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Fit und gesund durch Sport: Wo gibt es Geld und guten Rat?

Für viele Südthüringer gehört Sport ganz einfach zum Leben dazu. Doch was ist, wenn ich mich erstmals dazu entschließe, mit mehr Bewegung etwas für meine Gesundheit zu tun? Keine Angst: Beim Einstieg in sportliche Aktivitäten wird in unserer Region niemand alleine gelassen.



Fit und gesund durch Sport: Wo gibt es Geld und guten Rat?
Fit und gesund durch Sport: Wo gibt es Geld und guten Rat?  

Für viele Südthüringer gehört Sport ganz einfach zum Leben dazu. Doch was ist, wenn ich mich erstmals dazu entschließe, mit mehr Bewegung etwas für meine Gesundheit zu tun? Keine Angst: Beim Einstieg in sportliche Aktivitäten wird in unserer Region niemand alleine gelassen. Sportvereine, Krankenkassen, jede Menge Fitness-Anbieter sind mit Rat und Tat auch für Sport-Neulinge da. Im Telefonforum unserer Zeitung beantworteten Experten Fragen unserer Leser zum Thema Freizeitsport.

Ich möchte endlich etwas für meinen Rücken tun. Wie unterstützt mich die Krankenkasse?

Die Kassen schießen einiges an Geld zu, wenn sich die Versicherten selber für ihre Gesundheit engagieren. "Wir übernehmen 100 Prozent der Kosten bis maximal 150 Euro im Kalenderjahr", sagt Barbara Kelber, bei der AOK Plus zuständig für die Gesundheitsförderung in Südthüringen, "und zwar für zwei qualitätsgesicherte Präventionsangebote bei einem anerkannten Kooperationspartner".

Seit Oktober 2009 kann man an Kursen von Partnern der AOK ohne jede Zuzahlung und finanzielle Vorleistung teilnehmen. Dafür brauchen Versicherte einen Gutschein, den man in den AOK-Filialen bekommt. Man kann ihn auch telefonisch unter der Nummer 0800 / 1059000 oder auch online über www.aokplus.de an fordern.

Was sind denn "qualitätsgesicherte Angebote"?

Das sind Kurse zur Gesundheitsprävention, die bestimmten Qualitätsstandards genügen, auf die sich die Krankenkassen bundesweit geeinigt haben. Festgeschrieben sind sie im "Leitfaden Prävention". "Die AOK Plus ist offen für alle Angebote, die den Bedingungen dieses Leitfadens entsprechen", erläutert Barbara Kelber. In Südthüringen sind nach Angaben der AOK über 450 Anbieter mit mehr als 1500 Angeboten anerkannt - Physiotherapeuten, Gesundheitszentren, Fitnessstudios, Sportvereine. Entsprechende Listen gibt es in den Büros der Krankenkassen.

Wie belohnen die Kassen sportliche Aktivitäten finanziell?

Fast alle Kassen haben spezielle Programme dafür. Kelber: "Wir haben für unsere Versicherten ein Bonusprogramm im Angebot, das den alltäglichen Sport belohnen soll." Am einfachsten geht das per App fürs Smartphone. Darin kann man in Verbindung mit bestimmten Fitness-Apps jederzeit seine sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Fahrradfahren oder Wandern festhalten. Am besten natürlich mit einem passenden Fitness-Tracker oder -Armband. Wer so dokumentiert, dass er bestimmte Kriterien erfüllt, erhält Bonuspunkte. Die gibt es übrigens auch, wenn man die Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitnessstudio per Foto-Upload nachweist.

Wie genau erhalte ich Bonuspunkte für sportliche Aktivitäten?

Da gibt es bei den Kassen unterschiedliche Regeln. Für die AOK Plus erklärt das Barbara Kelber so: Unterstützt werden regelmäßige sportliche Aktivitäten zur Steigerung von Gesundheit und Lebensqualität.

Bei der App funktioniert das folgendermaßen: 100 Tages-Punkte erreicht man entweder mit 10000 Schritten oder mit einer halben Stunde Sport am Stück mit einem durchschnittlichen Puls von mindestens 120 oder wenn man innerhalb von 30 Minuten mindestens 150 Kilokalorien verbraucht.

