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Thüringen

Jüdische Gemeinde Thüringens nach Anschlag beunruhigt

Ein bewaffneter Angreifer will während eines Gottesdienstes in Halle in eine Synagoge eindringen. Mit diesem Vorhaben scheitert er - trotzdem sterben zwei Menschen. Die Bluttat hinterlässt auch bei der jüdischen Gemeinde in Thüringen Spuren.



Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle/Saale hat der Thüringer Landesrabbiner Alexander Nachama bessere Sicherheitsvorkehrungen für das Gotteshaus in Erfurt ins Spiel gebracht. Zwar seien auch an der Synagoge in der Landeshauptstadt bereits Kameras installiert. «Wir müssen aber insgesamt überdenken, ob die Sicherheitsvorrichtungen so ausreichen», sagte Nachama am Donnerstag der dpa.

09.10.2019 - Schüsse in Halle - Foto: Sebastian Willnow/dpa

Tote nach Schüssen in Halle Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Tote nach Schüssen in Halle Halle
Tote nach Schüssen in Halle Halle
Schüsse in Halle Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Tote nach Schüssen in Halle Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Zwei Menschen in Halle erschossen Halle
Schüsse in Landsberg Landsberg
Tote nach Schüssen in Halle Halle

Am Mittwoch hatte ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Dutzende Gläubige waren dort für einen Gottesdienst zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versammelt gewesen. Der Anschlag auf die Synagoge scheiterte. Der Täter soll aber vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen haben. Außerdem soll er mindestens zwei weitere Menschen verletzt haben.

Auch in Erfurt feierten Gemeindemitglieder am Mittwoch Jom Kippur in der Synagoge. «Die Situation war gestern sehr schwierig», berichtete Nachama. Viele Gemeindemitglieder seien nach den ersten Nachrichten aus Halle sehr beunruhigt gewesen. «Die Gemeinde in Halle ist eine kleine, so wie auch in Erfurt», sagte Nachama. Beim anschließenden gemeinsamen Essen nach dem Gottesdienst habe kaum jemand gesprochen. Zumindest habe sich aber das Sicherheitsgefühl verbessert, als sich am Nachmittag mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten vor der Synagoge positionierten.

Zu bedenken gab Nachama zudem, dass von Sonntag an mit dem mehrtägigen Laubhüttenfest bereits ein weiteres wichtiges Fest im jüdischen Kalender anstehe. «Das ist eigentlich ein Fest der Freude. Aber nun wird alles wohl sehr gedämpft werden.» Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen zählt rund 800 Mitglieder.

Die Polizei ist derweil nach Angaben von Innenminister Georg Maier (SPD) auch einen Tag nach dem Anschlag in Halle verstärkt an Synagogen und jüdischen Friedhöfen in Thüringen im Einsatz. «Es ist wichtig, die Einrichtungen der jüdischen Gemeinde zu schützen», sagte Maier am Donnerstag in Erfurt. Es gehe auch darum, möglichen Trittbrettfahrern nach dem Mordanschlag von Halle mit zwei Toten keine Chance zu gegen.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, beklagte dagegen fehlenden Polizeischutz. «Bei uns gibt es nie Polizeikontrollen», sagte er am Donnerstag in Halle.

Staatskanzleichef, Kulturminister und Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung, Benjamin Immanuel Hoff (Linke), schrieb am Mittwoch auf Twitter: «An Jom Kippur, dem jüdischen Versöhnungsfest, greifen Bewaffnete eine Synagoge in Halle/Saale an und schänden in Weimar Unbekannte mit Hakenkreuzen ein Denkmal. Unsere Solidarität gilt allen Jüdinnen und Juden. Antisemitismus darf in unserem Freistaat keinen Platz haben!» Im Goethe-Park in Weimar war das Shakespeare-Denkmal unter anderem mit Hakenkreuzen beschmiert worden.

In Thüringen finden auch regelmäßig jüdisch geprägte Kulturfestivals statt. Erst vor zwei Wochen gingen die Achava-Festspiele zuende. «Wir sind in Gedanken bei der Jüdischen Gemeinde in Halle und werden nicht akzeptieren, dass Antisemitismus in unserem Land um sich greift», teilte Achava-Intendant Martin Kranz am Donnerstag mit. Vom 30. Oktober bis zum 16. November sind bei den Tagen der jüdisch-israelischen Kultur in Thüringen verteilt Konzerte, Lesungen und weitere Veranstaltungen geplant. dpa

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
12:57 Uhr

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10. 10. 2019
12:57 Uhr



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