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Thüringen

Frauen sollen die Thüringer Feuerwehren retten

Die wetterbedingten Einsätze der vergangenen Wochen haben zu einer Diskussion darüber geführt, wie sich die Arbeit der freiwilligen Feuerwehrleute besser unterstützen lässt. Unter anderem die Grünen wollen deshalb mehr Frauen in die Feuerwehren holen.



feuerwehrfrau
Eine Feuerwehrfrau steht an einer Einsatzstelle (Symbolbild).   Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Erfurt - In der Debatte um die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren in Thüringen will die Grünen-Fraktion im Landtag deutlich mehr Frauen anwerben. «Frauen sind das große, schlummernde Potenzial unserer Gesellschaft», sagte der Vorsitzende der Grüne-Fraktion, Dirk Adams. Das gelte auch für die Feuerwehren. Derzeit seien nur etwa neun Prozent der ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Thüringen weiblich. Wenn sich dieser Anteil verdoppeln ließe, sei das eine große Unterstützung für die Arbeit der Helfer.

Der Thüringer Feuerwehrverband unterstützt den Vorschlag. Der Verband weist auch darauf hin, dass eine pauschale Forderung nach mehr hauptamtlichen Feuerwehrleuten nicht geeignet sei, die Personalprobleme flächendeckend zu lösen.

Um mehr Frauen für den Dienst in den Feuerwehren zu begeistern, braucht es nach Einschätzung der Grünen keine frauenspezifische Werbekampagne.Wichtiger sei, Frauen auch dann an die Feuerwehren zu binden, wenn sie etwa zum Studium an einen anderen Ort ziehen. Man müsse Wege finden, dass sie auch an ihrem Studienort in einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv sein könnten, sagte Adams. In den Jugendfeuerwehren sei der Frauenanteil nämlich deutlich höher als in den Einsatzabteilungen.

Der Sprecher des Thüringer Feuerwehrverbandes, Karsten Utterodt, sagte, aus Sicht der Feuerwehren seien mehr Frauen unter den Helfern absolut wünschenswert. Auch wenn die Brandbekämpfung körperlich sehr anstrengend sei und daher manche Frau überfordern könne, gebe es zahlreiche andere, weniger körperlich anstrengende Aufgaben bei Einsätzen.

Mehr Hauptamtliche kritisch gesehen

Skeptisch zeigten sich sowohl Adams als auch Utterodt dagegen zu den seit einigen Wochen immer wieder auftauchenden Forderungen nach mehr hauptamtlichen Feuerwehrleuten in Thüringen, um die freiwilligen Feuerwehrleute zu entlasten.

In einzelnen Feuerwehren sei der zusätzliche Einsatz von solchen Hauptamtlichen zwar durchaus erwägenswert, sagte Utterodt. Ohnehin sei die Zahl der hauptamtlichen Feuerwehrleute aber in Thüringen zwischen 2016 und 2017 von etwa 830 auf etwa 1000 gestiegen.

Adams verwies darauf, dass pauschale Rufe nach mehr hauptamtlichen Feuerwehrleuten zwar nachvollziehbar, aber nicht finanzierbar sei. «Das ist unbezahlbar für die Gemeinden und das Land und das ist der Punkt», sagte er.

Beide plädierten zudem dafür, es sei besser, die Feuerwehren verstärkt von Aufgaben zu entlasten. Es dürfe nicht sein, dass freiwillige Feuerwehrleute zunehmend gerufen würden, um Türen zu öffnen, auch wenn keine akute Notlage gegeben sei. dpa
 

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Veröffentlicht am:
26. 08. 2018
09:26 Uhr

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26. 08. 2018
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