"Wir prüfen diese Kriterien und buchen eine Gutschrift auf das Bonuskonto", sagt Barbara Kelber. Und der Datenschutz? "Es werden nach diesem Abgleich keine Fitness- oder Vitaldaten gespeichert, sondern nur das positive Ergebnis sowie das Aktivitätsdatum."

100 Punkte entsprechen einem Euro. Maximal kann man 100 Punkte am Tag, 1500 pro Monat und 18000 pro Jahr verdienen, also höchstens 180 Euro pro Jahr an Beitragsgutschrift erhalten.

Welche Fitness-Tracker und -Apps kann ich nutzen?

Die AOK unterstützt derzeit die Fitness-Apps von Google und Apple, ab Juli auch die von Samsung. Andere Tracker können Sie nur verwenden, wenn diese eine Verknüpfung zu diesen Apps herstellen. Nur Versicherte einer Krankenkasse können deren App nutzen und sich entsprechend registrieren, und zwar auf Apple- oder Android-Handys.

Ich brauche also Smartphone, App und Fitnessarmband, um einen Bonus bei der Krankenkasse zu bekommen.

Nein, natürlich nicht. .Die 180 Euro beziehen sich ausschließlich auf die Bonus-App-Punkte. Darüber hinaus können weitere Punkte durch die Mitgliedschaft im Sportverein oder Vorsorgeuntersuchungen gesammelt werden. Analog" gibt es Punkte für Zahnreinigung, Sportvereinsmitgliedschaft, Sportabzeichen, Teilnahme an einer Sportveranstaltungen (zum Beispiel den Rennsteiglauf), Vorsorge wie Check-up 35, die Jugendvorsorgeuntersuchung J2. Auch mit einer professionellen Zahnreinigung, mit einem Rauchentwöhnungskurs, Impfungen, Erste-Hilfe- Kursen und so weiter kann laut AOK das Bonuskonto zusätzlich aufgefüllt werden.

Ich habe lange keinen Sport gemacht, möchte aber gern wieder einsteigen und regelmäßig joggen. Gibt es einen Check-up, der mich medizinisch vorher absichert?'

Die Kassen unterstützen den Wiedereinstieg in den Sport, indem sie eine sportmedizinische Untersuchung bezuschussen, zu der unter anderem ein Ruhe-EKG gehört. "Das geht bei einem approbierten Arzt mit der Zusatzspezifikation Sportarzt", sagt AOK-Expertin Kelber. Es gibt auch erweiterte Untersuchungen samt Belastungs-EKG und Lungenfunktionstest, allerdings nur in Praxen, die die entsprechenden Geräte wie etwa ein Laufband besitzen.

Was kostet mich denn so eine Sportuntersuchung?

Die Kassen sind zur Kostenübernahme nicht gesetzlich verpflichtet. Die Rechnung des Arztes liegt laut Barbara Kelber typischerweise zwischen 100 und 150 Euro, bei besonderen Leistungen wie Blut- oder Laktattests auch etwas höher. Die AOK Plus gibt je nach Umfang der Untersuchung 60 bis 120 Euro dazu, höchstens aber 90 Prozent der Rechnungssumme. "Die Rechnung einfach in einer Filiale abgeben", rät Barbara Kelber.

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Der untersuchende Arzt muss ein qualifizierter Sportmediziner sein, sonst gibt es kleinen Kassenzuschuss. Welche Mediziner das sind, erfahren Sie auf den Internetseiten des Thüringer Sportärztebunds (www.tsaeb.de) oder per Telefon bei der AOK Plus unter der Nummer 0800/1059000

Der Check beim Arzt ist erledigt - wie finde ich nun Hilfe beim Einstieg, etwa in den Laufsport?

"Da bieten sich Lauflernkurse an", sagt AOK-Expertin Kelber. Die gibt es im Angebot von kommerziellen Anbietern, aber auch von Vereinen. Etwa denen, die sich der Vorbereitung von Läufen wie dem Pummpälz- oder dem Rennsteiglauf widmen. Typischerweise bestehen die Kurse aus zehn praktischen Einheiten. "Und da gibt es auch mal Hausaufgaben für die Teilnehmer", sagt AOK-Plus-Sprecherin Jenny Füsting. Die Teilnahme ist im Rahmen der Gesundheitsprävention kostenlos. Über das Kursangebot in Ihrer Region, etwa bei Vereinen, informieren die Krankenkassen.

