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Häftlinge nutzten Raucherpause zum Ausbruch aus Jugendknast

Ihre Flucht ist nur von kurzer Dauer: Noch am Ausbruchstag schnappt die Polizei in Thüringen drei geflohene Häftlingen. Jetzt geht es darum, die Umstände der Flucht aufzuklären. Das könnte den Druck auf Thüringens ohnehin angeschlagenen Justizminister erhöhen.



Arnstadt - Nach dem Ausbruch von drei Inhaftierten aus der Jugendstrafanstalt Arnstadt steht die Sicherheitstechnik des Gefängnisses auf dem Prüfstand. Auch das Personal sollte noch am Freitag zu den Umständen der Flucht befragt werden, teilte das zuständige Justizministerium mit. Konsequenzen sollen laut Ministerium spätestens am Samstag gezogen werden. Die Ausbrecher waren nur wenige Stunden nach ihrer Flucht wieder gefasst worden.

Die drei Männer im Alter von 19, 22 und 23 Jahren arbeiteten nach Angaben des Justizministeriums in einer Werkstatt des Gefängnisses und nutzten eine Raucherpause für ihre Flucht am Freitagmorgen. Mit einem Bolzenschneider hätten sie zunächst einen Sicherheitszaun durchtrennt. Dann seien sie mit einer Leiter und einem Seil über die Außenmauer geklettert. Verletzt wurde bei dem Ausbruch niemand.

05.01.2018 - Gefängnisausbruch Arnstadt - Foto: proofpic.de

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Die Polizei fasste den 19-Jährigen mittags in Arnstadt, die beiden anderen Ausreißer schnappte sie wenig später auf einem Feld bei Niederwillingen unweit Arnstadt. Die Männer wehrten sich laut Polizei bei der Festnahme nicht. Zuvor hatten mehrere hundert Polizisten verschiedener Einheiten nach den Häftlingen gesucht. Auch ein Hubschrauber und Polizeihunde kamen zum Einsatz.

Der 22-Jährige wurde 2015 wegen Mordes an einem Wachmann in Erfurt verurteilt. Der 23-Jährige war wegen Einbruchs und Diebstahls inhaftiert. Der 19-Jährige saß in Untersuchungshaft. Ihm wird Raub vorgeworfen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Opposition fordert Rücktritt von Minister

Am Nachmittag vernahm die Polizei die Männer. Ob sie wieder gemeinsam in der Jugendstrafanstalt Arnstadt untergebracht werden, ist nach Polizeiangaben noch offen.

Landesjustizminister Dieter Lauinger (Grüne) hatte nach Ministeriumsangaben am Freitag wegen der Ereignisse seinen Urlaub abgebrochen. Er lobte den raschen Einsatz der Polizei.

Der justizpolitische Sprecher der oppositionellen CDU-Fraktion im Thüringer Landtag warf Lauinger vor, dass ihm die Situation in den Haftanstalten entgleite. «Diese Tage der offenen Tür in Thüringer Gefängnissen müssen schnell ein Ende haben.»  Auch der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke forderte Lauinger zum Rücktritt auf. Der aktuelle Gefängnisausbruch mache das Maß endgültig voll, erklärte Höcke.

Zuletzt war im Oktober in Thüringen ein Häftling aus dem Gefängnis Suhl-Goldlauter geflohen. Der Mann soll sich bei einem Transport aus der Gefängniswerkstatt in einem Pappkarton versteckt haben. Er wurde noch nicht gefasst. Lauinger war danach heftig kritisiert worden. dpa/maz
 

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05. 01. 2018
17:09 Uhr

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05. 01. 2018
17:09 Uhr



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