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Thüringen

"Lohnangleichung in der Pflege überfälliger Schritt"

Die Pflegekommission hat eine schrittweise Anhebung der Mindestlöhne beschlossen. Wichtigster Schritt aus Sicht der Techniker Krankenkasse für Thüringen: Die Angleichung der Löhne in Ost und West.



Berlin/Erfurt - Die Pläne der Pflegekommission zur Anhebung der Mindestlöhne in der Pflege sind in Thüringen auf positives Echo gestoßen. "Der von der Bundesregierung verkündete höhere Mindestlohn in der Pflege und ganz besonders die Angleichung der Pflegemindestlöhne in Ost und West ist gerade für Thüringen ein wichtiger Schritt", sagte Guido Dressel, Landeschef der Techniker Krankenkasse, am Donnerstag in Erfurt. Durch diese Angleichung werde Thüringen spätestens zum 1. September 2021 kein Billigpflegeland an der unteren Lohngrenze mehr sein. "Für alle hier in der Altenpflege Beschäftigten ist das eine längst fällige Anerkennung", so Dressel weiter. Insbesondere in den Grenzregionen im Süden und Westen des Freistaates führe die Ost-West-Angleichung hoffentlich dazu, dass Thüringer Pflegekräfte auch in der Heimat arbeiten und nicht der Bezahlung wegen abwandern.

Der TK-Chef hatte in der Vergangenheit immer wieder das niedrige Lohnniveau in der Thüringer Pflege beklagt. Dadurch würden dringend benötigte Fachkräfte entweder in den Westen abwandern oder aber von Krankenhäusern abgeworben, wo Pflegekräfte bessere Verdienstmöglichkeiten hätten. "Die nun beschlossenen Maßnahmen können die Altenpflege auch innerhalb Thüringens gegenüber dem Krankenhaussektor stabilisieren", sagte Dressel.

Offen ist bislang allerdings, was die beschlossenen neuen Mindestlöhne für die Pflegebedürftigen bedeuten. Die geplante deutliche Anhebung wird nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Milliardensummen kosten. "Wir reden hier eher über Milliarden als über hunderte Millionen", sagte Spahn.

Die Pflegekommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern hatte bereits Dienstag in Berlin beschlossen, dass der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte bis 1. April 2022 in vier Schritten spürbar von heute 10,85 Euro (Ost) und 11,35 Euro (West) auf 12,55 Euro in Ost- und Westdeutschland angehoben werden soll. Ab 1. Juli 2021 soll es zudem erstmals einen Mindestlohn für Pflegefachkräfte von 15 Euro geben. Dieser soll zum 1. April 2022 auf 15,40 Euro steigen. Die Steigerungen gelten in der Alten- und ambulanten Krankenpflege.

Spahn kündigte an, zur Jahresmitte einen Vorschlag für die Finanzierung vorzulegen. Es gehe darum, einen fairen Ausgleich zwischen dem, was die Pflegeversicherung übernehmen könne und was in der Verantwortung der Familien und Pflegebedürftigen und deren Eigenanteilen liege, zu finden.

Mit den neuen Mindestlöhnen setze man ein deutliches Zeichen, den Pflegeberuf attraktiver zu machen, sagte Sozialminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin.

Wird die Anhebung der Mindestlöhne allein auf die Pflegebedürftigen umgelegt, dann ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Sozialfälle unter den Pflegebedürftigen gen deutlich steigt, weil sie die Eigenanteile zur Pflege nicht mehr aus ihrer Rente oder ihren Ersparnissen finanzieren können. Schon jetzt liegt der Anteil der Empfänger von Sozialleistungen in manchen Heimen über 25 Prozent.

Autor
Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
31. 01. 2020
07:50 Uhr

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Jolf Schneider

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31. 01. 2020
07:50 Uhr



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