Es gibt so viele Sportvereine in Südthüringen, da ist der Überblick schwer, wenn man sich nicht auskennt. Wie finde ich den richtigen für meine speziellen Bedürfnisse?

Rund 450 Sportvereine gibt es allein auf dem Gebiet des künftigen Südthüringer Großkreises, sagt Reinhard Meusel vom Suhler Sportbund. "Von Aroa bis Zumba ist wirklich fast alles im Angebot, seien es Trend- oder Traditionssportarten." Den Überblick über die gesamte Vereinslandschaft in Thüringen hat der Landessportbund. "Speziell in ihren Regionen kennen sich natürlich meine Kollegen in den Kreissportbünden aus", ergänzt der Vereinsberater.

Aber im Verein gehe ich doch langfristige Verpflichtungen ein und muss mich an Turnieren und ähnlichem beteiligen ...

Nein, nur wenn Sie wollen. In vielen Vereinen stehen manche Kurse auch Nichtmitgliedern offen. Mitgliedschaften kann man meist auch kurzfristig kündigen, die monatlichen Beiträge sind ohnehin meist sehr moderat und günstiger als ein Fitnessstudio . Und es gibt natürlich die zahlreichen Rehasportvereine, die speziell für Gesundheitsprävention und Sport-Einsteiger da sind. Gebühren und Beiträge für viele Kurse werden von den Kassen nach deren Regeln bezuschusst. Rehasportvereine organisieren zum Beispiel Freizeitläufe ohne Wettkampfcharakter, Altersbegrenzung und Zeitmessung. Oder sie sind an Fitnessstudios angedockt. Oder an Kliniken wie beispielsweise der erst neu gegründete Gesundheitssportverein Südthüringen ans SRH-Zentralklinikum Suhl.

Vereinssport auf Rezept, gibt es das wirklich?

Ja, beim Rehasport schon. Das Stichwort heißt "Rezept für Bewegung", erläutert Reinhard Meusel. Mit einem eigenen Konzept unterstützen der Landessportbund und hunderte Vereine dabei die Gesundheitsaktivitäten der Thüringer. Der Arzt kann Angebote verordnen, die mit einem speziellen Qualitätssiegel der Sportverbände und der Bundesärztekammer zertifiziert sind. Diese Kurse werden von Trainern geleitet, die über eine besondere Qualifikation in der Prävention verfügen. "Sie können deshalb immer sicher sein, dass Sie ausgebildete Übungsleiter vorfinden, die sich mit den Besonderheiten von Anfängern und Einsteigern auskennen", sagt Vereinsberater Meusel.

Ich habe Arthrose und Diabetes, will mich aber wieder mehr bewegen. Was muss ich da als erstes tun?

Der Besuch beim Arzt ist in diesem Fall unerlässlich, sagt AOK-Expertin Barbara Kelber. Nur er kann beurteilen, welche Art und welches Ausmaß von Bewegung und Sport für Sie passt. Die AOK-Kollegin Jenny Füsting ergänzt: "Prävention und damit auch der Sport sollten ja theoretisch beginnen, wenn man noch ganz gesund ist. Aber in der Realität kümmert man sich oft erst dann um mehr Bewegung, wenn es schon zieht und zirpt. Umso wichtiger sind der Gesundheitscheck und die kompetente Beratung der Anfänger. Etwa beim Laufen, wo man wissen muss, wie man seine Gelenke belastet, wie das mit der Pulsfrequenz ist und so weiter. Oft fängt der Laufsport auch erst mal mit schnellerem Gehen an."

Ich will mein Kind im Sportverein anmelden. Muss es vorher zum Arzt oder geht das einfach so?

"Eingangsuntersuchungen, zum Beispiel im Fußball, sind keine Pflicht", weiß Sportexperte Reinhard Meusel. Man solle aber schon drauf achten, ob der Sport zur körperlichen Konstitution des Jugendlichen passt . "Bei Heranwachsenden geht es da auch um Körperhaltung oder Wachstum. Oder nehmen Sie die Schuhe: Die falsche Größe macht nicht selten ernste Probleme."

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01. 06. 2017
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