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Thüringen

Leckerlis und Leberwurst für’s perfekte Foto

Amelie und Caruso haben beim Wettbewerb um das originellste Herrchen/ Frauchen-Hund-Bild ein Foto-Shooting mit der weltbesten Tierfotografin gewonnen. Trotz Regen war es für alle ein Erlebnis mit vielen tollen Bildern.



Angelika Elendt zeigt Amelie und Alisa gleich die Aufnahmen. Fotos (2): G. Bertram
Angelika Elendt zeigt Amelie und Alisa gleich die Aufnahmen. Fotos (2): G. Bertram   Foto: G. Bertram » zu den Bildern

Ummerstadt - Aufregung im Hause Neubert in Ummerstadt: Beim Foto-Wettbewerb unserer Zeitung haben Mutter Peggy und ihre Töchter Amelie und Alisa den 1. Preis gewonnen. Eine der weltbesten und preisgekrönten Tierfotografinnen, Angelika Elendt, wird den Hund der Neuberts Caruso in Szene setzen. Kein leichtes Unterfangen, aber die Fotografin hat Erfahrung und weiß, wie mit quirligen Vierbeinern umzugehen ist.

Verblüffende Hund-Mensch-Fotos:

Im Sommer haben wir Sie, liebe Leser, dazu aufgerufen, uns Ihre originellsten Herrchen/Frauchen-Hund-Fotos zu senden. Ein ähnliches Lächeln, die gleiche Frisur oder die gemeinsame Leidenschaft für die Thüringer Bratwurst sollten die Verbundenheit zu ihrem tierischen Begleiter zeigen. Mehr als 350 Bilder sind bis zum 23. September bei uns eingegangen. Vielen Dank dafür!

Etwa zwei Drittel der Einsendungen kamen von Frauen. Eine Jury aus hundeliebenden- und haltenden Redakteuren hat zusammen mit Tierfotografin Angelika Elendt, die im Oktober in London einen Preis für das weltbeste Tierfoto in der Kategorie "Assistenzhunde" entgegennahm, die Sieger gekürt.

Das Rennen machten Caruso und die 13-jährige Amelia aus Ummerstadt. Das Duo sandte ein Bild ein, auf dem die beiden auf einem Liegestuhl sitzend mit Strohhalmen einen Cocktail schlürften. Dieser Sommer-Schnappschuss brachte ihnen viele Sympathien und ein Foto-Shooting mit Angelika Elendt.

Es will an diesem Sonntag gar nicht aufhören zu regnen. Die 13-jährige Amelie schaut immer wieder besorgt zum Himmel. Sie war es, die sich mit Caruso, einem Terrier-Deutsche-Bracke-Mix, im Liegestuhl und beim Cocktail trinken mit Sonnenbrille von ihrer Schwester Alisa hat ablichten lassen. Bei diesem kleinen Fotoshooting im Garten sind noch mehr lustige Bilder entstanden, beim gemeinsamen Männchen-machen zum Beispiel. Und so schnell, wie Caruso mit der Zunge das Cocktailglas ausgeschlürft hatte, erzählen die Mädels lachend, konnte die Kamera gar nicht startklar sein.

Unter den Baum gelegt

Caruso war einer von acht Welpen, die einer Freundin von Peggy am 9. Oktober 2011 ins Körbchen gelegt worden waren. "Alisa war elf und hatte sich schon lange einen Hund gewünscht", erzählt Mama Peggy. Caruso sollte also ein Weihnachtsgeschenk werden. Klar, weiß Peggy, dass man Tiere nicht unter den Weihnachtsbaum "legt", aber bei ihren Mädels war sie sich sicher, dass dieser Wunsch nicht nur eine kurzfristige Laune war. Sofort hatte sich der kleine Welpe in die Herzen der Familie geknuddelt. Das ist bis heute so, auch wenn Alisa inzwischen 19 ist, auf die Polizeischule in Meiningen geht und nur noch an den Wochenenden zu Hause ist. Caruso ist ohnehin kein "Couch-Potato". Er hat sein gemütliches Domizil hinterm Haus im Hundehaus nebst Sessel und Körbchen. Amelie und Peggy gehen mit ihm raus, so oft es die Zeit erlaubt, zwischendurch auch Oma Ruth und Opa Johannes, die mit im Haus wohnen.

