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Thüringen

Ilmenauer wollen für Regio-Bahnhof kämpfen

Universität, Stadt und Ilm-Kreis dringen beim Freistaat gemeinsam auf einen Regionalbahn-Halt Ilmenau auf der ICE-Strecke. Ob Land und Bahn ihn wollen, ist offen.



Arnstadt - Der ab 2023 angedachte Bahn-Regionalverkehr Erfurt-Coburg-Nürnberg weckt in der Region ernste Hoffnungen, dass auf der Schnellfahrstrecke ein Haltepunkt in Ilmenau eingerichtet wird. In einem gemeinsamen Appell an Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) haben sich am Dienstag Vertreter von Lokalpolitik und Universität für einen Regionalbahn-Stopp am derzeitigen Überholbahnhof Ilmenau-Wümbach im Osten der Stadt ausgesprochen.

"Wir bitten Sie, einen Regionalhaltepunkt an der ICE-Strecke für Thüringen in die Planungen mit der Deutschen Bahn aufzunehmen", heißt es in dem Schreiben, das der Ilmenauer OB Daniel Schultheiß, die Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders und der TU-Rektor Peter Scharff im Landratsamt in Arnstadt unterzeichneten. Der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Bühl stellte sich hinter die Forderung. Bisher können auf den 90 Kilometern zwischen Erfurt und Coburg nirgends Züge halten. Der bei der Planung der ICE-Strecke vorgesehene Bahnhof Wümbach war mangels absehbar haltender Züge nur in Form von Wartegleisen für Güterzüge gebaut worden.

Thüringen und Bayern hatten bei der Neuausschreibung des elektrischen Bahnverkehrs zwischen beiden Ländern für die Zeit ab Ende 2023 auch eine Option hinzugefügt, wonach täglich fünf Regionalexpresszug-Paare zwischen Erfurt und Nürnberg mit Stopp in Coburg bestellt werden - unter zwei Voraussetzungen: Die DB lässt den ICE nicht mehr als vier Mal pro Tag und Richtung Coburg anfahren, und die für Anfang nächsten Jahres erwarteten Angebote der Zugbetreiber erscheinen beiden Ländern finanzierbar.

Die neuen Regionalzüge sind eine Idee der Bayern, die das erfolgreiche Konzept eines aufeinander abgestimmten ICE- und Regionalverkehrs auf dem Abschnitt Sonneberg-Coburg-Nürnberg gerne auch Richtung Norden verwirklicht sähen. Die Thüringer Landesregierung hatte es bisher immer abgelehnt, Regionalverkehr auf der ICE-Strecke zu bestellen.

Die Region Ilmenau sieht nun eine neue Chance, die Region besser ans Schienennetz anzubinden. Zwar fahren stündlich Regionalbahnen zwischen Erfurt und Ilmenau. Die alte Strecke über Arnstadt ist aber langsam und endet in Ilmenau, eine Verbindung nach Süden gibt es nicht. "Wir haben mehr als 700 Studenten aus Bayern", sagte Rektor Scharff. "Richtung München fahren die erst eine Stunde rückwärts bis Erfurt, um dann von dort mit dem ICE wieder quasi am Ausgangspunkt Ilmenau vorbei zu rauschen." Fahrzeiten von unter 15 Minuten bis Erfurt und 20 Minuten bis Coburg seien da eine ganz andere Hausnummer. "Mit diesem neuen Südlink würde der Universitätstandort Ilmenau mit Sicherheit attraktiver", sagte Scharff, dessen Uni rund vier Kilometer vom neuen Haltepunkt entfernt läge, Landrätin Enders sieht den Ilm-Kreis als "wirtschaftsstärksten Thüringens" und schon darin ein Argument für den neuen Schienenanschluss. Den hatte der frühere Ilmenauer OB Gerd-Michael Seeber stets abgelehnt, weil er fürchtete, dass er den innerstädtischen Bahnhof entwerte. "Das wird auf keinen Fall passieren", sagte sein Nachfolger Schultheiß. Das Verständnis von Mobilität schließe heute auch eine Erreichbarkeit ohne Auto ein. "Die Zeiten haben sich geändert". Wie Scharff regte Schultheiß an, die Anbindung des Regio-Halts durch "innovative Konzepte" zu organisieren, etwa einem fahrerlosen oder alternativ angetriebenen Bus.

Beschließen und bezahlen müsste den Regionalzughalt die Deutsche Bahn. Die gab sich zurückhaltend. "Die Errichtung einer Verkehrsstation wäre grundsätzlich möglich", hieß es auf Anfrage. Zunächst müsse aber das Land definieren, was es dort braucht. Erst dann könne "die technische Machbarkeit, der Investitionsaufwand sowie die Wirtschaftlichkeit bewertet werden." er

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28. 08. 2019
07:14 Uhr

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28. 08. 2019
07:14 Uhr



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