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Thüringen

Kinder-Notbetreuung: Kritik an strengen Regeln wächst

In Thüringen ist bislang streng geregelt, welche Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung geben können und welche nicht. Doch die Kritik daran wächst. Die AWO etwa fordert eine Entlastung für Erzieherinnen mit eigenen Kindern.



In Thüringen wird die Kritik an strengen Regeln zur Notbetreuung von Kindern in der Corona-Krise immer lauter. Der Sozialverband Arbeiterwohlfahrt (AWO) Thüringen fordert, dass auch Erzieherinnen selbst für ihre Kinder die Notbetreuung nutzen können. «Wir erwarten, dass ab Mai deutlich mehr Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung geben. Die Erzieher, die das abdecken sollen, sind aber selbst nicht adäquat eingruppiert», sagte Dirk Gersdorf, Sprecher der Thüringer AWO.

Nach den Regeln zur Notbetreuung gehören Erzieher bislang zur Gruppe B. Das heißt, sie können ihre eigenen Kinder in die Notbetreuung geben, wenn auch der andere Elternteil für die Notbetreuung berechtigt ist.

Berufstätige Alleinerziehende können ihre Kinder ebenfalls in die Notbetreuung geben. Diese Lockerung gilt erst seit Montag. Auch Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter und der Sozialämter sowie der Thüringer Landesaufbaubank können ihre Kinder betreuen lassen, sofern diese Mitarbeiter für die Bewältigung der Corona-Krise gebraucht werden.

Gersdorf sagte, dass die Kitas der AWO während der Schließung nur zu etwa zehn Prozent ausgelastet waren. Er geht davon aus, dass die Auslastung im Mai noch auf 20 Prozent steigt. «Wegen der kleinen Gruppen werden wir einen größeren Personalaufwand haben», sagte Gersdorf. Daher sei eine Ausweitung der Notbetreuung auf Kinder von Erziehern wichtig.

Kritik an den Regeln kam auch von der Thüringer CDU-Fraktion und der Handwerkskammer Erfurt. «Was nun vom Bildungsministerium veröffentlicht wurde, widerspricht jeder Logik», erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Tischner. Er monierte, dass zum Beispiel Eltern, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten, ihre Kinder nur betreuen lassen könnten, wenn beide Elternteile dort arbeiten.

Wolle man schrittweise mehr Betreuung zulassen, sollte man gerade die Eltern besonders in den Blick nehmen, für die die Notbetreuung zwingend erforderlich sei, so Tischner. Das betreffe etwa das Gesundheitssystem, das Kita-Personal, die Schulen oder Polizei und Rettungsdienst.

Die Erfurter Handwerkskammer zeigte sich «enttäuscht», wie die angekündigte Ausweitung der Notbetreuung in Thüringen umgesetzt werde. Die Beschäftigten der Handwerksbetriebe etwa fielen «weiterhin aus dem Raster und sind weiterhin einer hohen Belastung ausgesetzt». dpa

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Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
08:24 Uhr

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29. 04. 2020
08:24 Uhr



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