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Thüringen

Entsetzen, Wut und Vorfreude - Reaktionen zur Wahl

Entsetzen und Wut auf der einen Seite, Vorfreude auf ein neues politisches Zeitalter auf der anderen. Und dazwischen eine tief gespaltene CDU. Wir zitieren ausgewählte Reaktionen auf die Kemmerich-Wahl.



Entsetzen und Wut auf der einen Seite, Vorfreude auf ein neues politisches Zeitalter auf der anderen. Und dazwischen eine tief gespaltene CDU. Wir zitieren ausgewählte Reaktionen auf die Kemmerich-Wahl.

Kati Wilhelm, Biathlon-Olympiasiegerin aus Steinbach-Hallenberg:

Was für ein Armutszeugnis für meine Heimat und unsere Demokratie!

Christian Hirte (CDU), Ost-Beauftragter und MdB aus Bad Salzungen:

Herzlichen Glückwunsch, Thomas Kemmerich! Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer Rot-Rot-Grün abgewählt haben. Viel Erfolg für diese schwierige Aufgabe zum Wohle des Freistaats Thüringen!

Tankred Schipanski (CDU), MdB aus Ilmenau:

Das taktische Verhalten der AfD zeigt, dass man die bürgerlichen Parteien vorführen wollte. Mit Erfolg. Es zeugt von mangelndem politischen Gespür, dass die Fraktionen von FDP und CDU im Landtag in diese Falle tappen. Dass die FDP die AfD als Steigbügelhalter akzeptiert, ist beschämend und eine Zäsur in der deutschen Parteien- und Parlamentsgeschichte. Sollte die CDU Thüringen sich in einer Regierung unter Kemmerich engagieren, wird der Makel dieser Wahl mithilfe der AfD auch an ihr kleben, und sie verlöre weiter an Glaubwürdigkeit.

Heiko Maas (SPD), Außenminister:

Sich von Rechtsextremen zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen, ist komplett verantwortungslos. Gegen die AfD müssen alle Demokraten geschlossen zusammenstehen. Wer das nicht versteht, hat aus unserer Geschichte nichts gelernt.

Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler:

Die Geschehnisse in Thüringen sind ein Tabubruch in der Geschichte der politischen Demokratie in der Bundesrepublik. Das hat Auswirkungen weit über Thüringen hinaus. Es stellen sich für uns sehr ernste Fragen an die Spitze der Bundes-CDU. Was in Erfurt passiert ist, war kein Zufall, sondern eine abgekartete Sache.

Stephan Brandner (AfD), Bundestagsabgeordneter aus Gera:

Bürgerliche Mehrheit in Thüringen steht! Linksfaschisten, Linksextremisten und solche Typen sind raus aus der Regierung! Ab jetzt wird vernünftige Politik gemacht und das links-rot-grüne Feuchtbiotop trockengelegt – wird dringend Zeit!

Alice Weidel, AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag:

Die linke Ausgrenzungsstrategie gegen die AfD ist in Thüringen krachend gescheitert. Gratulation an Thomas L. Kemmerich und die AfD-Landtagsfraktion für das Schmieden einer bürgerlichen Allianz! An der AfD führt kein Weg mehr vorbei!

Tino Chrupalla, AfD-Bundesvorsitzender:

Wir Konservativen stehen zusammen, wenn es um den Erhalt demokratischer Verhältnisse geht. Darum haben wir Thomas Kemmerich zum neuen MP gewählt.

Anja Siegesmund (Grüne), bisher Umweltministerin:

Wenn Mohring oder Kemmerich jetzt behaupten, man habe nicht gewusst, dass die AfD mit der FDP stimmt, kann man das nur als Lüge bezeichnen. Das war kein Unfall, sondern ein verabredeter Dammbruch. Macht um jeden Preis – seit heute auch mit Nazis – das ist FDP.

Dietmar Bartsch und Amira Mohamed Ali, Linken-Fraktionschefs im Bundestag:

In Thüringen hat heute ein beispielloser Rechtsputsch stattgefunden. Kramp-Karrenbauer und  Lindner tragen für diesen Dammbruch politische Mitverantwortung.

Katarina Barley, SPD-Europaabgeordnete

An diesem Tag habt ihr eure Unschuld verloren, CDU und FDP.

Hubertus Heil (SPD), Arbeitsminister:

Jeder anständige Liberale sollte sich schämen, wenn sich ein FDP-Mann mit Stimmen der AfD wählen lässt.

Gerhart Baum (FDP), früherer Bundesinnenminister:

Ein Hauch von Weimar liegt über dem Land. Das Böse ist wieder da.

Wolfgang Kubicki, FDP-Vizechef:

Ein Kandidat der demokratischen Mitte hat gesiegt. Offensichtlich war für die Mehrheit der Abgeordneten  die Aussicht auf fünf weitere Jahre Ramelow nicht verlockend.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Ex-Bundesjustizministerin:

Der Spuk in Thüringen muss sofort beendet werden, bevor er zum Albtraum wird.

