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Thüringen

Kliniken sollen sich mehr auf Alterskrankheiten einrichten

Die Behandlung von älteren Menschen in Thüringer Krankenhäusern hat immer wieder für Ärger zwischen Kliniken und den Krankenkassen gesorgt. Jetzt soll sich etwas ändern.



Auch die Patienten in den Krankenhäusern werden immer älter. Für sie sind besondere Lösungen gefragt.  	Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Auch die Patienten in den Krankenhäusern werden immer älter. Für sie sind besondere Lösungen gefragt. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa   Foto: Daniel Karmann/dpa

Erfurt – In Thüringen soll in Zukunft anhand eines Kriterienkataloges entschieden werden, ob ältere Menschen in einer auf geriatrische Erkrankungen spezialisierten Klinik behandelt werden – oder ob ihnen anderweitig geholfen werden kann. Dazu hätten sich die Krankenkassen, der medizinische Dienst der Krankenkassen und die Krankenhäuser auf zwei Papiere verständigt, in denen diese Kriterien festgeschrieben seien, sagte Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Mittwoch in Erfurt. Die entsprechenden Gespräche seien „nicht immer in harmonischer Stimmung, aber stets konstruktiv und vor allem streng fachlich“ verlaufen und würden nun dazu führen, dass die betroffenen Patienten noch besser versorgt werden könnten.

Unter geriatrische Erkrankungen fallen eine Vielzahl von Krankheitsbildern, die vor allem bei Menschen im höheren Alter auftreten. Die Geriatrie wird deshalb auch Alters- oder Altenmedizin genannt. Zu diesen alterstypischen Krankheiten gehören zum Beispiel Demenz, Arthrose, Krebs, Osteoporose, Herzinfarkte und Schlaganfälle, aber auch Altersdepressionen oder Grauer Star.

Hilfe in abgelegenen Gegenden

Welche Kriterien es im Einzelnen sind, nach denen entschieden wird, ist in den beiden Papieren für medizinische Laien nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Dabei spielt eine Vielzahl von gesundheitlichen Fragen eine Rolle. Allerdings ist nun ausdrücklich auch festgehalten, dass auch nicht-medizinische Faktoren eine Rolle spielen sollen, wenn es darum geht, ob die Kassen für den stationären Aufenthalt eines geriatrisch Erkrankten zahlen. Lebe ein solcher Patient zum Beispiel allein, verfüge über kein Telefon oder wohne er in einer Region, die durch Helfer nur schwer erreichbar ist, dann komme etwa nach einer Operation nur eine stationäre Versorgung in Betracht.

Gleichzeitig versprach Werner, auch unabhängig von dem Kriterienkatalog habe jeder Patient weiterhin Anspruch darauf, dass seine individuelle Lage durch die Kassen genau geprüft werde, um im Einzelfall zu entscheiden, ob ihm ambulant oder in einer Akut- beziehungsweise in einer Rehabilitationsklinik geholfen werden kann.

Thüringen fehlt Reha-Klinik

Hintergrund für die Erarbeitung der nun vorgestellten Papiere: Nach Angaben Werners gab es wegen der Behandlung von älteren Menschen in Thüringer Krankenhäusern in den vergangenen Monaten immer wieder Ärger zwischen den Kliniken und den Krankenkassen. Es sei über die Behandlungskosten solcher Patienten gestritten worden, weil die Krankenkassen in bestimmten Fällen der Meinung gewesen seien, diese Patienten hätten gar nicht in ein Krankenhaus ausgenommen werden müssen.

Dieser Streit ist nach Angaben Werners auch dadurch angeheizt worden, dass es in Thüringen bislang keine geriatrische Rehabilitationsklinik gib. Bislang habe es einen Konsens gegeben, dass Patienten auch in Akutkliniken behandelt werden könnten. Dieser Konsens sei aber mit dem siebten Thüringer Krankenhausplan aufgekündigt worden. Ältere Menschen seien von den Kassen in Rehabilitationskliniken in andere Bundesländer geschickt worden.

Autor
Sebastian Haak

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2018
17:56 Uhr

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Sebastian Haak

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12. 09. 2018
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