 1100 weniger Bewerber als im Mai vor einem Jahr gewesen und 1700 weniger Ausbildungsstellen.

Behrens zufolge meldeten aktuell nur vergleichsweise wenige Unternehmen coronabedingt Insolvenz an, die auch ausbilden. Sollten Lehrlinge dennoch deshalb ihre Ausbildung nicht an einem Unternehmen beenden können, werde ihnen etwa von der Arbeitsagentur geholfen, für den Abschluss einen anderen Betrieb zu finden. Behrens appellierte: Wenn nicht auf Nachwuchs in den Unternehmen geachtet werde, stehe schon bald die nächste Krise in Form einer Fachkräfte-Krise bevor.

Auch deutschlandweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai wegen der Folgen der Corona-Krise im Vergleich zum April noch einmal um 169 000 auf 2,813 Millionen Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte damit um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 577 000 Personen nach oben. dpa

 

 

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2020
08:17 Uhr

Aktualisiert am:
03. 06. 2020
12:49 Uhr

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03. 06. 2020
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Aktualisiert am:
03. 06. 2020
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