Wolfgang Thierse (SPD), früherer Bundestagspräsident:

Es ist der befürchtete und von den betroffenen Parteien bisher immer bestrittene Sündenfall von FDP und CDU, nämlich gemeinsame Sache mit der AfD zu machen.

Annalena Baerbock, Grünen-Vorsitzende:

Wir sind entsetzt von der Ruchlosigkeit und Verantwortungslosigkeit von CDU und FDP in Thüringen. Ich erwarte von Kemmerich, dass er das Amt niederlegt. Tut er das nicht, müssen CDU und FDP die Thüringer Landesverbände ausschließen.

Matthias Hey, SPD-Fraktionschef:

Dass sich Liberale für so etwas hergeben, ist unvorstellbar.

Björn Höcke, AfD-Chef in Thüringen:

Das ist ein Ergebnis, das nicht nur in Thüringen zur Kenntnis genommen wird, sondern bundesweit als Signal gewertet werden muss und hoffentlich eine neue Belebung auch für die deutsche Politik bedeutet.

Saskia Eskens, SPD-Chefin:

Ein Vertreter der liberalen Demokraten lässt sich in Thüringen von den illiberalen Antidemokraten der AfD zum Ministerpräsidenten wählen. Die CDU spielt mit. Ich bin entsetzt über diesen Dammbruch. Demokratie, wir müssen reden!

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag:

Unfassbar! Die  Wahl mit Stimmen der AfD ist kein Unfall, sondern ein bewusster Verstoß gegen die Grundwerte unseres Landes. Mit Feinden der Demokratie lässt sich keine Zukunft für Thüringen gestalten.

Jörg Meuthen, AfD-Bundessprecher:

Der erste Mosaikstein der politischen Wende in Deutschland: Sieg der bürgerlichen Mehrheit!

Norbert Walter-Borjans, SPD-Chef:

Dass die „Liberalen“ den Strohmann für den Griff der Rechtsextremisten zur Macht geben, ist ein Skandal erster Güte. Da kann sich niemand in den Parteizentralen wegschleichen!

Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär :

Ein Tiefpunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Kevin Kühnert, SPD-Vize und Juso Chef:

Der Tabubruch, der AfD zu echter Macht verholfen zu haben, wird nun für immer mit CDU und FDP verbunden sein. Die Masken sind gefallen. Wachsamkeit ist  Gebot der Stunde.

Igor Levit, jüdischer Star-Pianist:

Deutsche Politik normalisiert 75 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz Björn Höcke und seine Faschistenbande. Ich möchte weinen.

Susanne Hennig-Wellsow, Linken-Chefin in Thüringen:

Die CDU und Mike Mohring assistieren dem vorher undenkbaren Tabubruch. Erstmals seit 1945 wird mit Faschisten paktiert. Annegret Kramp-Karrenbauer und Christian Lindner, wollt ihr das?

Stefan Möller, AfD-Landessprecher:

Ohne Herrn Kindervater wäre die Ablösung von Rot-Rot-Grün nicht möglich gewesen.

Matthias Machnig (SPD), ehemals Thüringer Wirtschaftsminister:

FDP und CDU in Thüringen haben sich als seriöse politische Parteien verabschiedet. Bürgerlich war gestern, machtpolitischer Populismus ist heute. Es besteht die Gefahr, dass auch andere Teile von FDP und CDU von diesem Virus infiziert werden.

Paul Ziemiak, CDU-Generalsekretär:

Die Entscheidung in Thüringen spaltet unser ganzes Land. Die Wahl des Ministerpräsidenten von der FDP mit den Stimmen der AfD ist keine Grundlage für bürgerliche Politik.

Henry Worm (CDU), MdL aus Neuhaus:

Da waren wir uns am Vorabend der Wahl  mit unserem Ehrenvorsitzenden Bernhard Vogel einig: Für das Wahlverhalten der anderen Fraktionen sind wir nicht verantwortlich.

Uwe Höhn (SPD), Ex-Wirtschaftsminister:

Ich bin entsetzt über die staatspolitische Verantwortung, die die CDU in den letzten 30 Jahren immer vor sich hergetragen hat. Ihr Wahlverhalten hat mit staatspolitischer Verantwortung nichts zu tun. Das Vorgehen der AfD ist von größtmöglicher Hinterhältigkeit geprägt. Dass die AfD zu einem solchen perfiden Vorgehen in der Lage ist, hat sie fünf Jahre lang im Landtag unter Beweis gestellt. Überrascht hat mich, dass die CDU sich auf dieses Spiel eingelassen hat.

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
05. 02. 2020
22:26 Uhr

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05. 02. 2020
22:26 Uhr



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