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Thüringen

Ilmenauer Laser - so präzise wie Schweizer Uhrwerke

"Aufstieg durch Innovation": Beide Namensteile dieses dritten MuT-Preises hat sich der Laser-Spezialist LLT Applikation aus Ilmenau wahrlich verdient.



Erfolg mit futuristischer Laser-Technik: Siegfried und Larissa Pause von LLT.
Erfolg mit futuristischer Laser-Technik: Siegfried und Larissa Pause von LLT.  

Ilmenau - Dieses wirklich richtig strahlende Lachen von Siegfried Pause kommt sehr überzeugend auf die Frage: "Stimmt, die junge Frau hier neben mir, Larissa, ist nicht nur zweite Geschäftsführerin der LLT Applikation GmbH, sondern auch meine Tochter." Dass angeblich der Apfel nicht weit vom Stamm falle, ist für die junge Frau mit achtjähriger Tochter und elfjährigem Sohn indes weniger genetisch gemeint.

Denn dort, wo der heute 69-jährige Vater der 42-jährigen Tochter an der Technischen Hochschule Gerätetechnik studierte, später dann zum Ingenieur promovierte und auch an der heutigen TU am Aufbau des Lasertechnologie-Fachs aktiv war, hoffte er: "Möge das Mädchen später auch mal im wissenschaftlich-technischen Fach unternehmerisch denken können. Und arbeiten wollen!"

Larissa konnte. Und wollte. Deshalb hat das familiengeführte Mittelstandsunternehmen für Laser- und Lichtstrahl-Technologie - mit Fernsicht vom Vogelherd-Industriepark hoch über Ilmenau - auch allerbeste Aussichten: Nämlich nicht, wie andere Erfolgsgeschichten, von Nachfolgersorgen geplagt zu sein.

"Mit den Kindern und meinem Partner, der viel Verantwortung in der LLT trägt, das ist seit vier Jahren für mich eine Herausforderung. Doch als wir bei 2500 Quadratmetern überbauter Fläche am neuen Standort 2002 einzogen, war es nicht die erste Firma, die Vater aufbaute. Da lag es doch wohl nahe und machte mir auch Spaß, mich mit dem Wirtschafts-Ingenieurstudium ebenfalls für sein und unser berufliches Lebensziel fit zu machen", sagt Larissa Pause. Damals war von einer Verdoppelung des LLT-Jahresumsatzes, wie von 2017 auf 2018, noch nicht die Rede. "Exakt auf 4,05 Millionen Euro hoch" weiß Larissa Pause beim Blick in ihre Unterlagen.

Aber dass man als Unternehmen mit Spezialisierung auf Forschung und Entwicklung sowie Fertigung von maßgeschneiderter Laser-Applikationstechnik viel mehr als nur eine Nische auf weltweiten Märkten füllte, war schon bald absehbar.

"Auch wieder mit einem Quantum Glück wie nach der Wende. Politisch unbelastet wie ich war, hätte ich die Wahl zwischen Politik, Forschung, Lehre oder Verwaltung gehabt. Heute bin ich so sehr froh, meine Unternehmerentscheidung getroffen zu haben", so Siegfried Pause. Er entwickelte und baute schon zu End-Siebzigerjahren Maschinen in verschiedensten Industriezweigen. Tochter Larissa konnte 2001 ihr Diplom bei einer der schweizerischen Firmen machen, die heute zu den wichtigsten LLT-Exportkunden zählen.

Warum es für Pauses kleines Unternehmen mit einem Ingenieuranteil von 65 Prozent und hoher Frauenquote fast wie beim sprichwörtlichen Schweizer Uhrwerk lief? "Na, nicht nur rein sprichwörtlich", betont der Geschäftsführer jetzt abermals mit ungekünsteltem Optimismus. "Gerade die Schweiz, aber auch Österreich, sogar Weißrussland und andere europäische Kundenländer hatten fast ohne Werbung mitbekommen, was wir hier aus Thüringen anbieten. Präzision im Tausendstelmillimeterbereich für Werkstücke, die man mit bloßem Auge kaum noch wahrnehmen kann. Mit Anwendungen bis hin zum berühmten mechanischen Schweizer Uhrwerk, zur Medizin- und Wissenschaftstechnik."

Die LLT liefert fertige Auftragswerkstücke samt Beratung, Schulungen und Systemlösungen an Kunden. Doch die Wertschöpfungstiefe ist noch viel größer. Die Spezialtechnik beispielsweise für gleichzeitige und mehrstufige Laserbearbeitungen hört auf Namen wie "Microcat".

Pause senior und Tochter streichen über dicke, glattpolierte Granitplatten mit verkapseltem Aufbau der neuesten Lasertechnik: Ihr jüngstes Baby wiegt acht Tonnen, wird bei Kunden bereits erwartet. "Das ist unser Kandidatenstück beim MuT-Preis-Wettbewerb", sagt Larissa. Der massive Unterbau sieht aus wie eine große Steinmetzarbeit. Er verhindert erschütterungs- oder temperaturbedingte Maßabweichungen der Laserschneidetechnik, die darauf montiert ist. Deren Achsen sind zudem verschleißlos luftgelagert.

Nicht nur schweizerische Uhrenpräzision erfährt in Ilmenau neue, zeitgemäße Definitionen. uhu

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Veröffentlicht am:
25. 06. 2019
07:46 Uhr

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25. 06. 2019
07:46 Uhr



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