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Thüringen

Fahrplanwechsel: Neue Preise und mehr WLAN in Zügen

Gera bekommt wieder Fernzüge, Jena und Naumburg bekommen Trostpflaster für den Wegfall des ICE - und viele Strecken bekommen brandneue Züge. Der Fahrplanwechsel am Sonntag bringt viele weitere Neuerungen. Doch Sachsen hat davon wenig, moniert ein Kritiker.



Bahnreisende und Pendler in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt müssen sich in den nächsten Tagen auf zahlreiche Änderungen einstellen. Grund ist der Fahrplanwechsel, der am Sonntag in Kraft tritt. Neben zahlreichen neuen Verbindungen gibt es auch neue Preise und neue Bahnbetreiber. Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fernverkehr um durchschnittlich 0,9 Prozent. Die Bahnanbieter und die Nahverkehrsgesellschaft von Sachsen-Anhalt (Nasa) informieren online über die Neuerungen. Die neuen Angebote lösen nicht überall Begeisterung aus. Die wichtigsten Änderungen:

Fernverkehr: Seit einem Jahr ist die neue Hochgeschwindigkeitstrasse München-Berlin über Erfurt, Halle und Leipzig in Betrieb. Von Sonntag an schickt die Deutsche Bahn zusätzlich zwei besonders schnelle Züge pro Tag über Halle auf die Strecke. Damit gibt es fünf statt drei Sprinter, die die gesamte Strecke planmäßig in vier statt viereinhalb Stunden schaffen. «Das ist gut und der Einsatz von Sprintern wird in den nächsten Jahren sicher weiter zunehmen», sagte Carsten Schulze vom Fahrgastverband Pro Bahn. Spannend werde, wie die Passagiere den neuen ICE 4 annehmen. «Da passen mehr Leute rein, aber das liegt daran, dass es darin enger ist als im Billigflieger», kritisierte er.

Erstmals seit zwölf Jahren wird auch Gera wieder an den Fernverkehr angeschlossen. Die IC-Züge auf der Mitte-Deutschland-Verbindung fahren von Gera über Jena, Weimar und Erfurt weiter nach Kassel. Auf der Strecke Erfurt-Gera ersetzt die Linie bisher dort fahrende Regionalzüge. In diesem Abschnitt können deshalb alle Intercity-Züge auch mit Fahrscheinen des Nahverkehrs ohne Aufpreis benutzt werden.

Sachsen habe bei der Verlängerung der Mitte-Deutschland-Verbindung eine Chance verpasst, kritisierte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn. Die von Thüringen bestellte Anbindung von Gera hätte bis nach Chemnitz verlängert werden sollen, um wieder eine umsteigefreie Verbindung zwischen Ostthüringen und Südwestsachsen zu schaffen. Auch für die Landeshauptstadt Dresden gebe es keine weiteren Fernzüge nach Berlin, monierte er.

S-Bahn Mitteldeutschland: Die mit Abstand am meisten genutzte Verbindung dieses Netzes ist die Strecke Leipzig-Halle. 12 000 Menschen sind dort jeden Tag unterwegs, wie die Nasa mitteilte. Das seien zehn Prozent mehr als in den drei Jahren davor. Wegen der großen Nachfrage fahren von Sonntag an jeden Tag vier statt drei S-Bahnen pro Stunde und Richtung zwischen den beiden Uni-Städten. In Leipzig wird zudem der neue Haltepunkt Essener Straße in Betrieb genommen. Dort hält zum Beispiel die S6 Geithain-Leipzig Messe.

Aus Sicht des Fahrgastverbands gibt es für das S-Bahn-Netz trotz insgesamt steigender Passagierzahlen viel zu wenig Züge. «Das reicht hinten und vorne nicht», kritisierte Schulze. Obwohl das Problem bekannt sei, gebe es seit Jahren kein Geld für den Kauf weiterer Fahrzeuge.

Regionalverkehr: Als die Schnellfahrstrecke Berlin-München stufenweise ans Netz gingen, mussten vor allem Jena und Naumburg auf eine ICE-Anbindung verzichten. Als Ersatz wurden Expresslinien zugesagt, die besser und häufiger mit den Bahnknoten Erfurt und Leipzig verbinden. Ab Sonntag gibt es täglich zwei direkte Verbindungen pro Stunde zwischen Halle und Jena. Unter anderem fährt der neue Saale-Express im Zweistundentakt und bindet auch Merseburg, Weißenfels, Naumburg und Bad Kösen an. Zudem wird der Franken-Thüringen-Express verlängert. Statt zwischen Nürnberg, Saalfeld und Jena fährt er jetzt auch bis Leipzig.

Neuer Bahnbetreiber: Bei 16 Linien steht an den Zügen von Sonntag an Abellio statt Deutsche Bahn oder Harz-Elbe-Express. Die Tochter der niederländischen Staatsbahn übernimmt das sogenannte Dieselnetz quer durch Sachsen-Anhalt, das aber auch bis nach Erfurt, Goslar und Wolfsburg reicht. Die Gesamtlänge des Netzes umfasst 1422 Kilometer Strecke und 140 Bahnhöfe. Bahnreisende können dann laut Unternehmen in 54 fabrikneue Fahrzeuge steigen. Ticketautomaten gibt es an Bord. Ansonsten verspricht Abellio, dass trotz Betreiberwechsel das meiste beim alten bleibt: «Strecken gleich, Takte gleich, alles gut!»

Mehr WLAN: Die Bundesländer lassen immer mehr Nah- und Regionalzüge mit kostenlosen WLAN-Zugängen ausstatten. So verfügen alle Abellio-Züge im Dieselnetz über Hotspots. Auch der neue Saale-Express zwischen Jena und Halle ist damit ausgestattet. Im Netz der Mitteldeutschen S-Bahn werden die Züge schrittweise mit der Technik ausgerüstet. In der Elbe-Saale-Bahn zwischen Halle, Magdeburg und der Altmark gibt es das Angebot schon seit mehr als einem Jahr. dpa

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07. 12. 2018
08:01 Uhr

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