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Thüringen

Forderung: Olympische Spiele 2030 in Thüringen

Die VR Bank Bad Salzungen/Schmalkalden hat anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls die Ausrichtung von Olympischen Winterspielen in Thüringen gefordert. Dies wäre ein guter Beitrag zur Schaffung von Einheit in Deutschland, argumentiert sie.



Postkartenidylle: Die Oberhofer Ski-Arena soll in absehbarer Zeit wieder WM-Standort sein.
Postkartenidylle: Die Oberhofer Ski-Arena soll in absehbarer Zeit wieder WM-Standort sein.   Foto: Michael Bauroth

Schmalkalden/Oberhof - Es klingt nach einer Schnapsidee, ist aber ernst gemeint: Die VR Bank Bad Salzungen/Schmalkalden fordert die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2030 in Thüringen und Ostdeutschland. Wie aus internen Unterlagen der Bank hervorgeht, die dieser Zeitung vorliegen, will die Bank ihre Forderung heute an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) übermitteln. Die Idee einer Bewerbung Thüringens wird von zahlreichen Kommunalpolitikern und ehemaligen Spitzensportlern unterstützt. "Gut drei Jahrzehnte nach der deutschen Einheit wäre das ein bedeutender Beitrag zum Zusammenwachsen der Menschen zwischen Ost und West, ein Symbol, dass es allen politisch Verantwortlichen im Land um die Einheit in den Köpfen ernst ist", heißt es in dem Konzept. Das Institut hat schon sehr konkrete Pläne ausarbeiten lassen. So sollen neben Thüringen auch Sachsen und Bayern fest in die Ausrichtung integriert werden. Außerdem sieht das Konzept vor, vorhandene Stadien und Eisstadien in ganz Deutschland etwa für Wettbewerbe wie Eishockey zu nutzen.

"Deutschland, insbesondere der Osten unseres Landes, aber auch Bayern und andere Nachbarländer, haben herausragende Voraussetzungen für den Wintersport. In Oberhof, Oberwiesenthal, Altenberg, Erfurt und anderswo finden sich bereits bestens ausgebaute und anerkannte Sportstätten und Anlagen, die sich schon mehrfach bei internationalen Wettkämpfen bewährt haben", heißt es in den Unterlagen.

Die Forderung der regionalen Bank kommt zu einem Zeitpunkt, da von mehreren Seiten der Wunsch auftaucht, wieder Olympische Spiele in Deutschland auszutragen. So hatte Alfons Hörmann, Chef des DOSB, am Wochenende erklärt, dass sich sein Verband bei den Überlegungen zu einer deutschen Olympia-Bewerbung nicht allein auf Sommerspiele festlegen wolle. "Das Thema ist nicht in dem Sinne vom Tisch, dass es überhaupt nicht in Frage käme", sagte Hörmann. Es gebe aber derzeit niemanden, der aktiv daran arbeite. Die Forderung aus Thüringen kannte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Im Fall einer Winterbewerbung könnte es ja nur um München gehen, das mit den bekannten Wintersportzentren gemeinsam antreten müsste", betonte Hörmann. Von Münchner Seite gebe es "bis zum heutigen Tag aber keine Initiative, und auch wir sind dazu nicht aktiv unterwegs gewesen".

Frühere Versuche der Ausrichtung von Olympischen Winterspielen in Bayern waren am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Die VR Bank argumentiert, dass sie genau aus diesem Grund die Spiele an Orte bringen will, an denen der Wintersport fest verwurzelt ist. Außerdem sollen es ausdrücklich Spiele werden, die ohne Gigantismus auskommen. Zu den Unterstützern der Idee der Bank gehören etwa Biathlon-Olympia-Sieger Sven Fischer oder auch Andreas Trautvetter, Ex-Minister und inzwischen Präsident des Deutschen Bob- und Schlittenverbandes.

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Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
07:38 Uhr

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Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
07:38 Uhr



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