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Thüringen

Drei Regionen mit hohem Anteil an Hartz-IV-Empfängern

Zehntausende Menschen in Thüringen sind auf staatliche Hartz-IV-Zahlungen angewiesen. Nicht wenige müssen trotz Arbeit «aufstocken». Insgesamt sinkt ihr Anteil - nur nicht überall gleich.



Erfurt - In Thüringen erhalten etwa 157 000 Menschen Hartz-IV-Leistungen für ihren Lebensunterhalt. Das ist fast jeder zehnte Thüringer (9,5 Prozent) im Alter unter 65 Jahren, geht aus am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Bundesarbeitsagentur hervor. Damit liege Thüringen beim Anteil der Empfänger von Grundsicherung nur leicht über dem Bundesdurchschnitt von 9,4 Prozent. Zudem habe der Freistaat den niedrigsten Wert der ostdeutschen Bundesländer. Allerdings sind die regionalen Unterschiede groß. Armutsrisiken gebe es vor allem in strukturschwachen Regionen oder größeren Städten.

«Insgesamt ist die Hilfsbedürftigkeit im Land deutlich zurückgegangen», erklärte der Chef der Landearbeitsagentur, Kay Senius. Vor fünf Jahren seien noch fast 186 000 Männer, Frauen und Kinder auf Hartz IV angewiesen gewesen. Das waren etwa 11 Prozent der Bevölkerung.

Den höchsten Anteil an Hartz-IV-Empfängern habe mit fast 12 000 Menschen und einem Anteil an der Bevölkerung mit 16,8 Prozent die Stadt Gera. Die drittgrößte Thüringer Stadt hat einen schwierigen Arbeitsmarkt und regelmäßig eine der höchsten Arbeitslosenquoten im Land. Den zweithöchsten Anteil der Menschen, die staatliche Hilfe erhalten, hat der Kreis Altenburger Land. Dort bekommen rund 9000 Menschen die Zahlungen - 13,5 Prozent der Einwohner in der Ostthüringer Region.

Aber auch die Landeshauptstadt Erfurt hat soziale Probleme: Hier liege der Anteil der Hartz-IV-Empfänger bei 13,1 Prozent. Betroffen seien fast 22 000 Menschen. Den geringsten Anteil habe der Kreis Hildburghausen mit 4,8 Prozent und rund 2400 Leistungsempfängern.

In Regionen mit schwierigem Arbeitsmarkt und hartnäckiger Langzeitarbeitslosigkeit müsste «verstärkt in soziale Infrastruktur und Sozialarbeit investiert werden, wenn man die Herausbildung von sozialen Brennpunkten verhindern will», forderte Senius.

Die Grundsicherung erhalten Arbeitslose und ihre Kinder, aber auch Menschen, die so wenig verdienen, dass sie zusätzlich Hartz-IV-Zahlungen für ihren Lebensunterhalt brauchen. Hinzu kommen den Angaben zufolge Menschen, denen eine Arbeit beispielsweise wegen Betreuungs- und Pflegeaufgaben nicht zugemutet werden könne. dpa

 
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11. 10. 2017
16:56 Uhr

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11. 10. 2017
16:56 Uhr



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