Caruso ist ein lebhaftes, temperamentvolles Kerlchen, ein richtiger "Kaninchenjäger", wenn man ihn ableint, sagt Amelie, Siebtklässlerin an der Regelschule Heldburg und hobbymäßig sehr umtriebig. Amelie reitet in der Countryscheune in Einöd, tanzt bei der Funkengarde in Heldburg, lernt Gitarre, spielt Tischtennis, besucht einen Nähkurs und malt. Natürlich auch immer wieder Bilder von Caruso, eines davon hat sie ihrer großen Schwester zu Weihnachten geschenkt.

Ihrem Caruso hat Alisa gemeinsam mit der Schwester etliche Kunststückchen beigebracht: Männchen machen, sich rollen, auf zwei Beinen stehen und laufen, sich "tot" stellen oder den Ball holen. Nur Autofahren mag er so gar nicht, jedenfalls nicht im Hundekorb. Da kommt ihm schon mal das Essen wieder hoch.

Die Schnauze geputzt

Fressen tut er alles, sogar Möhren, lacht Amelie. Einmal wöchentlich gibt’s Quark mit Ei für ein schönes Fell, vom Einkaufen bringt Peggy gern mal einen Rinderknochen mit, und fürs Fotoshooting haben Amelie und Alisa ihren Caruso ordentlich gebürstet und ihm die Schnauze geputzt. Die Schwestern lieben Tiere, ihren Hund sowieso, aber auch Pferde. Amelie hat drei Meerschweinchen - Pauline, Babbel und Bonny - und Hasen - erst Rudolf, dann Waldi und jetzt Melone.

Mal abgesehen, dass es noch immer regnet, sind die drei Neuberts auch gespannt, wie Caruso in Szene gesetzt werden kann, jedenfalls in freier Natur nicht ohne Leine. Die Fotografin Angelika Elendt ist fürs alles professionell gerüstet. Das Kennenlernen ist locker und unkompliziert, immer wieder wird auf den Regenradar geschaut. Egal, es wird nicht viel besser. Die Locations fürs Fotoshooting hat Peggy Neubert schon vorher ausgewählt: Der Teich in Erlebach, der Holzsteg, die Brücke über die Rodach. Mit Fotorucksack, einem Cape für die Kamera und einem reichlichen Vorrat an Leckerlis ausgerüstet geht’s los. Caruso, von den Mädels liebevoll "Rusi" genannt, wird ins Auto verfrachtet und mit Worten beruhigt.

Hund, Katze, Pferd

Angelika Elendt fotografiert und porträtiert hauptsächlich Hunde, aber auch Katzen oder Pferde, manchmal Kühe und Ziegen. Sie kommt gerade aus London, wo sie mit ihrem Foto "Seelentröster" bei einem internationalen Tierfotowettbewerb den ersten Preis in der Kategorie "Assistenzhunde" in Empfang nehmen durfte.

Ganz Profi weiß sie, wie man Tiere in den Fokus nimmt, hat genügend Übung und auch so ihre speziellen Tricks auf Lager: Leckerlis, eine Tierstimmen-App auf dem Handy, und wenn gar nichts mehr hilft, dann eines garantiert - ein Stück Leberwurst. "Das hat bisher immer funktioniert", sagt sie und: "Man muss Hunde lesen können, ihr Verhalten deuten und ihnen Zeit lassen, um zu sehen, wie auf was reagiert wird." Tierfotografie, erklärt Angelika Elendt, habe so ihre eigenen Schwierigkeiten, aber
auch Reize, weil es immer wieder eine Herausforderung ist, Tiere vor der Kamera zu haben. Schließlich
gebe es auch kamerascheue
Menschen.

Ohnehin fotografiert Elendt lieber Interaktion, will Mensch und Tier so einfangen, wie sie sich im Miteinander verhalten. Nach ein paar Erkundungsgängen an der langen Leine nebst Markieren ist Caruso dann ein friedliches, mit Leckerlis lenkbares Fotomotiv am Teich, auf den moosbewachsenen Steinen, auf dem Bootssteg, an der Rodachtal-
brücke und vor historischer Fachwerkkulisse in Ummerstadt. Rund 300 Aufnahmen hat Angelika Elendt im "Kasten", wird den Neuberts um die 30 bis 40 zur Auswahl schicken.

Alisa freut sich auf ein Bild für ihr Zimmer, Amelie träumt von einem großen Poster, und Peggy hat natürlich am liebsten ein Bild von Caruso und ihren beiden Töchtern.

Autor

Gabi Bertram
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
00:00 Uhr

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Gabi Bertram

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20. 11. 2019
00:00 Uhr



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