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Thüringen

Händler warten auf Kunden - Mundschutz nun Pflicht

Die Zwangspause für viele Händler ist vorbei - sie dürfen wieder öffnen. Dabei müssen sie einige Regeln einhalten - und nicht zu viele Kunden einlassen. Das gilt in Thüringen auch für die großen Einkaufscenter.



Erfurt - Vor Wochen mussten sie ihre Geschäfte wegen der Corona-Pandemie zuschließen, am Freitag können viele Händler in Thüringen wieder öffnen. Das gilt nach einer Verordnung der Landesregierung für Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern, aber auch solche, die ihre Verkaufsfläche entsprechend begrenzen. Sogar Einkaufszentren mit ihren Ladenpassagen, die es vor allem in den größeren Städten gibt, können wieder Kunden einlassen - allerdings unter Einhaltung strenger Regeln. Wer shoppen möchte, muss ebenso wie in Bussen, Bahnen und Taxen einen Mundschutz tragen.

Bei Einkaufszentren ist die Größe der einzelnen Geschäfte für die Flächenberechnung ausschlaggebend, nicht die Größe der Shoppingzentren, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Das Centermanagement sei dafür verantwortlich, dass auch außerhalb der Läden die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Es dürften auch keine Warteschlangen entstehen. Zudem muss es Aushänge oder Durchsagen zu den Corona-Regeln geben, die neben der Maskenpflicht einen Abstand von mindestens 1,5 Metern vorschreiben. Die Händler hätten sich entsprechend vorbereitet, erklärten ihre Interessenvertretungen.

Unumstritten sind die Lockerungen im Alltagsleben allerdings nicht. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sieht die Wiederöffnung der Läden kritisch und befürchtet mehr Neuinfektionen mit dem Coronavirus. «Diese Lockerungen könnten zu viel sein. Das Schlimmste wäre doch, wenn wir Mitte Mai sagen müssen, wir müssen jetzt wieder drei Schritte zurückgehen», sagte Bausewein.

Jörg Lauenroth-Mago von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hält die strengen Auflagen für notwendig. Sie müssten jedoch auch kontrolliert werden. «Ich halte ein schrittweises Lockern für richtig.» Er wünsche sich dabei ein flexibles und umsichtiges Agieren der Arbeitgeber. Den Beschäftigten im Handel sollten beim Dauertragen der Schutzmasken zumindest kleine Pausen gewährt werden, verlangte er. Zudem sollten wie in den Supermärkten durchsichtige Schutzwände im Kassenbereich angebracht werden, forderte der Gewerkschafter.

Die Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasen-Schutzes in Läden und im öffentlichen Nahverkehr - in einigen Städten auch in Behörden oder wie in Gera in Parks - gilt für alle Thüringer. Ausgenommen sind nach der Verordnung der Landesregierung nur nachweislich kranke Menschen sowie Kinder bis zum Alter von sechs Jahren. Viele Kommunen bemühten sich darum, dass ausreichend Masken angeboten werden können; Unternehmen und kleine Gewerbetreibende nahmen die Produktion auf.

Beispielsweise hat der Kreis Gotha nach eigenen Angaben eine Großbestellung von einfachem Mund-Nasen-Schutz in einer Größenordnung von 1,5 Millionen Stück aufgegeben. Städte und Gemeinden erhielten sie zum Selbstkostenpreis und könnten die einfachen Masken an die Bürger ausgeben. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) reichen aber auch ein Schal oder ein Tuch, um Mund und Nase abzudecken. Das könnte aber nur ein zusätzlicher Schutz sein, wenn das Abstandsgebot eingehalten werde, so Werner. dpa

 

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Veröffentlicht am:
24. 04. 2020
07:32 Uhr

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24. 04. 2020
07:32 Uhr



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